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Ausbildung bei der Stadt

Jetzt muss das Gericht entscheiden

25.05.2009 | 18:46 Uhr

Jetzt muss das Verwaltungsgericht Düsseldorf entscheiden, ob die Stadt Oberhausen 15 Auszubildende für die Kernverwaltung einstellen darf. SPD, LinkeListe und FDP sprachen sich im Hauptausschuss dafür aus, CDU und Grüne dagegen.

Die Ausschuss-Mehrheit setzte sich dabei über das Votum von Rechtsdezernent Dirk Buttler hinweg. Er betonte, dass aus Sicht der gesamten Fachverwaltung die Chancen, das Verfahren zu gewinnen, „gegen Null” tendierten.

Zuvor war es in der erst letzte Woche einberufenen Sondersitzung nicht um die Notwendigkeit von Ausbildung im Rathaus gegangen– darin waren sich alle einig. Gestritten wurde um den richtigen Weg im Umgang mit der Kommunalaufsicht. Diese hatte bekanntlich die Ausbildung von Feuerwehrleuten und Erzieherinnen – insgesamt 36 – nach längerem hin und her genehmigt, der Einstellung des Verwaltungsnachwuchses aber einen juristischen Riegel vorgeschoben. Für SPD-Fraktionschef Wolfgang Große Brömer gab es darauf nur eine Reaktion: Die Klage. „Wir wollen dadurch feststellen, wie weit das Recht auf kommunale Selbstverwaltung dadurch berührt ist”. Man dürfe sich nicht mit „Kopfnicken und Entgegennehmen” der Weisung aus Düsseldorf zufrieden geben. Auch für Hans-Otto Runkler (FDP) gab es keine Alternative für den Gang zum Gericht. Dirk Paasch (LinkeListe) kritisierte, dass man nicht schon Fakten geschaffen und mit den Azubis Ausbildungsverträge abgeschlossen hätte.

Ganz anders sah CDU-Fraktionschef Daniel Schranz die Sache. In ihrem Bescheid lassen die Bezirksregierung durchaus Hintertürchen offen. Und mit einer Klage könnte sich die Stadt „in eine Ecke manövrieren, aus der wir nicht mehr rauskommen”. Der Gang vor das Gericht sei schon bei den Kindergarten-Beiträgen „voll in die Hose gegangen”. Volker Wilke (Grüne) hätte nur bei halbwegs realistischen Erfolgsaussichten geklagt. Doch die konnte ihm niemand garantieren.

Rolf Kiesendahl

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Kommentare
28.05.2009
11:01
Jetzt muss das Gericht entscheiden
von OB123 | #11

@ OBRealist: Also für mich ist es die 2. Ausbildung. Da mein 1. erlernter Beruf nicht der ist, den ich bis an mein Lebensende/ bis zum Rentenalter machen möchte (zudem schlecht bezahlt, aber ist eher nebensächlich).
Also MIR ist es nicht egal, dass ich nicht übernommen werde. Mir bringt der Beruf Freude und ich fühle mich wohl und ich möchte weiterhin bei der Verwaltung tätig sein. Wenn es Stellen wie Sand am Meer gäbe, wäre es mir auch sicherlich egal, ob die Stadt Oberhausen mich übernimmt. Aber die Realität sieht anders aus!!!
Aber Leute die einen festen Job haben, können ja immer locker daher reden bzw. schreiben.

