In der Ruhraue in Oberhausen im „Niemandsland“

Malerische Ruhraue im „Niemandsland“ zwischen Oberhausen, Mülheim und Duisburg.
Malerische Ruhraue im „Niemandsland“ zwischen Oberhausen, Mülheim und Duisburg.
Foto: WAZ-FotoPool
Was wir bereits wissen
Am Ende des Ruhrparks in Oberhausen überrascht die Ruhraue mit einem malerischen Ausblick. An die Stelle des Schachts Alstaden trat 1965 ein Park.

Oberhausen.. Von der Solbadstraße in Alstaden sind es per Fahrrad je zehn Kilometer nach Duisburg-Ruhrort oder zum Schloss Borbeck in Essen, drei Kilometer zum Wassermuseum in Mülheim und zehn zum dortigen Wasserbahnhof. Aber Gästeführerin Silvia Golz zieht es weder da- noch dorthin. Sie parkt am Ruhrpark, schräg gegenüber von einem Backsteingebäude am Tor zum ehemaligen Schacht I der Zeche Alstaden. Es lockt sie in den reizvollen Park und an die daran angrenzende malerische Ruhraue.

45 Jahre lang wurde hier Steinkohle gefördert, von 1859 bis 1904. Danach diente der Schacht nur noch als Wetterschacht, war 1965 verfallen, als darauf eine Parkanlage angelegt wurde. Eine Gedenktafel erinnert an diese Vorgeschichte. Es geht an einem Schild „Landschaftsschutzgebiet“ vorbei. Plötzlich steht man an einem haushohen bunten Klettergerüst auf einem großen Spielplatz. Beide sind leider verwaist. Die Kletterburg hat etwas von Pippi Langstrumpfs Villa Kunterbunt, findet auch die Gästeführerin.

Auffallend viele Hundehalter sind hier mit ihren Vierbeinern un­terwegs. Hinter dem Spielplatz liegt ein Feuchtbiotop, ein Weiher. Im Hintergrund sind fahrende Züge zu hören.

Zwei Bahnstrecken

Silvia Golz schreitet eine Treppe hoch und steht auf dem Rheindeich. Wiesen breiten sich hier aus. Sie werden von Möwen bevölkert. Der Blick vom Deich aus reicht bis hinüber nach Duisburg, wird aber von einer riesigen Abraumhalde aufgehalten.

Zwei Bahnstrecken rahmen den Ruhrpark ein, die von Duisburg nach Mülheim/Ruhr und die nach Oberhausen. „Die große Stinnes-Reederei in Mülheim hatte doch anfangs kein Interesse am Bau einer Bahnstrecke über Mülheim/Ruhr“, gibt Silvia Golz zu bedenken. Es wäre Konkurrenz für die Ruhr-Schifffahrt gewesen. Deshalb führte die Köln-Mindener-Eisenbahn auch 1847 von Duisburg über Oberhausen. Die Linie nach Mülheim folgte erst 15 Jahre später, 1862, gebaut von der Bergisch-Märkischen Bahn­gesellschaft.

Die Geräusche sind völlig ge­gensätzlich: Hier das Rauschen der Autobahn 40, dort das Zwitschern der Vögel vom Ruhrpark her zu hören. Wer die Stille sucht, muss sich zurück in den Park begeben. Der Weg führt auf einem Damm an urwaldähnlichen, scheinbar unberührten verbuschten Senken vorbei. Eine riesige halbmondförmige Wiese taucht auf. Sie wird eingerahmt von schönen Platanen. Der Weg umrundet sie. Hier sind auch immer Jogger unterwegs. Kurz vor dem Ausgang befindet sich, ebenfalls unter wuchtigen Platanen gelegen, eine Kriegsgräberstätte. Am Ende ist man auf der Kewerstraße, an die sich die Solbad­straße anschließt.