Im Schatten der Baustelle

Der Wochenmarkt in Osterfeld: So gut besucht, wie noch vor Jahrzehnten, ist er nicht mehr.
Der Wochenmarkt in Osterfeld: So gut besucht, wie noch vor Jahrzehnten, ist er nicht mehr.
Foto: Fabian Strauch
Was wir bereits wissen
Gemüse, Blumen und jede Menge Textilien – in Osterfeld gibt es viele Stände, aber zu wenige Parkplätze. Die Baustelle am Markt bereitet Probleme.

Oberhausen.. Die Sonne strahlt, die polierten Red-Chief-Äpfel am türkischen Obststand glänzen in der Sonne, auf der Bank in Sichtweite machen es sich zwei Frauen und zwei Männer bequem. Der Besuch auf dem Wochenmarkt ist mehr als der bloße flotte Einkauf. Die Menschen kommen her, weil sie frische, regionale Ware kaufen möchten, andere, weil sie Schnäppchen machen möchten. Und wieder andere, weil sie einfach mal wieder quatschen möchten. Auch, wenn es auf dem Osterfelder Wochenmarkt eigentlich alles gibt, was man braucht – so ganz zufrieden sind Kunden und Händler aber noch nicht.

Es gibt Obst, Gemüse, Eier, Brot, Kräuter, Fleisch, Fisch und jede Menge Textilien. Und hier fängt die Kritik an. „Das gehört doch nicht auf den Wochenmarkt. Ich will hier keine Jeanshose für zehn Euro kaufen“, sagt Änne Rogall. Sie nicht, andere möchten das aber schon. Hermann Sackers, Obst- und Gemüsehändler und Vorstand der Oberhausener Markthändler, weiß, dass es an diesen Ständen auch eine Nachfrage gibt. In Osterfeld besuchen auch viele Bürger mit Migrationshintergrund den Wochenmarkt. Aber was wünscht sich denn eine Osterfelderin wie Änne Rogall stattdessen? „Mehr Auswahl“, sagt sie. Ja, es gibt Eier und Fisch und Fleisch.

Aber von allem nur wenig. So steht in Osterfeld nur ein Blumenstand – und das nur freitags. „Zu schwach für einen Wochenmarkt“ findet Rogall das Angebot. Früher ist sie immer gemeinsam mit ihrer Mutter auf den Osterfelder Markt gegangen, dafür kam die Mutter extra aus Klosterhardt. Und auch Hermann Sackers erinnert sich noch an die Zeiten, an denen kaum ein Durchkommen war, als der Markt so gut besucht war, dass die Menschen sich dicht an dicht an den Ständen entlang drängelten. „Früher gab es hier mal neun Obst- und Gemüsehändler“, erinnert Sackers. Das waren die Zeiten, als der Bergmann mittags nach Hause kam, als die Frau um 12 Uhr das Mittagsessen auf den Tisch stehen hatte. Die Zeiten ändern sich, so auch Angebot und Nachfrage.

Mehr Nachsicht gewünscht

Dennoch macht Sackers weitere Punkte aus, die dazu beitragen, dass der Markt im Laufe der Zeit kleiner geworden ist. Die fehlenden Fachgeschäfte, zum Beispiel. „Die Leute kommen nicht auf den Markt, nur um einen Wirsing zu kaufen. Die wollen auch in die Geschäfte“, ist Sackers überzeugt. Und außerdem gibt es da das Problem mit den Parkplätzen: „Zu wenig“, findet Sackers. An Markttagen wünsche er sich ein wenig mehr Nachsicht von den Knöllchen verteilenden Ordnungshütern. Und wie wäre es, wenn man die Marktstände enger zusammen rückt, etwas kompakter gestaltet und einen Teil des Marktplatzes zum Parken zur Verfügung stellt?

„Das müsste die Stadt prüfen. Wir sind in Gesprächen“, sagt Sackers, der aber gleichzeitig auf ein anderes Problem aufmerksam macht: Zu dem Wohnhaus, das mitten auf dem Marktplatz entsteht, soll auch eine Tiefgarage entstehen. Die Einfahrt soll laut Sackers auf dem Marktplatz entstehen. Während dieser Bauarbeiten, so Sackers, müssten die Markthändler eh umziehen. Ein Umstand, der den Händlern große Sorge bereitet, weil noch niemand wisse, wo der andere, vorübergehende Standort sein werde, wer wo stehen werde und wie sich das aufs Geschäft auswirke.

Die Bauarbeiten verunsichern die Händler auch bei der Planung von Aktionen. Denn durch solche wollen sie mehr Kunden auf den Wochenmarkt locken. Geplant ist wieder ein Marktfest mit Tombola, Musik und mehr.