„Jeder soll sich normal fühlen“

Janicien Aiken arbeitet ehrenamtlich für die Lebenshilfe Oberhausen.
Janicien Aiken arbeitet ehrenamtlich für die Lebenshilfe Oberhausen.
Foto: Ulla Emig/ FUNKE Foto Services
Für Janicien Aiken ist es selbstverständlich, anderen zu helfen. Deshalb engagiert sie sich seit einem Jahr ehrenamtlich bei der Lebenshilfe Oberhausen.

Oberhausen.. Mit dem Neujahrsvorsatz, etwas für die Menschen zu tun, startete Janicien Aiken in das Jahr 2014. Doch anders als viele andere Vorsätze löste sich dieser nicht in Luft auf. Seit fast einem Jahr engagiert sich die gebürtige Jamaikanerin nun ehrenamtlich bei der Lebenshilfe Oberhausen e.V..

Als die 21-Jährige im Jahr 2013 aus Bottrop nach Oberhausen zog, kannte sie niemanden. Schnell war für sie klar: Das muss sich ändern. Sich in das Oberhausener Nachtleben zu stürzen, kam für Aiken aber nicht in Frage. „So kam ich auf die Idee, mich ehrenamtlich zu engagieren“, erklärt sie. Durch das Ehrenamtsbüro der Stadt kam sie zur Lebenshilfe. Seitdem ergaben sich für die Auszubildende viele Freundschaften. „Jetzt fühle ich mich in Oberhausen sehr wohl und bin froh, so viele Menschen kennengelernt zu haben“, sagt sie.

Viele Freundschaften gewonnen

Bei der Lebenshilfe sind ihre Aufgaben vielfältig. „Ich helfe bei Sommerfesten, Ausflügen oder anderen Veranstaltungen. Je nachdem, wie viel ansteht oder wie viel Zeit ich habe“, sagt Aiken. Seit kurzem betreut sie auch ein junges Mädchen, das Schwierigkeiten hat, soziale Bindungen einzugehen. „Ich helfe ihr dabei, am sozialen Leben teilzunehmen und unternehme dafür viel mit ihr in der Freizeit.“ Berührungsängste hatte die 21-Jährige dabei nie. „Trotzdem musste ich mich natürlich darauf einstellen. Da ich aber auch ziemlich jung bin, hat das auf Anhieb gut geklappt.“

Wenn sie mit Menschen mit Behinderung unterwegs ist, stößt sie im Alltag manchmal auf Unverständnis. „Klar gucken die Leute auch mal komisch. Ich schäme mich aber nicht dafür mit ihnen gesehen zu werden. Jeder soll sich bei uns normal fühlen“, betont Aiken.

Neben dem Ehrenamt absolviert die engagierte junge Frau eine Ausbildung zur Steuerfachangestellten. Eine Ausrede, um nicht zu helfen ist das für sie allerdings nicht. „Die Ausbildung und das Lernen für die Berufsschule sind natürlich schon stressig.“ Trotzdem, sagt sie, seien ein paar Stunden ehrenamtliche Arbeit im Monat durchaus machbar. „Für mich ist das Ehrenamt auch ein Ausgleich zur Arbeit.“

„So sind wir eben“

In ihrem Alter ist das Engagement der 21-Jährigen eher selten. „Ich werde oft gefragt, wieso ich das überhaupt mache und wie ich darauf gekommen bin.“ Dabei ist ihre Mitarbeit für Aiken selbstverständlich. „In meiner Familie ist es normal, anderen zu helfen. So sind wir eben“, sagt die gebürtige Jamaikanerin. „Ich weiß, wie es ist, ohne Unterstützung zu sein. Nun habe ich genug und möchte anderen Menschen etwas zurück geben.“

Und damit möchte sie auch so schnell erst einmal nicht aufhören. „Ich will so lange weitermachen, wie es geht. Auch nach der Ausbildung werde ich mich weiterhin engagieren.“