Herausforderung

Zu „Flüchtlingsunterkünfte“. Die enorm wachsende Zahl der Flüchtlinge, die nach Oberhausen kommen, ist eine Herausforderung für unsere Stadt. Dieser müssen wir uns gemeinsam stellen, um den Menschen beizustehen, die aus ihren Heimatländern fliehen mussten und erleichtert sind, endlich in Sicherheit zu sein. Besonders die notwendig gewordenen Entscheidungen für neue Standorte zur Unterbringung von Flüchtlingen erfordern dabei von allen Beteiligten ein hohes Maß an Verantwortung. Es ist dabei besonders wichtig, auf der einen Seite den Dialog mit den Anwohnern zu suchen, auf der anderen Seite aber nicht jedem Protest nachzugeben.

Und genau deshalb finde ich es wichtig, dass Apostolos Tsalastras sich der Diskussion mit den Anwohnern gestellt hat. Tsalastras Vorschlag, auf den Standort Sperberstraße zu verzichten, ist sowohl im Sinne der Flüchtlinge als auch der Anwohner richtig, da dieser Standort viel zu beengt ist. Genauso ist es aber richtig, am durchaus geeigneten Standort Kapellenstraße festzuhalten, auch wenn es heftige Proteste gibt. Den Protestierenden hier nach dem Mund zu reden wäre populistisch.

Auch wenn es richtig ist und bleibt, so viele Flüchtlinge wie möglich in Wohnungen inklusiv im gesamten Stadtgebiet unterzubringen, ist klar, dass aufgrund der aktuellen Flüchtlingswelle aus vielen Krisengebieten auf neue Standorte nicht verzichtet werden kann. Auch werden nicht genug geeignete Wohnungen angeboten. Wer etwas anderes behauptet, handelt unverantwortlich. Stattdessen sollten wir in Oberhausen uns gemeinschaftlich der Verantwortung stellen und uns für eine gastfreundliche Willkommenskultur engagieren, wie es schon viele Menschen, Kirchengemeinden, Vereine usw. tun – auch in meinem Umfeld auf dem Tackenberg. Ich bin in den Begegnungen mit Flüchtlingen immer wieder erschüttert, welches unmenschliche Leid ihnen zugefügt worden ist, dem sie sich nur durch eine dramatische Flucht entziehen konnten und dafür viel aufgeben mussten. Sie haben unsere freundschaftliche Solidarität dringend nötig.