Kaufleute in Oberhausen arbeiten mit Druck gegen Kaugummis

Sterkrader Kaufleute und Reinigungsexperten testeten am Samstag eine neuartige Reinigungsmaschine gegen Dreck auf Pflastersteinen.Foto:Fabian Strauch
Sterkrader Kaufleute und Reinigungsexperten testeten am Samstag eine neuartige Reinigungsmaschine gegen Dreck auf Pflastersteinen.Foto:Fabian Strauch
Was wir bereits wissen
Festgefressene Kaugummis verschandeln die Pflastersteine in der Fußgängerzone von Oberhausen-Sterkrade. Eine Spezialfirma geht dagegen vor.

Oberhausen.. Sie sind Spuren längst bearbeiteter Kauvorgänge: Klebrige Kaugummis haben sich auf vielen Pflastersteinen festgefressen. Einige von ihnen haben so Jahrzehnte überdauert und ihre Farbe von einst hellem Weiß in ein Schmutz überzogenes Dunkel gewechselt. Wenn es nach der Sterkrader Interessengemeinschaft (Stig) geht, soll sich das in der Sterkrader Innenstadt ändern.

Am Samstag testete die Spezialfirma Metras aus Drolshagen auf dem Pflaster den Prototypen eines Reinigungswagens, der mit der Spezialbürste „Swing“ die Oberflächen des Pflasters reinigt.

Dabei sollen nicht nur die klebrigen Gummispuren zu etwa 90 Prozent verschwinden, sondern auch Dreck und Schmutz entfernt werden, die sich über die Jahre angesammelt und auf dem Stein festgesetzt haben, gibt Metras-Geschäftsführer Herbert Schulte an.

Handlanze gegen Härtefälle

Der Test lockte Kiebitze an: Eine Wirkung war nach der ersten Fahrt des Reinigungsmobils jedenfalls erkennbar. „Man sieht einen deutlichen Unterschied“, meint der Stig-Vorsitzende Robbie Schlagböhmer. Tatsächlich sieht der Pflasterstein aus wie in einer Vorher-Nachher-Werbung für Waschmittel. Die Kante, an der die Bürsten entlang fuhren, war erkennbar: die Steine wurden heller, Kaugummis verschwanden, obgleich sie sich nicht alle restlos vom Pflaster lösten. Schulte: „In solchen Härtefälle, können Mitarbeiter diese mit einer manuellen Handlanze lösen.“

Wie aber funktioniert die neue Reinigungsmaschine überhaupt? „Sie verwendet keinen klassischen Wasserhochdruck, sondern eine Kombination aus Heißwasser und schwingenden Bürsten“, erklärt Herbert Schulte. „Das Wasser wird abgesaugt und kann mehrfach wiederverwendet werden.“

Auf der Einkaufsstraße zeigte sich zudem eine kleine Überraschungen, die Thomas Böcke von den in Oberhausen ansässigen Basementwerken erklärt: „In der Sterkrader Innenstadt gibt es drei verschiedene Farben von Steinen, die nach einer hartnäckigen Verschmutzung kaum voneinander zu unterscheiden sind.“ So zeigte sich nun aber vor allem die Farbe der weißen Kantensteine deutlicher.

Als Testgebiet wählten die Kaufleute eine 400 Quadratmeter große Fläche vor dem Hotel zur Post aus. Vor der Fleischerei Kürten und der Eisdiele sei die Quote der Kaugummis besonders hoch, da diese hier vor dem Schlemmen oft auf fiese Art den Weg zum Boden finden.

Neue Bürsten arbeiten schneller

Die Stig will die Ergebnisse der Stadt vorstellen. Zwei bis drei Euro kostet die Reinigung mit dem neuen Gerät pro Quadratmeter. Dies, rechnet Schulte vor, sei durch die Zeitersparnis rund drei Mal weniger als bei einer Handreinigung.