Katastrophal und niederschmetternd
30.05.2008 | 20:46 Uhr 2008-05-30T20:46:16+0200KLAUSUR. CDU rechnet mit Wehling ab. Widerstand gegen Groß-Spielhalle angekündigt. Dirk Buttler wird OB-Kandidat.
Halbzeit in Überherrn bei der Klausurtagung der CDU-Ratsfraktion. Seit gestern Abend und noch bis zum Sonntagmittag befassen sich die Christdemokraten mit dem Schwerpunkt Haushaltskonsolidierung und haben dazu Kämmerer Bernhard Elsemann und Maria Gutthoff als Leiterin des Bereichs Beteiligungen anreisen lassen. Vorher rechnete die CDU ab: mit dem Oberbürgermeister mit einigen Projekten der Stadtentwicklung. Und sie stellte vor, wie sie in die nächsten Wahlen gehen will.
Ziemlich genau ein Jahr vor der nächsten Kommunalwahl stellte Fraktionsvorsitzender Daniel Schranz Oberbürgermeister Klaus Wehling ein vernichtendes Zeugnis aus. "Katastrophal" sei die Wirtschaftspolitik: "Oberhausen hat als einzige Stadt im Ruhrgebiet negatives Wirtschaftswachstum." Ein "Trauerspiel" sei die Entwicklung von Projekten zum Strukturwandel: "Der OGM-Versuch, Unternehmer zu spielen, ist kläglich gescheitert." Und "niederschmetternd" sei der Schuldenstand: "In Wehlings Amtszeit haben sich die städtischen Schulden innerhalb von vier Jahren von 699,9 Millionen Euro auf 1,629 Milliarden Euro mehr als verdoppelt." Zwar räumte Schranz ein, dass auch Bund und Land belastend wirkten, erklärte jedoch: "Für diese Entwicklung trägt auch der Oberbürgermeister Verantwortung."
Erfolge habe Wehling allerdings auch zu verzeichnen: Weihnachtswald, City-Fassadenprogramm, Lesen erleben. Schranz: "Das reicht vielleicht für einen Bezirksbürgermeister, aber auf keinen Fall für die Bilanz eines Oberbürgermeisters."
Damit war er schon bei personellen Vorentscheidungen zu den nächsten Wahlen. Schranz wird nicht erneut als Oberbürgermeister kandidieren, sondern sich auf den Rat konzentrieren und ein Landtags-Mandat anstreben: "Die Kombination ist sinnvoll und erstrebenswert." Als OB-Kandidat ist Dirk Buttler favorisiert. Die Nominierung des Dezernenten für Umwelt, Recht und Ordnung wird aber der Kreisparteitag beschließen. Vorsitzender Wilhelm Hausmann kündigte die Bildung einer Findungskommission an. Erklärtes Ziel bei der Kommunalwahl: Brechen der SPD-Mehrheit und Annäherung an 40 Prozent, "um zukünftig mitgestalten zu können".
24-Stunden-Betrieb für Spieler
Massiven Widerstand kündigt die CDU-Führung gegen das Vorhaben eines Investors an, der auf dem Stahlwerksgelände (unmittelbar neben dem Fraunhofer-Institut) angeblich eine Groß-Spielhalle mit 150 Daddel-Automaten im 24-Stunden-Betrieb einrichten will. Die Firma "Immo-West" habe bereits ein 10 000 Quadratmeter großes Grundstück gekauft, zwei Grundstücke daneben sollen auch im Visier von Automatenzockern sein. Schranz: "Wir lassen an der Osterfelder Straße kein Klein-Las Vegas zu." Im Bebauungsplan sind für die genannten Flächen laut Buttler "deutliche Aufweichungen" des seit Jahren von der Stadt verfolgten Kontra-Kurses enthalten, Buttler: "Man weiß, dass 40 Prozent des Umsatzes in solchen Betrieben von pathologischen Spielern verursacht werden. Geldautomaten haben von allen Wettspielen das höchste Suchtpotential!" Und Schranz fragt: "Wie passt das eigentlich in die Landschaft, zumal gleichzeitig über Kürzungen bei Suchtberatung und psychosozialer Hilfe nachgedacht wird?" Den Einwand, dass Spielhallen (ein ähnliches Projekt ist an der Turbinenhalle geplant) nicht wenig Geld in die Stadtkasse spülen, lässt Schranz nicht gelten: "In den ersten neun bis zehn Jahren werden die keine Gewerbesteuer zahlen."
