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Katzen-Elend in Oberhausen - „Schläfern Sie ihn ein!“

25.01.2012 | 10:14 Uhr
Katzen-Elend in Oberhausen - „Schläfern Sie ihn ein!“
Kater Kurt fühlt sich auf dem Arm von Eveline Müller zwar wohl, hätte aber dennoch gern seine eigenen Menschen.Foto: Gerd Wallhorn

Oberhausen.   Noch nie versuchten so viele Menschen, ihre Tiere los zu werden oder sie einschläfern zu lassen, wie in den vergangenen zwei Jahren. Die Katzenhilfe Oberhausen kann die Kosten für das Katzenhaus, Tierärzte, Futter und Streu kaum noch stemmen.

Eveline Müller gesteht, dass sie manchmal nicht mehr ans Telefon gehen möchte. Seit 27 Jahren leitet sie die Katzenhilfe in Oberhausen . Aber so schlimm wie in den vergangenen zwei Jahren sei die Situation der Tiere noch nie gewesen. „Das Telefon schellt bei mir schon morgens um 7 Uhr“, sagt die Tierschützerin. Ungeheuerlich, wie viele Menschen ihre Katzen abgeben wollen. Vermehrt werden auch alte Tiere einfach entsorgt.

„Die Anrufer setzen einen unglaublich unter Druck, und bei dem Gedanken, was mit Katzen passiert, die wir nicht aufnehmen können, wird mir ganz anders“, sagt Müller. Denn natürlich sind auch die Kapazitäten der Katzenhilfe irgendwann erschöpft.

„Die Leute werden immer verantwortungsloser“, erklärt sich Müller die ausweglose Situation vieler Samtpfoten. Manche Menschen seien vielleicht auch wirklich verzweifelt, weil Tierheime oder Tierhilfsorganisationen kaum noch Abgabetiere aufnehmen können. Dafür müssen einfach schon zu viele Fundtiere untergebracht werden. Außerdem: Es mehren sich die Fälle von Menschen in finanziellen Nöten, die notwendige tierärztliche Behandlungen ihrer Vierbeiner nicht mehr tragen können. Und auch das Schicksal dieser Tiere ist oft besiegelt.

Tragische Katzenschicksale

Hier nur einige tragische Katzenschicksale: Die hübsche Happy wurde 2005 auf dem Großmarkt in Duisburg gefunden. Kam zur Katzenhilfe, die sie an eine Oberhausenerin vermittelte. Jetzt tauchte sie wieder in Duisburg auf, wurde von einer Dame gefüttert. Anhand ihrer Tätowierung konnte Happy als ehemaliges Katzenhilfe-Tier ermittelt werden. „Ihre Besitzerin ist unbekannt verzogen“, sagt Müller. Happy hatte sie einfach auf die Straße gesetzt. „So etwas passiert häufig“, bedauert die Tierschützerin.

Gini (10) hatte einen Menschen. Doch der Mann, der sogar Mitglied bei der Katzenhilfe war, starb. Feuerwehr und Polizei informierten die Katzenhilfe. Nun sitzt Gini, eine schwarze Katzendame, im Katzenhaus.

Tibi (5) ist ein prächtiger rot-weißer Britischkurzhaar-Kater. Eveline Müller erzählt: „Sein Besitzer hat ihn beim Tierarzt auf den Tisch geknallt und verlangt, ‘schläfern Sie ihn ein’“. Grund: Tibi hatte eine Blasenentzündung und Harngrieß. Mittlerweile wurde er behandelt, geht es ihm wieder bestens. Er könnte gut zu einer anderen Katze vermittelt werden, braucht aber möglicherweise ein Spezialfutter.

Info
Katzenhilfe im Fernsehen

Im Haustiermagazin „Hundkatzemaus“ erhält man bei Vox am Samstag, 4. Februar, um 18 Uhr einen Einblick in die Arbeit der Oberhausener Katzenhilfe.

Auch Pascha sollte eingeschläfert werden. Grund: eine Verletzung am Auge. Eveline Müller: „Es sah zunächst so aus, als könnte das Auge nicht gerettet werden. Eine einäugige Katze wollte der Besitzer nicht.“ Pascha kam zur Katzenhilfe und behielt nicht nur sein Leben, sondern auch das verletzte Auge.

