In Oberhausen wird es heißer und nasser

Tage wie diesen soll es künftig öfter geben: Durch Starkregen waren im Juli 2013 die Katharinenstraße und die Buschhausener Straße überflutet worden.
Tage wie diesen soll es künftig öfter geben: Durch Starkregen waren im Juli 2013 die Katharinenstraße und die Buschhausener Straße überflutet worden.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Das Potsdamer Institut veröffentlicht Wetterprognosen bis 2100.Klimawandel wird in der Stadt größere Rolle spielen. Ein Manager soll kommen.

Oberhausen.. Alle reden vom Klimawandel – aber was bedeutet das eigentlich? Antworten gibt es beim Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung. Erstmals liefern dort Forscher Zukunftsszenarien für Kommunen. In Oberhausen wird die Jahres-Durchschnittstemperatur von bisher 13,4 auf 15,8 Grad klettern – allerdings bis 2100.

Doch nicht nur die wahrscheinliche Entwicklung der Temperatur lässt sich an den insgesamt 100 Wetter-Simulationen der Klimaforscher ablesen. Auch Regen- und Schneemengen wurden analysiert. Die Potsdamer Klimaforscher bestätigen die Prognose, dass es künftig in Oberhausen deutlich mehr Regentage geben wird.

Immer öfter Starkregen in Oberhausen

Bis 2100 könnten bis zu 976 Millimeter im Jahresmittel an Regen fallen, noch sind es etwa 781 Millimeter. Die steigende Regenmenge verteilt sich auf immer weniger Tage. Gibt es derzeit noch etwa 140 Tagen ohne Niederschlag, sind es in 75 Jahren schon 209. Folglich steigt die Zahl der Starkregentage von 18 auf 34.

Auch die Zahl der Sommertage wird steigen, von derzeit knapp 26 auf bis zu 58 im Jahr. Besonders eklatant wird der Anstieg der heißen Tage sein: von aktuell drei Tagen auf 16 Tage.

Und auch der Frost verändert seine Zeiten: Friert es derzeit an etwa 21 Tagen im Jahr, so rutscht das Thermometer in wenigen Jahrzehnten an etwa 79 Tagen unter die 0-Grad-Marke.

Mehr Schnee in den 50er Jahren

Früher gab es mehr Schnee, erinnern sich viele Ältere. Stimmt: In den 50er Jahren lag im Schnitt pro Jahr an drei Tagen der Schnee mehr als zehn Zentimeter hoch, heute liegen wir bei null Tagen. Und das wird sich auch bis 2100 nicht ändern.

In Oberhausen wurden in Zusammenarbeit mit dem Wuppertaler Institut für Klima, Umwelt und Energie in den vergangenen Jahren Maßnahmen zum Klimaschutz erarbeitet und zum Teil umgesetzt. Im Klimaschutzbericht aus dem Jahr 2012 schlägt das Wuppertaler Institut die Einrichtung eines Klimaschutzmanagers bei der Stadt Oberhausen vor.

Bereichsleiter gesucht

Markus Werntgen-Ormann, Bereichsleiter Umweltschutz: „Wir werden einen diesbezüglichen Antrag in diesem Jahr beim Bundesumweltministerium stellen, das diese Stelle für drei Jahre fördert.“

Zudem sei der Bereich Umwelt neu organisiert worden, um Klimaprojekte voranzutreiben. Noch muss dafür jedoch ein Bereichsleiter gefunden werden, sagt Werntgen-Ormann. Er führt aus: „Ein wesentliches Thema der Zukunft wird sein, Wege und Gebiete in der Stadt zu finden, wohin das Wasser bei Starkregen abfließen kann, denn den wird es künftig häufiger geben. Daran wird derzeit gearbeitet“.