27.05.2009
00:09
Jetzt muss das Gericht entscheiden
von HinduHonduwomen | #10

Die Stadt Oberhausen steht finanziell mit dem Rücken zur Wand. Beigetragen hat hierzu sicher der Ost-/Westausgleich, aber auch das Hinausschleudern des Gelds mit beiden Händen. Und solange die Stadt Oberhausen, regiert durch die SPD, letzteres nicht ändert, werden ihr zurecht die Hände gebunden. Gehen sie zum Beispiel ins Technische Rathaus und werden dort vorstellig. Sie betreten einen großen Warteraum, ziehen eine Nummer und warten, bis diese auf einem Display erscheint. Wenn der Zeitpunkt dann gekommen ist, machen sie sich auf dem Weg in das angezeigte Büro und setzen sich vor den Sachbearbeiter oder die Sachbearbeiterin. Dann tragen sie ihr Anliegen vor; ein neuer Reisepass oder eine andere Angelegenheit. Ihr Vorgang wird bearbeitet, währned sie dort sitzen. Der Mitarbeiter druckt oder füllt etwas aus, sie warten, bis die Angelegenheit erledigt ist. Bei der Gelegenheit können sie auch beobachten, was die anderen Mitarbeiter dort machen. Diese machen das gleiche. Allerdings wenn der Kunde den Raum verlassen hat, kommt nicht umgehend der nächste in den Raum. Dies dauert Minuten. Zwischendurch wird sich unterhalten, Kaffee geholt oder einfach nur entspannt. Denn alles das, was bearbeitet werden muss, wird geschickt nur im Beisein des Kunden erledigt. Es wird 5 Minuten gearbeitet, dann folgen 3 bis 5 Minuten Pause, dann wird 3 Minuten gerabeitet, anschließend wieder ein kleines Päuschen. Dies habe ich mittlerweile in diversen Bereichen der Stadtverwaltung erlebt. Es ist also kein Wunder, dass die Stadt einen riesigen Personalaufwand hat, wenn dort dermaßen gearbeitet wird. Man stelle sich vor, an der Kasse im Supermarkt lehnt sich die Kassiererin nach jedem Kunden 2 Minuten zurück und erholt sich. Undenkbar. Bei der Stadt kein Problem. Solange eine Stadt, die so verschuldet ist eine solche Arbeitsmoral durchgehen lässt, kann ich voll und ganz nachvollziehen, dass Düsseldorf sich hier auf keine Kompromisse einlässt. Bei anderen Dingen sieht es nicht anders aus. Fast alle Städte haben als Streufahrzeuge LKWs, die mit einem Aufsatz zu Streufahrzeugen umgenaut werden. Die Stadt Oberhausen (bzw. Tochterfirma WBO) verfügt über professionelle Fahrzeuge, bei dem jeder Wintersportort blass vor Neid wird (und schafft es dennoch nicht, vernünftig zu streuen). Man könnte meinen, in Oberhausen fällt soviel Schnee, wie in Garmisch-Patenkirchen. Die Stadt verfügt über durchaus attraktive Grundstücke und Gebäude. Als Beispiel sei das ehemalige Gymnasium und später Sozialamt am Rathaus genannt. Der Verkehrswert dieser Immobilie liegt bei fast 2 Millionen Euro. Der jetzige Eigentümer konnte es für 600.000 Euro erwerben; 2/3 unter Wert. Wenn sie einen Baukredit haben und diesen nicht mehr bedienen können, würde die kreditführende Bank es nie zulassen, dass ihre Immobilie derart verramscht wird, sondern stattdessen selber erwerben, um es dann vernünftig zu veräußern. Die Stadt Oberhausen hat dieses offensichtlich nicht nötig; bis heute verramscht sie ihre Immobilien. Auch scheint sie sich überhaupt nicht um neue Unternehmen für unsere Stadt zu kümmern. Anstatt die Gelände, die hier zur Verfügung stehen, bernünftig zu vermarkten, reiht sie sich bei Messen und dergleichen bei wesentlichen größeren Nachbarstädten ein und geht jedesmal leer aus. In anderen Städten wird an allen Ecken und Enden fleissig gebaut und investiert; nur in Oberhausen nicht. Dies wohlgemerkt, seitdem Herr Wehling unser erster Mann an der Spitze ist. Zuvor, als wir den bei unseren Nachbarstädten gefürchteten Raubritter Burkhard Drescher als Oberbürgermeister hatten, flossen die Investitionen. Sicherlich war er in anderen Städten nicht gerade beliebt, aber immerhin kamen Investitionen in die Stadt. Nun, wo wir wieder auf jeden Rücksicht nehmen, uns uns im reigen der anderen Kommunen präsentieren (wir sind ja alle gute Freunde) schanppt uns einer nach dem anderen die Investoren weg. Hier slte sich die Stadt Oberhausen auch mal Gedanken machen; ob es gut ist, stets gemeinsam um Unternehmen zu buhlen oder doch lieber als Einzelkämpfer Unternehmen und potentielle Geldgeber direkt anspricht, ohne Rücksicht auf andere Städte. Letzteres hat Herr Drescher getan und wir sind hiermit wesentlich besser gefahren.

26.05.2009
17:27
Jetzt muss das Gericht entscheiden
von OBRealist | #9

@OB 123: Ich glaube, den Jungen Menschen ist es erst einmal egal, ob sie übernommen werden, solange sie, bei der momentanen Situation einen Ausbildungsplatz bekommen. Darüber hinaus sollte der Begriff „Bedarf“ einmal anders verstanden werden. Wie sieht es denn aus, wenn die Stadt nicht ausbilden darf und in 10 Jahren feststellt, dass sie neu einstellen müssen? Wir dürfen es nicht soweit kommen lassen, dass die Stadt Oberhausen, Angestellte, für viel Geld, von Städten aus der Nachbarschaft abwerben muss.

