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Kein Paradies für Plastik-Schützen

16.10.2012 | 10:00 Uhr
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Kein Paradies für Plastik-Schützen
Ähnlich wie diese Paintballer schießen auch die Softair-Spieler mit Spielwaffen aufeinander, nur nutzen sie Plastikkugeln statt Farbe.Foto: BAUER, Dirk

Oberhausen.  Wegen einer deaktivierten Sprinkleranlage scheitert ein Projekt von Kriegsspielern im ehemaligen Kaufhof-Gebäude. Die Initiatoren erheben nun schwere Vorwürfe.

Kriegsspiele mitten in der Oberhausener City? Martialisch gekleidete Erwachsene, die sich im ehemaligen Kaufhof-Gebäude mit kleinen Plastikkugeln aus so genannten Softair-Waffen beschießen? Auch bei Ulrich Munkert von der Immo Solar GmbH, der mit der Vermietungsvollmacht ausgestattet ist, löste dieser ungewöhnliche Vorschlag zunächst Stirnrunzeln aus. Dann sah er jedoch das Potenzial dahinter.

„Ich bin kein Fan von Waffenspielen, aber dieses Projekt hätte solvente Kunden und mehr Leben in die Innenstadt gebracht. Die ganze City hätte profitiert.“ Wie unsere Zeitung jetzt erfuhr, scheiterte das Vorhaben im September letztlich an einer deaktivierten Sprinkler-Anlage.

Initiator sah idealen Standort

Was war passiert? Initiator Sven Kleinmann hatte eine Testveranstaltung mit 130 geladenen Kämpfern geplant. „Wir wollten gucken, wie viel Fläche tatsächlich genutzt wird. Und wie die Leute diese Location annehmen“, erklärt der 29-Jährige. Bei einem positiven Testergebnis hätte der Sicherheitsdienstler seinen Job gekündigt und die oberen Etagen des Gebäudes dauerhaft gemietet. „Es gibt eine riesige Spieler-Szene, aber nur wenige Spielorte. Die Lage mitten im Ruhrgebiet wäre ideal gewesen.“

Neben einem großflächigem Spiel-Areal schwebte dem Münsterländer die Ansiedlung von mehreren Zubehör-Läden vor. In diesen geben die vorwiegend gut verdienenden Airsoft-Spieler bis zu 10.000 Euro für eine Ausrüstung aus, erklärt Kleinmann.

Nachdem er die Polizei zehn Tage im Voraus über die Test-Veranstaltung informiert hatte, beraumte die Stadtverwaltung später eine Besichtigung der Spielstätte an. „Vor Ort wurde dann festgestellt, dass die Sprinkler-Anlage in den beiden Geschossen weitestgehend unfachmännisch durch Plastikröhrchen und Zahnstocher deaktiviert wurde“, heißt es dazu in einer gemeinsamen Stellungnahme von City-Manager Franz Muckel und Wilhelm Weishaupt, Leiter des Bauordnungsamts. Da dies Gäste und Gebäude gefährdet habe, wurde die Veranstaltung untersagt.

Keine Einigung in Sicht

„Es sieht doch danach aus, als ob das ehemalige Kaufhof-Gebäude totgehalten werden soll“, erhebt Kleinmann nun schwere Vorwürfe und verweist dabei auch auf die Querelen um die Ansiedlung der beiden Einzelhändler im Erdgeschoss des Kaufhof-Gebäudes . Während er darauf beharrt, dass die Sprinkleranlage ohne Weiteres einsatzbereit gewesen sei, zielt Ulrich Munkert mit seiner Kritik noch in eine andere Richtung. „Die Absage ist die eine Sache. Aber man muss sich doch mal wenigstens mit dem Konzept auseinandersetzen und miteinander sprechen.“ Die Stadt sei jedoch konsequent einen Konfrontationskurs gefahren. „Unglaublich, wie man von dem ein oder anderen Herrn angegangen wird“, so Munkert.

