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Strom und Gas

Jetzt reden die EVO-Chefs

09.08.2012 | 10:00 Uhr
Jetzt reden die EVO-Chefs
Hartmut Gieske: „Man kann Renditen nicht rauf und runter setzen, um einen städtischen Haushalt zu sanieren."Foto: Özcan

Oberhausen.   Reaktion auf die scharfe Kritik der Leser, das Erdgas um 13,5 Prozent zu erhöhen. „Wir geben nur gestiegene Einkaufskosten und höhere Netzentgelte weiter.“

Heftige Diskussionen in Oberhausen, schwere Vorwürfe der WAZ-Leser an die Adresse der Manager des überwiegend städtischen Strom-, Gas- und Fernwärme-Anbieters „Energieversorgung Oberhausen AG“ (EVO): Ist eine Erhöhung der Preise von Gas- und Fernwärme vor dem nächsten Winter um satte 13,5 Prozent für eine vierköpfige Durchschnittsfamilie gerechtfertigt? Viele zweifeln an den Argumenten der EVO-Manager-Spitze.

Deshalb reagieren jetzt Hartmut Gieske , kaufmännischer EVO-Vorstand, und Vertriebsleiter Arnd Mucke - sie erklären nicht nur die Gründe für die nach ihrer Ansicht zwangsläufige Preiserhöhung, sondern entgegnen auch der Kritik, die EVO päppele aus egoistischen Gründen einzelner Herren die Fußball-Profis von RWO .

Hier ihre Argumente:

1. Stabilität: „Die Erdgas- und Fernwärmepreise der EVO sind seit dem 1. September 2010 stabil geblieben – und das gegen den allgemeinen Markttrend teils kräftiger Erhöhungen“, schreibt Mucke. „Viele Energieanbieter hatten ihre Preise zu Beginn der Heizperiode 2011 erhöht, die EVO hatte damals nicht mitgezogen und stattdessen die Preise auf niedrigem Niveau gehalten. Im Bundesvergleich zählt die EVO zurzeit zu den günstigsten Erdgaslieferanten, seit Jahren rangieren Erdgas-Produkte der EVO auf oberen Rängen in diversen Preisportalen: „Mit der angekündigten Preisanpassung erreichen wir erst jetzt das Preisniveau unserer Nachbarstädte. Insgesamt liegen wir immer noch unter dem Preisniveau des Winters 2008/09.“

2. Teurer Einkauf: „Die Steigerung der Erdgasbeschaffungspreise hält für alle Energieversorger unvermindert an. Auch die EVO muss diese Kostensteigerung in Teilen an die Endverbraucher weitergeben“, ist Hartmut Gieske überzeugt. „Wir versuchen bei unserer Preisgestaltung auf der Grundlage einer ausgewogenen und vernunftbetonten Bezugspolitik, die sich von jeder Art risikoreicher Spekulation fern hält, möglichst viele unterschiedliche Aspekte zu berücksichtigen.“

3. Netzpreise: „Zu einer Steigerung der Bezugskosten kommen die zum Anfang des Jahres gestiegenen Netznutzungsentgelte“, gibt Arnd Mucke an. „Diese Kosten kann die EVO mittlerweile nicht mehr alleine tragen.“ Netznutzungsentgelte sind die Kosten, die anfallen, wenn ein Energieanbieter seinen Strom oder Erdgas durch ein Netz leitet, um zum Endverbraucher zu kommen. „Die Durchleitungsentgelte für Haushaltskunden sind zum Jahreswechsel 2011/2012 angehoben worden. Die Netzentgelte unterliegen der Regulierung der Bundesnetzagentur und können von den Netzbetreibern nicht frei kalkuliert werden“, sagt Mucke.

4. Kosten-Weitergabe: „Gestiegene Beschaffungskosten und höhere Netznutzungsentgelte – nur diese beiden Preissteigerungskomponenten haben wir an unsere Kunden weitergegeben“, beteuert Mucke. „Das wird uns auch durch einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer bestätigt.“

5. Anteilseigner: „Selbstverständlich sind wir als wirtschaftlich arbeitendes Unternehmen verpflichtet, Gewinne an unsere beiden Anteilseigner RWE und Stadt Oberhausen abzuführen. Die Gewinnausschüttung wird im Rahmen einer Mittelfristplanung festgelegt und kalkuliert. Man kann Renditen nicht einfach rauf und runter setzen, um zum Beispiel einen städtischen Haushalt zu sanieren“, reagiert Gieske auf die Kritik, man wolle mit der Preiserhöhung nur die Gewinne erhöhen, um damit den Stadtetat zu entlasten.

6. RWO: „Als lokaler Energieversorger und bedeutender Arbeitgeber übernehmen wir gesellschaftliche Verantwortung für die Oberhausener“, meint Gieske. „Wir engagieren uns in den Bereichen Soziales, Kultur und Sport – im Breiten- und Spitzensport. Den Fokus richten wir immer auf Kinder und Jugendliche. So engagieren wir uns bei RWO nicht nur für die 1. Mannschaft, sondern kümmern uns um den fußballerischen Nachwuchs der Kleeblätter. Zudem bedeutet Sponsoring immer, dass man für eine finanzielle Zuwendung eine Gegenleistung erhält, z. B. Werbeflächen. Es profitieren also beide Seiten.“

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Kommentare
12.08.2012
19:56
Jetzt reden die EVO-Chefs - etwa Neuigkeiten???
von Oase | #5

erklären können. Daran scheint aber kein größeres Interesse zu bestehen. So wartet man lieber bis der ruhige Sommer kommt und die Kunden mit anderen Dingen als dem Gaspreis beschäftigt sind. Oder gibt es bei Kosten bzw. Einkauf doch etwas, was als Initial für den gerade jetzt erfolgten Preiserhöhungsschritt gelten muss?

