Hilfe für Mieter rund ums abgesackte Haus in Oberhausen

Detlef Rosendahl (rechts) ist Monika Wintzer und Stefan Hübsch (2. von rechts) sowie Andreas Jahn für die Hilfe, die sie ihm leisten, sehr dankbar.
Detlef Rosendahl (rechts) ist Monika Wintzer und Stefan Hübsch (2. von rechts) sowie Andreas Jahn für die Hilfe, die sie ihm leisten, sehr dankbar.
Foto: Kerstin Bögeholz / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Detlef Rosendahl wohnte im Nachbargebäude des abgesackten Hauses. Doch dann wurde auch seine Wohnung evakuiert. Und er erfuhr viel Unterstützung.

Oberhausen.. Als die Mieter des abgesackten Hauses an der Thüringer Straße 3a in Windeseile ihre Wohnungen verlassen mussten, war Detlef Rosendahl im Nachbarhaus dabei, sich in seinen neuen vier Wänden einzurichten.

Doch zwei Tage später hieß es auch für den 64-jährigen Rentner und die anderen Bewohner des Hauses Thüringer Straße Nr. 3: raus. Papiere, Kleidung und ein paar andere Habseligkeiten durften sie noch mitnehmen. Die Möbel blieben zurück. Ob das Haus zu retten ist, steht noch nicht fest. Zurückkehren wird Rosendahl aber auf keinen Fall. Er hat mittlerweile nicht nur eine neue Wohnung, er hat auch Mitmenschen gefunden, die ihm tatkräftig zur Seite stehen. Dem sozialen Netzwerk sei Dank.

Auf Facebook-Gruppe Oberhausen davon berichtet

„Ich saß gerade mit meiner Frau gegenüber im Nikolaus-Grill, als Detlef draußen alleine und frierend vor dem Haus stand“, sagt Andreas Jahn. „Wir kamen miteinander ins Gespräch.“ Jahn fackelte nicht lange, berichtete auf der Facebookseite der Oberhausen-Gruppe von Rosendahls Schicksal.

Als Monika Wintzer das las, dachte sie: „Da muss ich helfen. Als Leiterin des Kundenservices und des Lagers bei Uni Polster kann ich da vielleicht ‘was tun.“ Geschäftsführer Frank Jankuhn gab sein Okay. Uni Polster spendierte eine Ledergarnitur und zwei Sessel. „Laminat und Teppichboden haben wir auch noch“, sagt Wintzer, die Rosendahl privat noch einige Dinge ihres kürzlich verstorbenen Bruders überließ. Spiegel, Geschirr und Besteck verschenkten andere Facebook-Mitglieder.

„Ein Anruf und innerhalb von 24 Stunden hatte ich meine neue Wohnung“

Und die Familie Jahn blieb auch nicht untätig: „Meine Frau hat einen Malerbetrieb in Gladbeck.“ Keine Frage, dass man Rosendahls neue Wohnung strich und tapezierte. „Und das Laminat und den Teppichboden würden wir auch verlegen“, verspricht Andreas Jahn.

Für den 64-Jährigen, der leidenschaftlicher Motorradfahrer ist, ist diese Welle an Hilfsbereitschaft überwältigend. „Ich kann nur immer wieder allen Danke sagen.“ Das schließe auch ausdrücklich Helga Stelzer von der Stadt Oberhausen ein. „Sie war Tag und Nacht für die evakuierten Mieter ansprechbar.“ Auch seinem neuen Vermieter ist er dankbar: „Ein Anruf und innerhalb von 24 Stunden hatte ich meine neue Wohnung.“

Was ihn aber wurmt, ist, dass die Stadt zwar 350 Euro zahlte, aber nicht an ihn, sondern an einen Kumpel, bei dem er eine Woche lang wohnte. „Ich habe nichts bekommen.“ Das zinslose Darlehen, das die Stadt anbietet, möchte er nicht in Anspruch nehmen. „Ich möchte keine Schulden haben.“ Eine Versicherung für Elementarschäden besitzt er leider nicht.