In Osterfeld haben die jungen Regenten ihr Heimspiel

Suchen Sie mal den Jeck mit der Eisbärmütze! 75.000 Narren sorgten am Samstagnachmittag in Osterfeld für ein beeindruckendes Bild.
Suchen Sie mal den Jeck mit der Eisbärmütze! 75.000 Narren sorgten am Samstagnachmittag in Osterfeld für ein beeindruckendes Bild.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Beim Kinderkarnevalszug in Oberhausen-Osterfeld drängelten sich am Samstag 75.000 Narren. Die Sonne schien so warm: Karneval in Rio in Osterfeld.

Oberhausen.. Kinder, was seid ihr groß geworden: 75.000 Narren drängeln sich am Samstag am Wegesrand der Osterfelder Innenstadt. Mancher hat sich eines Teils seines Kostüms schon entledigt. So hängt die dicke Pulli-Jacke, die eigentlich zum Erdbeeren-Ensemble gehört, locker über der Schulter. „In der Sonne ist es so warm“, meint eine Jeckin. Karneval in Rio in Osterfeld?

Drei weitere Lagen Stoff erklären die Hitze. „Das war einfach eine zu viel!“ 12 Grad. Sonne. Und ein bestens gefüllter Kinderkarnevalszug. An der Bottroper Straße wird es schon kurz vor 15 Uhr eng. “Helau, Helau, Helau!“ Mancher verfrühter Narrengruß ist einem Brezelstand geschuldet, der wenige Minuten vor dem Start Backwaren verteilt, allerdings gegen Bares.

Von Wagen und Fußgruppen

Auffällig: Viele Fußgruppen mischen mit. Trecker tuckern durch die Straßen. Cowboys stupsen kleine Indianer an: „Da würde ich gerne mal mitfahren!“ Beim Nachzählen der Wagen kommen einige aus dem Rhythmus. „War das Schiff nicht schon mal vorhin da?“

War es nicht. 95 Wagen und Fußgruppen sorgen für einen beeindruckenden Treck. Da werden kleinere Hindernisse umschifft: Die KG Rot-Blau Rothebusch hat ein stabiles Narrenboot und meint: „Rothebusch auf dem Kanal, Sturmtief Ela kann uns mal!“

Karnevalszug in Oberhausen

Zum Kentern bringt die Filiale aus dem Veedel keiner. Überhaupt feiern die Narren mit vielen Vereinen und Gruppen aus den Stadtteilen. Einige Jecken reiben sich die Augen. Staunen über so viel jecke Pracht? Vielleicht, angesichts der milden Temperaturen greift mancher Jeck schon zum Taschentuch. Pollenallergie. Karneval, Hatschi!

Karneval, Hatschi!

Da passt der Wagen der Großen Osterfelder Karnevalsgesellschaft (GOK) außergewöhnlich gut: „Osterfeld blüht auf!“

Danke für die Blumen, denkt sich auch das Kinderprinzenpaar mit Lenja I. und Sebastian I. bei seinem Heimspiel. Die Narren sind gut gelaunt. Kein Schauer in Sicht, höchstens Kamelle-Regen.

Das Zugsparschwein

Unbezahlbare Eindrücke. Und in der Tat hat es die Narretei schwer, die Züge bei steigenden Gema-Gebühren, Versicherungsbeiträgen und Wagenbegleitpersonal zu sichern. Der Vorschlag der GOK-Senatoren „Soli für den Karneval“ wirkt da revolutionär, wenn auch wohl nicht mehrheitsfähig.

Freiwillig unterstützten die Narren den Zug mit dem Zugsparschwein: Dabei drehen die Jecken den Spieß einfach um und werfen Geldbeträge als Spende für die Züge auf einen Karnevalswagen. Damit es auch in den kommenden Jahren Kamelle regnet.