Für gescheitert hält die CDU die Projekte Kindermuseum und Europahaus. Was Letzteres angehe, bleibe "eine Revitalisierung des Europahauses wichtig für die Innenstadtentwicklung, solle aber in privater Trägerschaft entstehen." Zustimmung erhält die Thyssen-Ansiedlung am Waldteich. Ohne Vorwurf an die Stadt geht's aber auch hier nicht. In der Frage der verkehrlichen Erschließung "agiere sie bisher deutlich zu defensiv". Was die CDU ändern will - unter anderem mit einer Sitzung "als offene Fraktion vor Ort."

22:58
Es wurden so viele Projekte in den Sand gesetzt- mit großer Ankündigung - da würde ich als Landesregierung gerade bei Oberhausen erst mal nein sagen. Der Coup mit dem Centro ist Drescher ja gut gelungen, aber Drescher ist nicht mehr OB. Wehling und Co.regieren die Stadt, nur um der Macht wegen.Hab ja schon geschrieben- es kann nur besser werden- nur nicht mit den Genossen.
22:46
Um den Genossen einen Gefallen zu tun? Erst sollte mal mit dem Filz aufgeräumt werden, dann kann man auch gute Politik machen.
21:59
Deswegen läuft der Buttler seit Wochen wie ein aufgeblasener Gockel durch die Gegend.
Welchen Einfluß haben unsere städtischen CDU Größen denn in Düsseldorf?
Gar keinen, sonst wären sie nämlich dort auch schon mal mit ihren Wünschen erhört worden, siehe Garten Dom und ehemals geplante Schießanlage in Osterfeld.
20:43
Die CDU hat schon einiges versucht zu bewegen,aber alles wurde von der Mehrheitsfraktion grinsenderweise vom Tisch gefegt. Die Stadt gehört uns. Wenn sie doch keiner gewählt hat, woher kommt denn dann die Mehrheit der SPD? Meckern und draufhauen hilft nichts- Warum gebt ihr den Schwatten nicht die Gelegenheit zu zeigen, dass sie es besser können. ( Is ja keine Kunst,schlechter gehts ja nicht :-)
17:14
Zu ibob: Es wäre schlimm, wenn Herr Schranz im Landtag erfolgreicher sein würde als in der Stadt OB.
Meine Stimme wird er jedenfalls nicht bekommen. Und noch etwas: Ich glaube, Herr Schranz wäre froh,
wenn er es denn zum Bezirks-Ober-Bürgermeister
bringen würde.
16:54
Ob Herr Schranz im Landtag weniger erfolglos seien wird als in Oberhausen bleibt abzuwarten.
In einem Punkt hat er aber leider Recht:
Oberhausen besitzt z.Zt. nur einen Bezirks-Ober-Bürgermeister.
16:24
Die CDU soll sich in OB doch endlich einmal an die eigene Nase fassen. Sie hat die Situtation durch ständiges Nichtstun doch hingenommen. Eine solch
schwache Opposition habe ich noch nie erlebt, sie
ist auch nicht vorstellbar. Und jetzt will Herr Schranz
auch noch in den Landtag bzw. ins Europaparlament
einziehen, mit welcher Berechtigung??
09:42
Wie hat Herr Wehling eigentlich die Verdopplung der Schulden in Oberhausen während seiner Amtszeit geschafft? Man kann hier sicherlich nicht alles auf Land und Bund etc. abschieben, da sich die Schulden in anderen Ruhrgebietsstädten wohl nicht verdoppelt haben.
01:08
Wieder einmal: blah, blah, blah...
23:28
Herr Buttler als ein Mann, der weiß wie es geht?
Ne ist klar...
Herr Buttler ist Jurist und Chef (Dezernent) für Recht und Ordnung in Oberhausen.
Fällt irgendwem auch nur ein Prozess ein den Herr Buttler ein den die Stadt Oberhausen, also in dem Fall Herr Buttler, mal gewonnen hat.
Der Herr Jurist hat bisher nur vergeigt...