Insgesamt überhaupt nichts, was man nicht schon immer auch von anderen Unternehmen als angebliche Begründung von Preiserhöhungen hört und gehört hat. Stattdessen und das ist das eigentliche Ärgernis an diesem Artikel, die Zumutung an den Leser zu glauben, es gehe nicht um Gewinne für den städtischen Etat. Und Entkräftungsargument soll ausgerechnet sein, dass Renditen nicht einfach rauf und runter gesetzt werden können. Was für ein schwacher Auftritt!

12.08.2012
19:45
Jetzt reden die EVO-Chefs - worüber???
von Oase | #4

Angesichts der Artikelüberschrift könnte der Gedanke entstehen, hier würden möglicherweise Argumente, vielleicht sogar neue, geliefert oder etwa Transparenz geschaffen. Aber es bleibt bei einer klassischen Zeitungsente! Um diese Allgemeinplätze zu erfahren, hätte man wahrscheinlich mit einem x-beliebigen Mitarbeiter reden können. Aber vom Management darf man in der aktuellen Situation wohl gehaltvollere Information erwarten.
Nur kurz zwei Gesichtspunkte: Zu 6: Von einem Energielieferanten erwarte ich die Lieferung von Energie, nicht die Förderung des örtlichen Fußballvereins, auch nicht der Jugendabteilung. Ebenso sind Soziales und Kultur für mich nicht mit einem Energie-lieferanten verbunden. Aber wer entscheidet nach welchen Gesichtspunkten mit welchem Ziel beim Sponsoring der EVO?
Zu 5: Man hat zwar eine Mittelfristplanung für die Gewinnausschüttung, aber die Einkaufspolitik scheint mehr zufällig und plötzlich abzulaufen, sonst hätte man vielleicht schon früher informieren und....

09.08.2012
23:00
Jetzt reden die EVO-Chefs - und die Kunden auch!
von glueckauf01 | #3

Es hat einen sehr faden Beigeschmack, dass vielen Altkunden der Gasvertrag seitens der EVO gekündigt worden war und man ihnen zugleich "angeboten" hatte, in den Tarif TOP-GAS pur zu wechseln. Dazu erhielt man eine Preisgarantie bis zum 30.09.2012.
Wenn man jetzt, wie sonst auch zu allen Heizperioden üblich, bei der EVO zum 01.10.2012 die Preise so unverschämt hoch anzieht, soll man sich bei der EVO nicht wundern, wenn noch mehr Kunden den Gasversorger wechseln.
Ich werde in jedem Fall von meinem Sonderkündigungsrecht aufgrund der Preiserhöhung den Gasliefervertrag bei der EVO kündigen und zu einem günstigeren Anbieter wechseln.

2 Antworten
Jetzt reden die EVO-Chefs
von glueckauf01 | #3-1

Der Text soll richtig lauten:

Es hat einen sehr faden Beigeschmack, dass vielen Altkunden der Gasvertrag seitens der EVO gekündigt worden war und man ihnen zugleich "angeboten" hatte, in den Tarif TOP-GAS pur zu wechseln. Dazu erhielt man eine Preisgarantie bis zum 30.09.2012.
Wenn man jetzt, wie sonst auch zu allen Heizperioden üblich, bei der EVO zum 01.10.2012 die Preise so unverschämt hoch anzieht, soll man sich bei der EVO nicht wundern, wenn noch mehr Kunden den Gasversorger wechseln.
Ich werde in jedem Fall von meinem Sonderkündigungsrecht aufgrund der Preiserhöhung Gebrauch machen und den Gasliefervertrag bei der EVO kündigen und zu einem günstigeren Anbieter wechseln.




Jetzt reden die EVO-Chefs - und die Kunden auch!
von glueckauf01 | #3-2

Sorry! Der letzte Satz sollte richtig heißen:
Ich werde in jedem Fall von meinem Sonderkündigungsrecht aufgrund der Preiserhöhung Gebrauch machen und den Gasliefervertrag bei der EVO kündigen und zu einem günstigeren Anbieter wechseln.

09.08.2012
12:11
Jetzt reden die EVO-Chefs
von knud001 | #2

Zu den Netzpreisen:
Das Gasnetz in Oberhausen wird von der evo Netz-Energie GmbH betrieben, einer 100 %igen Tochter der Energieversorgung Oberhausen AG. Das hätte man vielleicht mal erwähnen können, Also bezahlt die evo die Netzbenutzungsentgelte quasi an sich selber - linke Tasche, rechte Tasche sagt man wohl dazu.

Zu den Anteilseignern:
Ich arbeite auch in einem wirtschaftlich arbeitendenm Unternehmen. Es ist doch gängige Praxis, daß Anteilseigner -hier u.a.die Pleitestadt Oberhausen- die Renditeerwartungen beliebig oft anpassen. Und wenn die Rensditeerwartungen nicht erfüllt werden, wird eben das Personal angepasst, d.h. in der Regel entlassen. Alles andere ist doch schierer Unsinn.

09.08.2012
10:13
Jetzt reden die EVO-Chefs
von karlo58 | #1

Sehr geehrter Herr Gieske-können Sie bitte den gesellschaftlichen Anteil meiner Verantwortung für den Fußball aus meiner Rechnung rausrechnen?Der ist für mich so interessant,wie Eisstockschiessen auf Pulverschnee!Glück auf

1 Antwort
Jetzt reden die EVO-Chefs
von Schustersrappen | #1-1

Der war gut! Beifall.

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