Junge Testkäufer kommen in Oberhausen einfach an Alkohol und Zigaretten
28.01.2011 | 16:53 Uhr 2011-01-28T16:53:00+0100
Oberhausen.Wie leicht ist es für Minderjährige, Alkohol oder Zigaretten in Oberhausen zu kaufen? Die Redaktion testete es und schickte zwei Schülerinnen, 16 und 17 Jahre alt, in die Geschäfte. Nach nur einer Stunde hatten sie knapp zwei Liter Alkohol gekauft.
Wie leicht ist es für Minderjährige, Alkohol oder Zigaretten in Oberhausen zu kaufen? Die WAZ hat den Test gemacht und zwei Schülerinnen, 16 und 17 Jahre alt, losgeschickt. In Supermärkten, Drogerie, Kiosk und einer Tankstelle sollten sie versuchen, Alkohol und Zigaretten zu kaufen.
Natürlich war die ganze Zeit über eine erwachsene Aufsichtsperson dabei - unerkannt, aber in der Nähe. Wie leicht kommen die Schülerinnen an die für sie verbotenen Waren? Überprüfen die Angestellten den Ausweis? Ist es für die Minderjährigen möglich, auch hochprozentigen Alkohol zu kaufen? Hier der Erfahrungsbericht.
Wodka, Zigaretten und gute Ausreden
Um Zigaretten zu kaufen muss man mindestens 18 Jahre alt sein. Wann wäre ich denn dann geboren? - 1992. Diese Überlegung vorne weg, damit ich in der Situation schnell antworten kann. Auf geht’s in einen Drogeriemarkt. „Eine kleine Marlboro, bitte“ , sage ich ganz cool zur Kassiererin.
Sie öffnet bereitwillig das Gitter am Regal und holt die Schachtel Zigaretten heraus, scannt sie ein, fragt mich danach erst nach meinem Personalausweis. Natürlich habe ich den gerade heute leider nicht dabei. „Dann hätte ich gerne einmal das Geburtsdatum“, sagt die Dame hinter der Kasse ohne lange zu überlegen. „September 1992“, antworte ich - wie gut, dass ich vorher gerechnet habe. Sie nickt, nennt mir den Preis, ich bezahle und schon halte ich die Packung Zigaretten in der Hand. Erstaunlich einfach.
Weiter geht’s zum Discounter. Ich werde mutiger, greife nach einer Flasche Waldmeisterlikör mit Wodka. 15 Volumenprozent. Vollen Mutes und mit einer perfekten Ausrede gewappnet stelle ich mich an die Kasse. Die Kassiererin mustert mich mit einem minimalen Blick. „4,99 Euro macht das.“ - Keine Frage nach meinem Ausweis oder meinem Geburtsdatum. Ich bin erstaunt: Keinen Meter von der Kasse entfernt hängt ein Zettel mit der Aufschrift „Kein Alkohol an Jugendliche unter 18 Jahren“ an der Ladentür.
Der Kiosk in unserem Test versagte völlig. Ohne Umschweife trete ich an den Tresen heran. Die nett aussehende Verkäuferin begrüßt mich mit einem saloppen „Hallo“. Wieder mit der passenden Ausrede gerüstet, formuliere ich meinen Wunsch nach einer Schachtel Zigaretten. Ich hoffe, dass die Kassiererin mir die Nervosität nicht anmerkt. Zu meinem Erstaunen bekomme ich meinen Wunsch prompt erfüllt. Die ganze Prozedur dauert knapp zwei Minuten, nach denen ich um jede Menge krebserregendes Nikotin reicher bin.
Schlicht, aber wohl doch glaubhaft
Test Nummer 3. In einem weiteren Supermarkt teste ich ebenfalls mein optisches Alter. Der Wodka fällt mir ins Auge. Den bekomme ich bestimmt nicht, denke ich mir auf dem Weg zur Kasse. Meine ausgedachte Erklärung für den Kauf: Mein Vater findet keinen Parkplatz und hat mich gebeten, den Einkauf für ihn zu erledigen. Schlicht, aber glaubhaft. Als ich an der Reihe bin, werde ich plötzlich nervös, denn direkt neben der Kasse hängt ein Hinweisschild: „Man sieht ihnen ihr Alter nicht an. Kein Alkohol an Kinder und Jugendliche.“ Dieser Test wird nichts, denke ich mir noch, als die Kassiererin schon 4,99 Euro von mir verlangt. Kurz schaut sie mich an, fragt aber nicht nach einem Ausweis. Ich bin erstaunt, dass es für mich mit meinen 16 Jahren so einfach ist, klaren Wodka mit 40 Volumenprozent zu kaufen.