@technikus53: Vermutlich ist für sie jede Investition, die von der Stadt gemacht wird, rausgeschmissen Geld. Einzige Ausnahme wäre hier wohl, dass jenes Geld in ihre Börse wandert.

26.05.2009
14:24
Jetzt muss das Gericht entscheiden
von OB123 | #8

Hat vielleicht auch einfach nur mal einer darüber nachgedacht nach Bedarf auszubilden?
Was nüzt Ausbildung, wenn mach in einem solch fachspezifischen Beruf keine Chance auf Übernahme hat o. die Chance in anderen (Landes-, Bundes- oder) Kommunalverwaltungen unterzukommen (außer man wandert in ein anderes Bundesland aus)?!
Anstatt immer über die Zahl 15 zu diskutieren, sollte man lieber das Thema Bedarf in Verbindung mit Übernahme angehen.
Aber in der Politik hört man so gut wie garnichts produktives darüber und damit ist JEDE Partei gemeint.
Da sollen sich die Politiker nicht wundern, wenn kaum einer (vor allem junge Menschen) zur Wahl geht!

26.05.2009
10:10
Jetzt muss das Gericht entscheiden
von speculum1 | #7

Rein ökonomisch gesehen, hätte die Stadt schon vor mehr als 15 Jahren mit dem Ausbilden von Verwaltungsfachleuten aufhören müssen. Die Argumentation: Wir stehen in der Pflicht als öffentlicher Arbeitgeber eine Vorreiterrolle zu spielen, hinkt gewaltig. Letztendlich wird alles aus Steuereinnahmen finanziert und der größte Teil von diesen Einnahmen kommt aus der freien Wirtschaft. Und diese Leute dort, stehen Tagtäglich im Wettbewerb, gut so, denn das hält wach. Mach denen mal klar, dass es notwendig ist über Bedarf weiter auszubilden... ein Witz...
Wohin wollen wir denn? Dann doch gleiches Recht für alle... also Sozialismus!
Den aber nicht angestoßen von Netzwerkkern, denn das geht von Anfang an in die Hose. Ja ja, der Naive...
@ technikus53: Sie werden es verbuddeln! Hand drauf!

26.05.2009
08:45
Jetzt muss das Gericht entscheiden
von technikus53 | #6

Steckt das Geld in die Ausbildung und Zukunft der nächsten Generation und verbuddelt es nicht am Bert - Brecht - Haus und Saporoshje - Platz.

25.05.2009
23:31
Jetzt muss das Gericht entscheiden
von Hansi Oberhausen | #5

Danke Stadtazubi23! Ich Kann Ihnen nur zustimmen. Das sind doch leere Wahlversprechen von Herrn Buttler wie auch an vielen anderen Punkten. Schön das sie Herrn Buttler enlarvt haben.
Man kann nur hoffen das die Bürger unserer Stadt es genauso sehen wie sie.

Glück Auf!

25.05.2009
21:36
Jetzt muss das Gericht entscheiden
von speculum1 | #4

hey, verweise natürlich....

25.05.2009
21:32
Jetzt muss das Gericht entscheiden
von speculum1 | #3

@ stadtazubi:
bei genauerer Betrachtung dieser Person im Vorfeld, wäre die Enttäuschung weniger groß, soviel ist sicher.

Mein Rat: Seht euch eure sogenannten Dienstherren ganz ganz genau an. Das ist von elementarer Bedeutung für unsere Demokratie. Ich vereise auf den super funktionierenden Staatsapparat im dritten Reich!

Nein, das ist nicht zu weit her geholt... die haben funktioniert, jeder für sich und letztendlich alle gemeinsam...

Seid kritisch bis zur Verweigerung...

25.05.2009
20:28
Jetzt muss das Gericht entscheiden
von stadtazubi123 | #2

Die jungen Menschen haben mich und die CDU sowohl politisch als auch juristisch an ihrer Seite. Ich werde dafür kämpfen, dass die Stadt auch in Zukunft ausbilden und übernehmen kann. - So der Rechtsdezernent und CDU-Oberbürgermeisterkandidat Dirk Buttler am 12.2. im Tagebuch auf seiner Homepage. Soviel zum Thema Verlässlichkeit und Wahrhaftigkeit. Ich werde meine Konsequenzen daraus ziehen. Darauf kann sich Herr Buttler wahrhaftig verlassen...

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