(K)ein Computerfehler
11.08.2009 | 09:00 Uhr 2009-08-11T09:00:00+0200Oberhausenerin wurde zum Mammographie-Screening eingeladen – und wieder weggeschickt.
Knapp vier Stunden Zeit verschwendet und dafür auch noch acht Euro Fahrtkosten bezahlt: Marlene Schauries war salopp gesagt „bedient”, als die junge Dame am Empfang des Brustzentrums in Essen der Oberhausenerin sagte, sie habe keinen Termin zur Mammographie. „Ich sei zu früh, hat sie gesagt”, erinnert sich Marlene Schauries. Sie hatte wirklich ein paar Minuten Puffer eingeplant. Für den Weg mit der Bahn aus Oberhausen könne man eben nicht auf die Minute genau planen. „Nein, nein”, entgegnete die Arzthelferin, „sie sind ein ganzes Jahr zu früh.” Zur Mammographie würden die Frauen schließlich nur alle zwei Jahre eingeladen.
Und tatsächlich hatte Marlene Schauries schon im Jahr 2008 einen Brief von der Zentralstelle für das Mammographie-Screening bekommen. Im gleichen Sommer ließ sie sich dann auch auf Brustkrebs untersuchen. Der neuerliche Termin habe sie zwar verwundert. „Da ich aber nun nicht abgesagt hatte, ging ich hin.”
Ein Computerfehler sei Schuld, hieß es zur Erklärung. „Für mich gibt es keine Computerfehler, sondern nur menschliche Fehlbedienung”, sagt Marlene Schauries wütend. Sie schrieb einen Brief an die Verantwortlichen für das Screening. Fünf Wochen lang hörte sie nichts, dann kam ein Brief von der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KV). Der Fehler sei aufgetreten, da Frau Schauries einmal unter dem Namen Magdalena und einmal zusätzlich mit ihrem Zweitnamen geführt sei.
Schuld hätten die
Einwohnermeldeämter
„Das liegt leider an den Einwohnermeldeämtern”, sagt Karin Hamacher, Sprecherin der KV, die das Problem gut kennt. „Für das Mammographie Screening-Verfahren gelten höchste Datenschutzbestimmungen.” Nur das Computersystem kenne die Namen, alle Mitarbeiter hätten es nur mit den Nummern der Frauen zu tun. Einmal im Jahr werde das Computersystem mit den Daten gespeist, die von den Kommunen kämen. Nur wenn die Daten exakt gleich seien, könne das System erkennen, dass eine Frau bereits eine Systemnummer hat.
Ändert sich der Name wie bei Frau Schauries, bekommt die Patientin eine neue Nummer und ist eine neue Patientin. „Das passiert auch bei Straßennamen oder Stadtteilen”, weiß Hamacher. Wenn die Sachbearbeiter also zum Beispiel lange Straßennamen oder Ortsteile abkürzten, wo sie das im vergangenen Jahr nicht getan hätten, ändere sich der Datensatz – Frauen würden fälschlicherweise wieder eingeladen. „Für die Betroffenen ist das ärgerlich”, gibt Hamacher zu. „Wir haben die Ämter schon mehrfach darauf hingewiesen.”
Frauen, die vor einer Frist von etwa zwei Jahren zur Untersuchung eingeladen werden, rät sie daher, bei der Zentralen Stelle Mammographie-Screening nachzufragen. Zu erreichen ist diese unter 02 11/59 70 70 00. juse
Haben Sie sich auch geärgert? Lassen sie Dampf ab. Rufen Sie uns unter 85 906 50 an oder schreiben Sie uns an: lok.oberhausen@nrz.de

09:42
Frau K.Z. -hat den Schuss wohl nicht gehört. Woher soll man wissen, was die Gesundheitsbehörden sich da wieder ausgedacht haben? Von wegen man ist nur eine Nummer - die rufen ja sogar an und nerfen wenn man nicht kommt. Es werden sogar Frauen ohne Brust eingeladen!!! Unsere Krankenversicherungen haben also noch genug Geld zum verschwenden zur Verfügung.
20:58
Es sollte Frau Schauries bekannt sein, das alle zwei Jahre untersucht wird. Ein kurzer Anruf und Sie hätte sich viel Ärger ersparen können. Aber es ist immer leichter, für seine eigene Dusseligkeit andere verantwortlich zu machen.