Die kleine, „super liebe“ Josefa, eine schildpattfarbene Katze, wurde in einem Mini-Transportkorb an der Josefkirche in Schmachtendorf gefunden. Deshalb auch der Name Josefa. Auch sie landete bei der Katzenhilfe. „Ich kann das einfach nicht nachvollziehen, warum man so ein liebes Tier einfach aussetzt“, verzweifelt Müller.

All diese Katzen und viele weitere suchen dringend ein neues Zuhause.

Spenden unerlässlich

Viele Städte klagen über Populationen unkastrierter wilder Katzen. „Solche Gruppen gibt es bei uns auch“, sagt Eveline Müller. Da sie, sobald sie von unkastrierten Tieren erfahren, diese aber sofort kastrierten, sei die Situation hier nicht so dramatisch. Allerdings setzen Leute an Futterstellen, wilde kastrierte Tiere müssen täglich versorgt werden, immer wieder Katzen aus.

Müller: „Wir haben uns extra Wildkameras angeschafft, die an manchen Futterstellen eingesetzt werden, um den Überblick über die Katzengruppen zu behalten.“ All das kostet. Allein die Miete für das Katzenhaus 865 Euro im Monat. Die Tierarztkosten der letzten zwei Monate verschlangen 6300 Euro. Die Tierschützer sind dringend auf Spenden angewiesen.

Mehr Infos: www.katzenhilfe-oberhausen.de

Flaschenkinder

Andrea Micke

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Kommentare
25.01.2012
21:06
@ von DonKlosimHals | #1
von ultron | #5

#1 von DonKlosimHals:

Habe selten so ein zusammenhangloses und dummes Zeug gelesen wie Ihren Kommentar. Zunächst einmal ist Ihr Hinweis auf Tiere aus dem Ausland im Zusammenhang mit der Katzenhilfe Oberhausen völlig am Thema vorbei.

Die Mitarbeiter der KHO kümmern sich meines Wissens in aufopfernder Weise ausschließlich um ausgesetzte und herrenlose Tiere vor Ort in Oberhausen und Umgebung, das sind mehr als genug. Da die städtischen Tierheime überall - nicht nur in Oberhausen - überquellen und die meisten Städte kein Geld mehr haben um der Lage Herr zu werden, kann man Bürger/innen, die private Initiative ergreifen und Geld und Freizeit dafür opfern, nur bewundern und unterstützen.

Statt dessen tierliebende Menschen als vereinsamte, kontaktarme Bekloppte zu bezeichnen, die nur das Tierelend sehen und keinen Gedanken an menschliches Elend auf der Welt verschwenden, ist eine ziemlich unverschämte Unterstellung und obendrein beleidigend.

Wenn Sie beklagen, dass es soviel unendlich Wichtigeres gibt als Tierhilfe, frage ich mich, warum Sie nicht selbst mit gutem Beispiel voran gehen und beispeilsweise in Afrika gegen menschliches Elend kämpfen? Und selbst wenn Sie es tun würden, gibt es Ihnen noch lange nicht das Recht, hier Leute zu beschimpfen, die sich einer anderen Aufgabe gestellt haben.

Aber wenn Sie sich hier schon wie unter primitiven Affen fühlen, wären Sie in Afrika wohl auch fehl am Platz.

Vielleicht beherzigen sie das nächste Mal vor dem Schreiben Ihren eigenen Rat und schalten erst das Hirn ein, Sie Intelligenzbolzen. (Vielleicht klappt´s dann auch besser mit der Rechtschreibung)

PS: ich habe diesen Text unabhängig und bereits vor bluemchen1960|#4 geschrieben, nur später abgeschickt. Sie hat aber genau meine Meinung bewundernswert freundlich ausgedrückt - deshalb ich lege Wert auf die Feststellung, dass ich kein Mitglied der KHO bin, damit kein falscher Eindruck ensteht.