Er berichtet ferner von einer E-Mail, die er von City-Manager Muckel erhalten haben will. „Darin stand, dass die Softair-Spieler nicht zu seiner Vision von der Oberhausener City passen“, so der Mülheimer und fährt fort: „Ich finde Oberhausen hat wirklich eine Chance, aber da muss man auch mal weg vom 08/15“, sagt er und betont: „Die Softair-Spieler sind doch keine Asozialen, sondern vernünftige Leute aus der Mitte unserer Gesellschaft.“

Marc Wiegand

Kommentare
20.10.2012
13:10
Kein Paradies für Plastik-Schützen (Teil 2/2)
von StefanATA | #26

Und nun, Herr Muckel, sagen Sie uns doch bitte noch mal, dass wir nicht in Ihre Version der Oberhausener City passen. Menschen aus allen Lebenslagen, aus allen Schichten der Bevölkerung - quasi ein Schnitt durch die Gesellschaft. Oder passt vielleicht einfach die Gesellschaft ansich nicht in Ihre Version der Oberhausener City?

Dann muss ich mich Frau Hausmann anschließen und kann Ihre Frage vom 02.10.2012 zur Schließung des Kaufhof-Ladens nur wiederholen: "Wozu hat Oberhausen überhaupt ein City-Management?"

Ich hoffe, dass Sie von Ihren Bekannten und/oder Ihren Freunden auf diese Beiträge aufmerksam gemacht werden, falls Sie es nicht so oder so mitbekommen, und ich würde mich freuen, wenn ich Ihre Sicht der Dinge dadurch etwas erweitern konnte.

Hochachtungsvoll,
Stefan R. aus Ahrensburg

20.10.2012
13:09
Kein Paradies für Plastik-Schützen (Teil 1/2)
von StefanATA | #25

Ich krieg Kopfschmerzen vom Kopfschütteln, wenn ich lesen muss, dass "Softair-Spieler nicht zu seiner Vision von der Oberhausener City passen".

Sehr geehrter Herr Muckel, wie können Menschen wie Sie und ich nicht in Ihre City passen? Wir reden hier nicht nur von Schülern mit Erbsenpistolen. Wir reden genau so von Feuerwehrmännern, Piloten, Krankenschwestern, Ärzten und Polizisten. Menschen, denen auch Sie ihr Leben anvertrauen. Weiter reden wir von Anwälten, Soldaten, Kaufleuten, Handwerkern, Köchen und vielen mehr. Und genau so sprechen wir von Vätern und sogar von Müttern, die zusammen mit ihren Kindern das gleiche Hobby teilen. Zum Teil reden wir sogar von Großeltern, die mit weit über 50 Jahren Seite an Seite mit Schülern und Studenten spielen. Und so heiß es auch im Gefecht zugeht, am Ende geben sich alle Spieler und Teams die Hand und sitzen bunt gemischt zusammen und lassen den Spieltag Revue passieren.
(Weiter in Teil 2)

20.10.2012
11:46
Kein Paradies für Plastik-Schützen
von Keule52 | #24

Also wenn man schon als, Zitat, "Kämpfer" tituliert wird, weiß man ja was die Leute von diesem Hobby oder Sport halten. WIR SIND UND WERDEN KEINE "WEHRSPORTLER"! Im weiteren sind die Behörden wohl nicht daran interessiert Gewerbesteuern zu kassieren oder Arbeitsplätze zu schaffen. Seien es auch nur 400€ Jobs. Lieber steht das Gebäude leer und vergammelt. Wenn diese Personen sich mal ein bisschen mit der AS und Realactionszene auseinandersetzen würden, würden diese merken, das es sich hierbei um eine Tolerante Szene handelt! Egal welcher Religion oder Herkunft, jeder ist willkommen!

20.10.2012
10:20
Kein Paradies für Plastik-Schützen
von kadiya26 | #23

Ich bin kein Airsoftspieler. Und ich plädiere sehr für die Idee, im Kaufhof ein Areal für diesen Sport unterzubringen. Wir brauchen ausgefallene Lösungen, das bisherige Nullachtfuffzehn ist auf ganzer Linie gescheitert.

Und ich halte es für ausgesprochenen Quatsch, in diesem Zusammenhang von ballerwütigen, potentiellen Amokläufern zu reden. Auf so eine Aussage kommt z.B. in Richtung Schützen- oder Jägervereine auch kein Mensch. (Jedenfalls keiner von denen, die Airsoft mit dieser Argeumentation ablehnen.)

Wenn die Enscheider in Oberhausen nicht endlich Mut und Fantasie entwickeln, werden die verursachten Schäden bald irreversibel. Leider herrscht in Verwaltung und City-Management der Grundsatz "wat der Buur nicht kennt, dat frißt er nicht".

