Im Handumdrehen
10.12.2009 | 18:51 Uhr 2009-12-10T18:51:00+0100
Die Zahl der Einbrüche steigt – besonders in der dunklen Jahreszeit werden Diebe aktiv. Die Polizei rät: Vorbeugen.
Die Vorweihnachtszeit ist auch für Einbrecher eine Festzeit. Da sie zumeist tagsüber zuschlagen, wenn Wohnungs- und Hausbesitzer nicht da sind, wird die frühe Dämmerung zu ihrem Komplizen. Im November gab es in Oberhausen 124 Einbrüche, zwei Drittel davon waren Wohnungseinbrüche.
Doch bereits einfache Vorbeuge-Maßnahmen können große Wirkung zeigen, wie zum Beispiel Zeitschaltuhren, die an Stehlampen angeschlossen werden. Denn fehlendes Licht „dokumentiert Abwesenheit”, so Kriminalhauptkommissar Reinhard Quante, zuständig für technische Prävention. Ebenso sollten Urlauber dafür sorgen, dass jemand den Briefkasten leert: „Stapelt sich die Post, liegt die Vermutung nahe, dass niemand daheim ist”, erklärt Pressesprecherin Monika Friske. Das gleiche gilt für leere Mülltonnen.
Psychische Folgen
Da 75 bis 80 Prozent der Einbrüche durchs Fenster erfolgen, sollten diese immer geschlossen sein. Bereits „wenn man länger als zehn Minuten abwesend ist”. Denn Einbrecher sind schnell: Zwischen zehn und 30 Sekunden dauert ein Einbruch. „Bei einem Juweliergeschäft war die Polizei 20 Sekunden später vor Ort”, weiß Uwe Weighardt, Pressesprecher. „Die Täter waren schon weg und das Schaufenster leer.”
Doch der Schutz gilt nicht nur Wertgegenständen, auch die psychischen Folgen sind schwerwiegend: „Wenige haken einen Einbruch einfach ab”, weiß Quante. „Viele sind tief getroffen bis traumatisiert.” Als Reaktion werde dann das Haus verkauft oder man zieht um. Aber „man kann nicht entfliehen, sondern sich nur schützen.”
Beispielsweise in Form eines Querriegels vor der Tür. Kostenpunkt: zirka 400 Euro, plus einer hohen Garantie vor Einbrechern. Diese lassen sich schlecht katalogisieren: „Der jüngste war erst acht Jahre alt, aber es gab auch schon über 60-Jährige”, beschreibt Quante. Zirka 60 Prozent seien jedoch „professionelle, reisende Täter”.
Dass die Einbruchszahlen „deutlich gestiegen sind”, habe nichts mit der Wirtschaftskrise zu tun. Das sei ein „Entwicklungsprozess” und beginne bei der Erziehung: Oft hätten Täter bereits „im Kindesalter gestohlen.”
Wer wissen will, wie er sein Haus oder seine Wohnung sichern kann, bekommt Informationen unter Tel.: 826 45 11.

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