(und verschonen Sie mich um Gottes Willen mit einer Antwort, DonKlosimHals)

1 Antwort
Katzen-Elend in Oberhausen - „Schläfern Sie ihn ein!“
von vogt1 | #5-1

Danke für den tollen Kommentar - ich bin auch Ihrer Meinung

25.01.2012
19:51
Katzen-Elend in Oberhausen - „Schläfern Sie ihn ein!“
von bluemchen1960 | #4

@DonKlosimHals
Ich frage mich was dieser agressive Ton soll? In dem Artikel ist nicht mit einem Wort die Rede von "importierten" Tieren. Richtig ist, dass wir ebenfalls dagegen sind, dass zu dem Tierelend in Deutschland noch Tiere aus dem Ausland angekarrt werden. Jedes Tier aus dem Ausland nimmt einem Tier aus unseren Tierheimen die Chance auf ein neues Zuhause oder landet zusätzlich ebenfalls im Tierheim wenn die Besitzer z.B. mit dem Tier überfordert sind. Man braucht sich auch nichts vor zu machen, wir haben hier mit den Katzen bald südländische Zustände. Dass Tierschützer Tiere über den Menschen stellen kann nur jemand behaupten der keine Ahnung von der Materie hat. Oft ist Tierschutz auch Hilfe für den Menschen. Wenn Sie sich ernsthaft und ehrlich für die Hintergründe interessieren können Sie sich gerne melden und zwar ohne sich hinter einem Synonym zu verstecken. Auf der Homepage der Katzenhilfe Oberhausen stehen die Kontaktpersonen mit Telefonnummer und Emailadresse.
@hannes1976 ich gebe Ihnen vollkommen Recht, dieser Welpenverkauf ist jedem Tierschützer ein Dorn im Auge, gehen Sie auf die Seite von PETA und beteiligen Sie sich an den Protesten gegen diese Art des Tierhandels.
@wolke286
Die Frage wohin mit all den Katzen stellen wir uns auch. Um so wichtiger ist für uns die finanzielle Unterstützung damit wir so viele Katzen wie möglich kastrieren können.

freundliche Grüße
Gudrun Brandt
Mitglied der Katzenhilfe Oberhausen

25.01.2012
18:01
@hannes1976
von wolke286 | #3

Bitte jetzt nicht hier auch noch mit Zajac anfangen! Das hat hier auch nichts zu suchen, wo es um Katzen in Oberhausen geht.

Ich finde es wirklich schlimm, wie manche Menschen mit ihren Tieren umgehen.Meine Katze könnte ich niemals im Leben aussetzen.
Sobald Tiere anfangen Geld zu kosten, werden sie ausgesetzt oder sonst was.
Auch mir ist übertriebene Tierliebe ein Dorn im Auge, aber man kann doch nicht alle Tiere die herrenlos sind etc. einschläfern. Nur frage ich mich aber auch, wohin mit den ganzen Katzen usw., wenn sie nicht vermittelt werden können.

25.01.2012
13:06
Katzen-Elend in Oberhausen - „Schläfern Sie ihn ein!“
von hannes1976 | #2

wir machen es den Leuten ja einfach.

Zoo Zajac fängt mit seinen Welpenverkauf an und keiner achtet darauf ob das Tier eine gute Hatung bekommen wird oder nicht.

Ich frage mich wo er die Welpen her hat und was mit denen geschieht die nicht verkauf werden. Es ist doch klar da die Hunde schon gestört verkauft werden.

25.01.2012
10:27
„Schläfern Sie ihn ein!“
von DonKlosimHals | #1

Nur jammern und jammern.Liebe Tierschützer bevor ihr immer nur rum heult strengt mal eure Hirne an.Wir leben in Deutschland aber ihr habt nix anderes zutun als die ganze Welt nach misshandelten Tieren ab zu suchen und diese dann nach Deutschland zu bringen.Dann erscheinen so Anzeigen wie Juan hat zig Jahre in Spanien auf der Strasse gelebt und wurde von uns gerettet und sucht jetzt endlich das Glück seines Lebens.Habt ihr noch alle bzw merkt ihr noch was.Man sollte klipp und klar den Leuten verbieten Tiere die misshandelt wurden von auusserhalb Deutschlands einzuführen.Wisst ihr eigentlich wievviele Kinder,Menschen auf der ganzen Welt misshandelt werden.Anscheinend nicht, sonst würde hier wohl kaum son Spruch stehen wie „Die Menschen werden immer verantwortungsloser“Nein genau das gegenteil ist der Fall ihr werdet immer bekloppter mit euerer Tierliebe die wahrscheinlich daher rührt das ihr selber vereinsamt lebt und die Tiere euch die normalen sozialen Kontakte ersetzen.Langsam kommt mir unsere Welt vor wie ein Planet von primitiv denkenden Affen...

3 Antworten
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von hannes1976 | #1-1

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von Sue_Nami | #1-2

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von Dampflok | #1-3

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