Junge Arbeitslose ohne Perspektive

Awo-Chef Jochen Kamps ist Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege Oberhausen für den Themenbereich „Arbeitsmarktpolitik“.
Awo-Chef Jochen Kamps ist Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege Oberhausen für den Themenbereich „Arbeitsmarktpolitik“.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die AG Freie Wohlfahrtspflege in Oberhausen fordert mehr Förderangebote. Die Langzeitarbeitslosigkeit bei unter 25-Jährigen sei erschreckend.

Oberhausen.. Viele junge Oberhausener, die von Hartz IV-Leistungen leben, haben große Probleme, wieder unabhängig von dieser Unterstützung zu werden. Dies zeigt der Arbeitslosenreport NRW der Freien Wohlfahrtspflege in seiner aktuellen Ausgabe. Danach bezogen landesweit im Juni 2014 etwa 41 Prozent der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten zwischen 15 und 25 Jahren vier Jahre und länger Hartz IV-Leistungen. In Oberhausen waren es 44 Prozent.

Situation hat sich verschlechtert

Junge Menschen brauchen Perspektiven und Erfolgserlebnisse. Eine holperige, durch Misserfolge gepflasterte Übergangsphase von der Schule in den Beruf prägt Jugendliche und junge Erwachsene für viele Jahre negativ“, erklärt Jochen Kamps, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege Oberhausen für den Themenbereich „Arbeitsmarktpolitik“.

Der Arbeitslosenreport NRW weist gleichzeitig nach, dass sich landesweit die Situation von jungen Menschen, die Schwierigkeiten haben, nach der Schule einen Ausbildungsplatz zu finden, verschlechtert hat. Seit 2011 ist laut Arbeitslosenreport NRW die Zahl der Teilnehmenden an Berufsausbildungsmaßnahmen um 33 Prozent gesunken. Auch in Oberhausen sank das Angebot an Maßnahmen zur Ausbildungsförderung für junge Menschen um 232 Plätze auf noch 496.

Die Wohlfahrtsverbände zeigen mit dem Report, dass die Zahl der unversorgten Bewerber, die auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle waren, beim Vergleich der Zahlen September 2011 zu den Zahlen des letzten Ausbildungsjahres am 30. September 2014 deutlich angestiegen ist. Auch für Oberhausen zeigen die Daten der Bundesagentur für Arbeit eine deutliche Steigerung: Galten zum September 2011 noch 163 Bewerber als unversorgt, waren es im September 2014 bereits 306.

Förderangebote nötig

Eine weitere Statistik, auf die Kamps aufmerksam macht: Von den 3927 erwerbsfähigen Hartz IV-Beziehern im Alter zwischen 15 und 25 Jahren bezogen 1724 diese Leistungen bereits vier Jahre und länger (Stand Juni 2014).

„Wir benötigen trotz der demografischen Veränderungen und des Rufs nach Fachkräften ausreichende Förderangebote für junge Menschen, die den direkten Weg in die Ausbildung nicht schaffen und ausreichend viele, auch am Ausbildungswunsch junger Menschen orientierte Lehrstellenangebote“, fordert Kamps.