Jedes dritte Kind ist arm

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Es wird zu wenig gegen Kinderarmut getan, sagt Dieter Hillebrand, Regionsgeschäftsführer des DGB in Mülheim-Essen-Oberhausen. Rund 7427 (Sept. 2014) Kinder leben in Oberhausen in „Hartz IV“-Verhältnissen. Das sind 28,7 Prozent aller Kinder unter 15 Jahren. Damit ist hier fast jedes dritte Kind betroffen.

Die „Hartz-IV-Armut“ (DGB) unter Kindern ist mehr als doppelt so hoch wie bei Menschen im erwerbsfähigen Alter. In dieser Gruppe sind 14,4 Prozent auf die Sozialleistung angewiesen. Und das Armutsrisiko für Kinder steige. Im Dezember 2005 waren knapp 7073 Kinder im „Hartz IV“-Bezug. Nach zehn Jahren ist die Zahl der betroffenen Kinder um rund 350 angestiegen. Besonders kritisch bewertet der Deutsche Gewerkschaftsbund, dass gerade Kinder meist lange auf „Hartz IV“-Niveau leben.

In Oberhausen sind rund 64 Prozent der 7- bis 14-Jährigen länger als vier Jahre im Hilfebezug. Deshalb fordert der DGB ein Aktionsprogramm gegen Kinder- und Familienarmut. Der Bund sollte die Mehreinnahmen infolge des Mindestlohns für dieses Aktionsprogramm aufwenden. Die Umsetzung sollte unter Einschluss der Kommunen, der Sozialpartner und der Wohlfahrtspflege erfolgen. Nur so könne verhindert werden, dass Hartz IV an die nächste Generation „vererbt“ werde.

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