Kein Geschwätz von gestern

In der Gemeindeversammlung Königshardt/Schmachtendorf informierte ein dazu beauftragter Architekt die Anwesenden über die vom Presbyterium „beschlossenen“ Veränderungen im Gebäudebestand der beiden Gemeindeteile. Hauptbestandteil seiner Ausführungen waren die beiden Kirchen und Gemeindehaus bzw. -zentrum sowie die Finanzierung der geplanten Veränderungen. Danach sollen Wohnungseigentum und Gemeindehaus in Königshardt sowie Kirche und Pfarrhaus, einschließlich Grundstück, in Schmachtendorf verkauft werden. Hier wird die obere Denkmalbehörde des LVR in Pullheim Probleme bereiten, für die die Schmachtendorfer Kirche laut Gutachten ein Denkmal ist. Ein Abriss würde nicht genehmigt. Auf die Frage des Unterzeichners bzgl. der wirtschaftlichen Finanzierbarkeit der Denkmalbehörde gegen den Abriss der Kirche konnte keine Antwort gegeben werden. Eine weitere Frage des Unterzeichners nach der Richtigkeit einer Vereinbarung über die Erhaltung von zwei Predigtstätten für die fusionierte Gemeinde wurde vom Moderator mit einem klaren „Nein“ beantwortet. Diese Aussage, scheint mir, hat sehr wenig gemeinsam mit der mir nun vorliegenden „Fusionsvereinbarung“, wo es heißt: „Die beiden Kirchen bleiben erhalten. Hier werden weiterhin jeden Sonntag Gottesdienste durchgeführt. Sie sind die zentralen Versammlungsstätten der Gemeinde und werden ebenso wie die beiden Gemeindehäuser weitergeführt.“ Dass jemandem hin und wieder gedanklich mal etwas entfallen kann, könnte ich entschuldigen. Dass aber gleich mehrere, maßgeblich an der Ausarbeitung der Fusionsvereinbarung Beteiligte sich an eine so wichtige Passage nicht mehr erinnern, macht mich doch sehr misstrauisch und erinnert mich in eklatanter Weise an den Ausspruch eines Altbundeskanzlers: Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern. Der Gemeinde wird also der wahrheitsgemäße und volle Sachverhalt vorenthalten.