Aber wie sagt man so schön: Jeder hat eine zweite Chance verdient. So auch der Lebensmitteldiscounter. Ich versuche mein Glück in einer anderen Filiale der gleichen Kette. Meine Auswahl fällt wieder auf etwas Hochprozentiges, diesmal entscheide ich mich für Sahnelikör. An der Kasse beobachte ich die Frau vor mir, die gerade eine Schachtel Zigaretten kauft. Ohne Aufforderung zückt sie ihren Personalausweis, von dem die Kassiererin aber nur eine kurze Notiz nimmt. Hastig überprüfe ich noch einmal meine Ausrede. Auch an dieser Kasse begrüßt mich wieder das Hinweisschild. Die Schrift springt geradezu ins Auge. Insgeheim hoffe ich, dass mir wenigstens jetzt der Alkoholkauf verboten wird. Die Dame zieht jedoch auch hier den Likör bedenkenlos über das Band. Mit einer beachtlichen Anzahl von Prozenten in der Tasche verlasse ich also auch diesen Discounter.
Erschreckendes Ergebnis
Zuletzt testen wir eine Tankstelle. Diesmal versuchen wir es zu zweit. Beim Anblick des Verkäufers schätzen wir unsere Chancen gering ein. Unsere Wahl fällt auf zwei Alcopops (Bier mit Wodka) aus dem Kühlregal. Als wir uns an der Kasse anstellen, mustert der Kassierer uns bereits prüfend. Zwar scannt er die Getränke ein, verlangt jedoch umgehend einen Personalausweis, Ausreden lässt er nicht gelten. Unser Bauchgefühl hatte Recht. Die Flaschen wandern zurück ins Regal und wir mit leeren Händen aus der Tür. Somit ist die Tankstelle eindeutig der Sieger unseres Tests.
Den Stichproben zufolge ist es in Oberhausen definitiv zu einfach für Minderjährige, Alkohol und Zigaretten zu kaufen. Durchgefallen sind Drogerie, Kiosk und Supermärkte beim Test ganz deutlich. Nach nur einer Stunde hatten die Schülerinnen knapp zwei Liter alkoholische Getränke gekauft. Ein erschreckendes Ergebnis.

23:53
Zitat:
Dann endlich werden wir uns auf den Weg in eine gesunde Gesellschaft begeben.
Zitat Ende.
Mit weiteren Arbeitslosen, mit noch mehr Älteren an der Armutsagrenze.
Das jetzt bestehende Rauchverbot sorgt nicht nur in der Gastronomie für konsequenten Stellenabbau durch steten Umsatzrückgang.
Es kommt in Kürze noch Dicker, da nur der Raucher für die Subventionen der energieintensiven Betriebe zur Kasse gebeten wird...
Wenn es das Ziel ist, das Volk zum Nichtraucher zu erziehen, wird das gesunde Volk kaum noch eine Chance haben, das gesunde und hohe Alter auch geniessen zu können...
18:19
und liebe Eltern....ein Hund/ Katze kaufen ist auch kein nennenswertes Problem - also aufpassen....
18:18
und ich wette, wenn man diese Jugendliche nun nochmal los schickt um Beruhigungs-, Schmerz- und Schlaftabletten zu kaufen ist das auch kein Problem, ich würde sogar denken das die auch ohne nennenswerte Probleme an anderen Drogen, wie Cannabis, auch dran kommen.....
Unter der Sonnenbank ist bestimmt auch kein großes Problem...so oft wie da kontrolliert wird...