20.10.2012
10:13
Kein Paradies für Plastik-Schützen
von Steffenkiendl | #22

Ich spiele schon über 12 Jahre Airsoft und bisher gibt es nix gescheites für die GROSSE Anzahl von Spielern !!!
In Deutschland würde so ein Spieleparadies sehr gut ankommen da das Puplikum sehr Gross ist und es sowas leider noch nicht gibt .. (Paintball wird ja auch unterstüzt) !! Warum Airsoft nicht !?!
Man sollte sich mal an einen Tisch setzen und miteinander reden .. das Thema Airsoft wird immer abgerschmettert warum auch immer !?! Wir werden in eine Schublade gesteckt in die wir Airsoftler nicht gehören .. das ist Sehr schade !! Warum nicht mal darüber Sprechen ..
Bei den Paintballern wurde auch zugehört und es gibt Spielehallen wo sie sich austoben dürfen .


2 Antworten
Kein Paradies für Plastik-Schützen
von Keule52 | #22-1

Tja.... Paintballspieler im klassischen Sinn rennen in bunten Klamotten rum und haben Markierer im Klingonenblasterstil. Da kann man ja nicht das potenzielle "Amokläufertraining mit echt anmutenden "Waffen"" erkennen. Sobald man Tarn an hat und Anscheinswaffen benützt ist man doch raus.... Nur das dazu. Sicher ist das die Sache des Vermieters oder Besitzers. Nur leider muss man ja einen Flächennutzungsänderungsplan beantragen. Dieser wird von der Behörde abgesegnet oder nicht. Ergo, wenn der Behörde nicht passt, was da laufen soll.... Feierabend.

Kein Paradies für Plastik-Schützen
von Keule52 | #22-2

Tja.... Paintballspieler im klassischen Sinn rennen in bunten Klamotten rum und haben Markierer im Klingonenblasterstil. Da kann man ja nicht das potenzielle "Amokläufertraining mit echt anmutenden "Waffen"" erkennen. Sobald man Tarn an hat und Anscheinswaffen benützt ist man doch raus.... Nur das dazu. Sicher ist das die Sache des Vermieters oder Besitzers. Nur leider muss man ja einen Flächennutzungsänderungsplan beantragen. Dieser wird von der Behörde abgesegnet oder nicht. Ergo, wenn der Behörde nicht passt, was da laufen soll.... Feierabend.

19.10.2012
15:07
Kein Paradies für Plastik-Schützen
von Schmachtendorfer82 | #21

Ist das nicht Sache des Mieters was er in seinen Räumlichkeiten macht? Was mischt die Stadt sich da ein? Sollen doch froh sein, wenn die Flächen bezahlt werden.
wie war das noch: "Wenn man über nagelneue Straßen hineingleitet in das satte Backsteinrot von Raesfeld, die blank polierten Familienkutschen sieht und auf einem kostenfreien Parkplatz sein Auto abstellt, dann vergisst man, dass Deutschlands Pleitehauptstadt ganz nah ist: Oberhausen. "

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/raesfeld-wie-eine-gemeinde-die-schulden-abtrug-a-860837.html

19.10.2012
10:05
Kein Paradies für Plastik-Schützen
von Red92 | #20

Servus ich melde mich hier mal zu Wort da es mich grundsätzlich auch betrifft.
man hört ja immer wieder von den medien wie schlimm die Airsoftler doch wären und das alles potenzielle amokläufer usw..., das ist bullshit! Ich bin in einem professionellen Airsoftteam und bin stolz dabei zu sein! Wir müssen uns täglich mit den gesetzen und behörden befassen egal was wir tun und muss sagen das es nicht immer ein zuckerschlecken ist.
aufgrund der Rechtslage und wie in dem Artikel beschriebener not an spielgeländen für uns, weichen viele ins ausland aus, wir nehmen fahrten auf uns von bis zu 5 stunden nur um unseren sport auszuüben. Uns unterscheidet aber kaum was zu einem normalen schützenverein, wir haben regeln, wir haben begrenzungen und wir achten die Gesetze was man leider nicht von allen behaupten kann..
die Medien sehen leider immer nur die schwarzen schafe wie überall eben, nur beim thema "waffen" werden alle hellhörig!
Ich finde den artikel super da er objektiv ist :)

