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Kann jemand aus Liebe töten?

03.02.2010 | 17:44 Uhr
Kann jemand aus Liebe töten?

Eine Premiere steht am Oberhausener Theater an: „Sauerstoff”, das Stück des russischen Autors Iwan Wyrypajew, stellt Fragen nach der Musik des Lebens.

„Sauerstoff”, ein Stück des russischen Dramatikers Iwan Wyrypajew, wird am Samstag, 6. Februar, um 19.30 Uhr im Malersaal des Theaters aufgeführt. „Für alle, die sich mit sich und ihrer Umwelt auseinandersetzen”, sagt Michael Masberg, der Regisseur. „Sauerstoff brauchen wir zum Atmen. Er steht für unsere Bedürfnisse nach Liebe, Religion, Musik und stellt Fragen wie: Was treibt uns an, was hält uns am Leben?” Es handele sich auch um eine Liebesgeschichte, die allerdings mit Mord und Totschlag ende.

Masberg und sein Team, Stefanie Dellmann (Bühne), Anna Ignatieva (Kostüme) Alessandro Marra (Gitarre), Tilman Raabke (Dramaturgie) und die Schauspieler Angela Falkenhan, Gabriela Ryffel und Caspar Kaeser, haben sich entschlossen, das Stück, das 2000 vom Autor selbst uraufgeführt wurde und die christliche Heilslehre mit einer Welt des religiösen Terrors konfrontiert, westeuropäisch anzugehen. „Wir haben die Ansichten der Beteiligten geprüft”, so Masberg. „Wir sind nicht Moskau, wir müssen manches durch eine andere Brille sehen.” Dem Original, in dem nur ein „Er”, eine „Sie” mitspielen, haben sie eine Person hinzugefügt als „dritte Figur, die ein bisschen neben dem Geschehen steht”. Gabriele Ryffl, Absolventin der Folkwangschule, wird sie spielen. Einen „künstlerischen Abend” verspricht der Regisseur, „schlank und direkt, unmittelbar, pur, konzentriert.” Dauer: etwa eine Stunde.

Dazu passt, so Stefanie Dellmann „ein assoziatives Bühnenbild”. Das sich weder mit der Zeit noch mit dem Ort festlege und „ohne großen technischen Aufwand funktioniert”. Der Grund: „Das Stück kann überall spielen.” Schließlich bleibt das Thema stets aktuell, denn immer wird es junge Generationen geben, die sich auf die Suche nach einer eigenen Identität begeben, die Werte nicht einfach hinnehmen und anerkennen wollen, sondern sie ihre Tauglichkeit prüfen. Das passiert in „Sauerstoff” mit den Geboten. Kann etwa jemand aus Liebe töten?

Als Erfolg für die Aufführung wünscht sich Michael Masberg – er hat übrigens im Malersaal die „Das Herz eines Boxers” und „Messer in Hennen” inszeniert, „dass die Zuschauer mit unterschiedlichen Ansichten herausgehen”. Ein wichtiges Element, das „das Stück hebt”, sei die Musik, die Alessandro Marra auf der Akustikgitarre spielt.

Gudrun Mattern

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