Zum Abschluß kann man sie ja noch in Kinofilme ab 18 schicken, das ist nämlich auch ganz einfach und zum Ausklang in die nächste Diskothek oder Kneipe, wo sie natürlich auch noch Alkohol bekommen......
17:30
Das ist leider Alltag!
Die Beiden auf dem Bild sehen aus als wären sie 18, da hat es leider schon andere Fälle gegeben!
16:39
In erstaunlich vielen TV-Sendungen wird Alkoholkonsum positiv bewertet. Man nehme an der Spitze jegliche Kochshow, das Hartz-IV-Gerumpel von RTL und Pro7 von Morgens bis abends (hat da mal jemand an Jugendschutz gedacht?), allerlei Serienwiederholungen (bei Dallas wurde schon morgens um 9 der erste Whisky geköpft) und man könnte sich bis ins tiefste Nachtprogramm hinein vollaufen lassen.
Haben wir eine stringente 0-Promille-Fahruntüchtigkeits-Grenze in Deutschland?
Nö.
Wird auf Schnapsflaschen mit dicken Stickern auf die Unverträglichkeit des Inhalts mit Autofahrerei, Schnwangerschaft, im Nachhinein noch greifbaren Kneipendiskussionen und das zwischenmenschliche Vor- wie Nachspiel eine geschlechtlichen Aktes hingewiesen?
Nicht!
Also mal schön die Bälle flachhalten, die Werbegelder der Brauereien und Distilliergesellschaften kommen jedenfalls noch immer pünktich, oder?
16:33
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16:32
Naja, es steht doch auf jeder Packung Zigaretten drauf: Rauchen lässt Sie altern. oder so ... also wenn Kinder genug rauchen (und saufen), sehen sie bald auch alt genug aus um als volljährig durchzugehen und dann können sie ohne Probleme Alkohol und Zigaretten kaufen ;-)
16:29
Wir sehen auch hier wieder, dass es zwecklos ist, bei Verboten Ausnahmen zuzulassen. Eigentlich stellt sich der Sachverhalt ja so dar, dass es ein Alkoholverbot gibt, von dem lediglich die Erwachsenen ausgenommen sind - und die Kinder schlüpfen in genau diese Lücke hinein und gewöhnen sich an ein Dasein als Süchtige. Tabak und Alkohol gehören generell verboten, unabhängig vom Alter und unabhängig von der Umgebung, ob privat oder öffentlich. Eine schlagkräftige Gesundheitspolizei muss diese Verbote durchsetzen und Verstöße mit der gehörigen Härte ahnden. Dann endlich werden wir uns auf den Weg in eine gesunde Gesellschaft begeben.
16:21
LOL @derwesten.de...
Das ist euch einen Artikel wert, daß junge Erwachsene mit 16, 17 Jahren Alkohol und Zigaretten an der Aldi-/Netto-/Lidl-Kasse etc. bekommen!
Mir machen nicht die Leute Sorgen, welche mit 17 Jahren eine Flasche Jägermeister und eine Camel Filter an der Kasse bekommen, sondern die Mitbürger, welche vor mir an der Kasse stehen und kein Wort deutsch können, liebste derwesten.de-Redaktion.
Sehr geehrte Lisa Trinh, Vivien Stuhr,
ich biete Ihnen gerne einen Termin an, wo wir uns einmal gemeinsam bei mir in GE-Schalke beim Aldi treffen und Sie dann über eine Begegnung der 3. Art berichten dürfen; hautnah, unverblümt und ohne irgendwelche Toleranzromantik.
Lieber derwesten.de:
ihr macht euch Sorgen über den Verkauf von Alkohol und Zigaretten an 16-, 17-jährige Deutsche.
Nicht ein Artikel aus euren Redaktionsstuben einmal darüber, wie sehr die Integration von Türken/Arabern im Ruhrgebiet gescheitert ist; nicht ein Artikel!
Berichtet einmal objektiv über die Geschehnisse im Ruhrgebiet; kommt eurer Pflicht der neutralen Berichterstattung nach.
Grüße,
ich
15:01
Ich will ja wohl schwerstens hoffen, dass irgendjemand den für diesen Artikel Verantwortlichen wegen Anstiftung zu einer Straftat anzeigt. Unglaublich.