Junge Oberhausener wollen helfen

Für das im Januar dieses Jahres gestartete Oberhausener Projekt „Taschengeldbörse“ (kurz: Tabo) werden noch ältere Menschen gesucht, die Hilfe im Alltag benötigen. Derzeit sind in dem Jobvermittlungsportal nur 21 Senioren registriert – im Gegensatz zu rund 50 Jugendlichen, die gegen kleines Geld ihre hilfreichen Dienste anbieten.

Rasen mähen, Einkaufstüten schleppen oder mit dem Hund Gassi gehen – bei der Tabo gehen Jugendliche im Alter von 14 bis 19 Jahren älteren Menschen bei Arbeiten rund um Haus und Hof und im Alltag zur Hand. Dafür erhalten sie ein Taschengeld von mindestens fünf Euro. Die genauen Einzelheiten zur Bezahlung klären die Jugendlichen und Senioren unter sich.

Knausern möchte bei der Bezahlung aber niemand. „Viele ältere Menschen sagen in den Gesprächen, dass sie auch gerne ein bisschen mehr drauf legen“, sagt Michael Kirschner, Verantwortlicher für die Koordination der Tabo.

Bei den Jugendlichen ist die Online-Börse bisher schon gut angelaufen. Mara schreibt dort zum Beispiel, dass sie im Haushalt helfen möchte oder mit Hunden um den Block gehen würde. Hannah bietet das Tütentragen an.

Doch die vielen motivierten Schüler stoßen noch auf zu wenig Nachfrage bei der älteren Generation. Die Gründe dafür sieht Kirschner ganz klar in der unterschiedlichen Internetnutzung. „Die älteren Leute sind natürlich nicht so computeraffin wie die Jugendlichen.“

Deswegen wollen Kirschner und sein Team in Zukunft verstärkt auf die Rentner eingehen. „Wir stehen für Leute, die nicht so fit mit dem Internet, auch telefonisch oder persönlich zur Verfügung.“ Außerdem startet die Taschengeldbörse Ruhr noch einmal eine große Plakat- und Postkartenkampagne, um die Rentner zu aktivieren. Um das Projekt ans Laufen zu bringen, hatte das Jugendparlament schon mal 20 000 Werbe-Karten für die Jugendlichen in Oberhausen drucken lassen, weitere 20 000, um die Senioren mit grundsätzlichen Informationen zur Aktion und den Kontaktmöglichkeiten zu versorgen.

„Man muss nicht zwangsläufig Rentner sein“, so Kirschner. „Wir sprechen auch die mittleren Altersgruppen an. Wichtig ist nur, dass wir den Handwerksbetrieben nicht die Kunden abgraben.“ Für den Erfolg der Taschengeldbörse sei das gegenseitige Vertrauen zentral. „Nicht jeder möchte fremde Menschen in sein Haus lassen. Deswegen gibt es im Vorfeld ein ausführliches Gespräch mit beiden Parteien.“