18.10.2012
22:41
Kein Paradies für Plastik-Schützen
von SvKl | #19

zu Dragon123 seinem Kommentar muß ich noch eines zu sagen . Die "überwachung" oder "Kontrolle" dieser Sportart ,die klar exestiert ,und anscheinend ein Dorn im Auge ist, ist leichter wenn es einen Ort gibt. Soll heißen: Keine Behörde muss "Angst" das es aus dem Legalem in das Illegale rutscht da Betreuung und Aufsicht da ist . Auch wenn man es in dem Professionellen Bereich dieses Sportes nicht von nöten ist . Also auch eine Art der Hilfe für die Stadt.

18.10.2012
21:33
Kein Paradies für Plastik-Schützen
von Dragon123 | #18

Hier gehts weiter...

Teams die in der glücklichen Position sind, ein eigenes Gelände zu besitzen, versuchen diesen Zustrom an neuen Spielern zu kanalisiern und neuen Spielern die Regeln im Umgang mit dem Spielgerät und auch den Gesetzlichen Hintergrund zu vermitteln.
Jedoch sind diese Möglichkeiten sehr rar gesät da leider immer wieder Bemühungen zum Erwerb oder die Zulassung für ein solches Gelände an solchen Betonköpfen von Politikern zerschellen.
Würde die Politik offener mit der Thematik umgehen so könnten sich die Medien die leider regelmäßig auftauchenden Artikel über "Kriegsspieler im Wald oder Kinder rennen mit Kriegsgerät duch die Gegend" sparen, denn dann wüssten die noch unerfahrenen Spieler wenigstens wo sie legal spielen könnten und Hilfe so wie Regelkunde bekommen könnten.
Nun denn ich hoffe das ich nun meinen Standpunkt der Sache klargemacht habe und mal den ein oder anderen Redakteur zum nachdenken bewege insofern das einer liest.

1 Antwort
Kein Paradies für Plastik-Schützen
von Codemancer | #18-1

Na so war das doch schon immer. Wenn man als Neuling in die Szene kommt, findet man erstmal kaum eine Anlaufstelle, wo man sich Anschließen kann. Die ersten Gehversuche geschehen dann leider auf "illegalem" Grund.

Würde man diese Sportart endlich tolerieren und anerkennen, was schon lange überfällig ist, hätte man, wie Sie folgerichtig festgestellt haben, diese Probleme nicht mehr. Es würden sich richtige Vereine auftun, die ihr Hobby nicht bloß unter vorgehaltener Hand verbreiten.

18.10.2012
21:25
Kein Paradies für Plastik-Schützen
von Dragon123 | #17

Guten Abend zusammen,

da ist es mal wieder das Gespenst der "Kriegsspieler, potentiellen Amokläufer und Waffenfetischisten". Es ist doch mal wieder der alte Hut wie jedesmal sobald es um eine Sportart die das Schiessen als Kernstück besitzt aus dem Hut gezaubert wird.
Die politiker und offiziellen "***********" verfallen in den üblichen Aufschrei und die Medien marschieren im Gleichschritt und reden von "Kriegsspielen, martialisch gekleideten Menschen und Kriegern" davon ab warum diese Menschen so gekleidet sind wird nicht nach gefragt.
Das es sich um eine Sportart die, die Teamfähigkeit in höchstem Maße fördert und Fairness sowie Soziales Engagement als wichtigste Grundeigenschaft der Spieler benötigt wird totgeschwiegen.
Airsoft ist schon lange keine Randerscheinung mehr, im Gegenteil. Die Absatzzahlen an Spielgerät und der Zulauf an Airsoftspielern ist in den letzten Jahren rasant gestiegen. Weiter im 2. Beitrag......

1 Antwort
Kein Paradies für Plastik-Schützen
von Dragon123 | #17-1

Ich hätte bitte gerne eine Erklärung warum ein Teil dieses Kommantars Zensiert worden ist. Es wurden weder Beleidigungen noch persönliche Angriffe gegen irgendwelche Ethnien, Gruppen oder Personen geschrieben.
Die Wortkreation obliegt jedem Menschen der eigenen Interpretation und ist somit komplett wertfrei verfasst.

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