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Austausch mit Brasilien

Jetzt geht's los

02.12.2008 | 16:12 Uhr

Eltern und Kinder profitieren von den Brasilien-Erfahrungen der Erzieherinnen und sind motiviert, den Partnern in Rio zu helfen. Sie versteigern Bilder und verkaufen eine CD mit Weihnachtsliedern.

Kinderdorf Rio Kindertageseinrichtung Löwenzahn Osterfeld in Brasilien Fremdbild in Oberhausen

„Jetzt hat der Austausch eigentlich erst begonnen”, sagt Annette Breucker. Im Oktober war die Leiterin der Löwenzahn-Kita Sterkrade Nord zusammen mit drei weiteren Erzieherinnen nach Rio de Janeiro geflogen, um den Berufsalltag ihrer brasilianischen Kolleginnen kennenzulernen. Der Aufenthalt dort war ein lange geplanter und gut vorbereiteter Gegenbesuch, denn vor einem Jahr hatten sich Erzieherinnen aus Rio in den Oberhausener Einrichtungen der Elterninitiative Löwenzahn und im Kindergarten St. Peter umgesehen.

Begonnen hat sofort nach der Rückkehr des Quartetts der Austausch mit den Kindergarten-Kindern, die durchaus begreifen, dass eine Arbeitsreise nach Brasilien etwas Besonderes ist. Wie leben und spielen die Kinder dort? Warum sind sie arm? Was wünschen sie sich zu Weihnachten? „Ich habe das Leben dort erlebt, kann jetzt wirklich erzählen. Das ist etwas anderes, als würde ich ein Buch vorlesen”, betont Claudia Schilling, Erzieherin in der Löwenzahn-Einrichtung Osterfeld. Dass es in Rio Kinder gibt, die sich Socken wünschen, hat die kleinen Oberhausener besonders beeindruckt. So erwärmt, haben sie Lust bekommen, sich einzubringen und zu helfen, aber auch, darüber nachzudenken, ob so viel Spielsachen, wie sie besitzen, notwendig sind. „Sie glauben ja nicht, was man zum Beispiel mit Plastikflaschen alles anfangen kann”, sagt Annette Breucker. Sie habe viel gelernt, so ein Austausch sei immer ein Nehmen und Geben. „Und trotz ihrer Lebenssituation sind die Menschen dort viel fröhlicher als bei uns.”

Wissbegierig sind nicht nur die Kinder. Viele Eltern sind zum Informationsabend gekommen, um zu erfahren, was die vier Frauen in Rio erlebten. „Wir leben in einer globalisierten Welt”, begründet Löwenzahn-Geschäftsführer Dirk Rubin, warum solch ein Austausch so wichtig ist. Ohne die Eltern einzubeziehen, gelängen die geplanten Spenden-Aktionen nicht: Großformatige Bilder nach Vorlagen bekannter Künstler haben die Kleinen in den Kitas mit Ölkreiden für Rio gemalt. Sie stellen sie in der Sparkassen-Zweigstelle Osterfeld und der Kita in Sterkrade aus und versteigern sie. Mit dem Erlös kann gekauft werden, „was die Kinder in Rio wirklich brauchen können, zum Beispiel Gummistiefel und Regenhosen”, so Kerstin Hartog, die die Löwenzahn-Kita Ottlilienstraße leitet. Dort übrigens entsteht eine CD mit Weihnachtsliedern und Geschichten, die verkauft werden, ,um brasilianische Einrichtungen zu unterstützen. Hartog: „Wir versuchen natürlich auch, ein brasilianisches Lied zu üben.”

Gudrun Mattern



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