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In 80 Tagen nach China

09.04.2008 | 18:51 Uhr

TOUR. Per Drahtesel fährt Tobias Marner nach Peking. Er hofft auf Spenden für das Friedensdorf.

Tobias Marner weiß, was ihn erwartet: „Mir wird schon mal der Hintern wehtun.” So etwas gehört wohl dazu, wenn man rund 13 000 Kilometer mit dem Fahrrad zurücklegt. Am kommenden Samstag fliegt der 37-Jährige nach Griechenland, um von dort mit seinen Freunden Hartmut Bögel und Udo Ebert zu einer Radtour der besonderen Art aufzubrechen. Das Ziel: Peking, in diesem Jahr Austragungsort der Olympischen Spiele. Klar, dass sich Marner mit dem Konflikt zwischen China und Tibet sowie der Forderung, das olympische Feuer nicht in diese Stadt zu tragen, befasst hat: „Das ist keine einfache Sache. Aber ich denke, dass ein Olympia-Boykott der falsche Weg ist. Die Sportler sollen hinfahren und dort ihre Meinung äußern.”Vor dem Start seiner nicht alltäglichen Benefiz-Aktion besuchte der ehrenamtliche Helfer gestern das Friedensdorf, um sich von seinem Schützling zu verabschieden. Seit vergangenem November betreut Marner den neunjährigen Filipe aus Angola, der in der Essener Uniklinik behandelt wird. Die Idee, dass Kindern aus aller Welt an der Rua Hiroshima geholfen wird, ist Motivation für den dreifachen Vater, in die Pedale zu treten. „Im Friedensdorf wird der olympische Gedanke umgesetzt. Kinder können wieder dabei sein – im Leben”, erklärt der ehemalige Radrennfahrer.

Das EM-Endspiel im Hotel gucken

Deshalb hofft der Essener, dass möglichst viele Sponsoren seine Radtour für die gute Sache unterstützen: „Es wäre toll, wenn jemand einen Cent pro Kilometer an das Dorf spenden würde. Klar, dass auch kleinere und größere Beträge willkommen sind.” Nicht nur in diesem Punkt formuliert Marner seine Ziele klar: „Ich will nach China. Das muss ich in 80 Tagen schaffen.” Es sind zwei Jahresurlaube, die der Bau-Ingenieur in das Projekt steckt. Außerdem hat Marner am 29. Juni etwas vor: „Da will ich im Hotel das EM-Endspiel Deutschland gegen Frankreich gucken.” Der – optimistische – Sportsmann hat gesprochen.Angst spielt in Marners Gedanken vor der Tour über Teile der alten Seidenstraße keine große Rolle. „Was ich am meisten fürchte, sind Verkehrsunfälle. Deshalb trage ich auf meinem Rennrad einen Helm und eine Protectorhose.” Die gehören bei der Fahrt durch Länder wie den Iran, Usbekistan und Kirgistan genauso zum Gepäck wie ein kleines Zelt und ein Schlafsack. Übernachtet wird hauptsächlich im Freien und in Scheunen. Selber kochen fällt auf dem Weg nach Peking aus. Trockene Erklärung: „Dafür ist keine Zeit. Reis und Nudelsuppe bekomme ich schon.”

Markus Bülles

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Kommentare
12.04.2008
14:20
In 80 Tagen nach China
von Kai | #1

Der Drahtesel hat ausgewiehert! Gibts keine anderen Begriffe? Die WAZ kann es doch auch. Fahrräder sind weder aus Draht, noch benehmen sie sich störrisch wie Esel. Und vor allem sind Radfahrer nicht dumm, wie mit diesem Begriff wohl assoziiert werden soll.

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