Hohe Belastung schreckt junge Mediziner ab

Die derzeit noch ausreichende Versorgung mit Hausärzten in Oberhausen droht sich in den kommenden Jahren deutlich zu verschlechtern. Wie schwer es ist, einen Nachfolger für die eigene Hausarztpraxis zu finden, erläuterte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Oberhausen, Dr. Heiner Vogelsang, dem Sozialausschuss. Lediglich vier Interessenten hätten sich gemeldet, aber keiner habe die Praxis übernehmen wollen, so Vogelsang. Allein die hohe Arbeitsbelastung schrecke schon viele ab. Ein anderes Hindernis, auf das auch der Kreisvorsitzende der Ärztekammer, Dr. Peter Kaup, hinwies: Überschreitet ein niedergelassener Arzt etwa sein Arzneimittelbudget, droht ihm eine Strafzahlung.

Die Frage laute: „Wie bekommen wir junge Ärzte dazu, sich niederzulassen?“ Eine Antwort darauf wussten weder Vogelsang und Kaup noch die Sozialpolitiker. Die Stadt könne etwas tun, indem sie ihre Attraktivität steigere. Für Oberhausen spreche die relativ günstige Miete, meinte Johannes Stelzer, der eine Praxis für ärztliche Psychotherapie an der Marktstraße betreibt. „In Düsseldorf würde ich das Doppelte zahlen.“

Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein plant, dass sich auf ihrer Website Kommunen als möglicher Praxisstandort präsentieren können: Wohnsituation für Familien, Kultur-, Freizeit- und Schulangebote. Start soll im Laufe des Sommers sein.