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Heinrich-Böll-Gesamtschule in Oberhausen hat zu wenig Plätze

10.04.2011 | 17:11 Uhr
Heinrich-Böll-Gesamtschule in Oberhausen hat zu wenig Plätze
Insgesamt 56 Schüler mussten wegen Platzmangel von der Heinrich-Böll-Gesamtschule in Oberhausen abgewiesen werden.

Oberhausen.   Die Heinrich-Böll-Gesamtschule in Oberhausen hat nicht genügend Plätze und lehnt Kinder aus dem Ort ab. Wer an der Gesamtschule aufgenommen wird, entscheidet das Losverfahren. Insgesamt 56 Schüler mussten abgewiesen werden.

Robin B. (11) kann die Entscheidung nicht verstehen. Der Grundschüler wollte nach den Sommerferien an seine Wunsch-Schule wechseln, die Heinrich-Böll-Gesamtschule (HBG). Doch die Schule entschied per Losverfahren: Kein Platz für Robin.

Mutter Andrea B. ist verzweifelt: „Das ist unglaublich, unfassbar. Robin ist noch nie so blass gewesen wie jetzt. Ich muss meinem Kind doch irgendwie helfen können.“ Die Schule liege nur wenige Gehminuten von der Haustür entfernt. Alle seine Freunde und auch der ältere Bruder besuchten die HBG. Bei der Anmeldung hätte die Sekretärin versprochen, dass sie sich keine Sorgen machen müsse: Robin wohne ja in direkter Nachbarschaft der Schule.

Was Andrea B. außerdem ratlos macht: „Selbst Kinder aus Dinslaken oder Bottrop haben einen Platz an der Heinrich-Böll-Gesamtschule bekommen.“ Der Schulleiter des HBG, Reiner Geßwein, dementiert allerdings: „Bei uns sind nur Oberhausener Kinder angenommen worden. Und dass unsere Sekretärin eine Zusage gegeben haben soll, kann ich mir absolut nicht vorstellen.“ Natürlich habe er Verständnis für den Ärger der Mutter: „Das ist nicht schön.“ Gerade wenn bereits Geschwisterkinder die Schule besuchen würden, sei die Entscheidung „besonders hart und unerfreulich“ für die Familie.

Losverfahren fair?

Das Losverfahren sei jedoch eine faire Chance, meint Geßwein. Bei dem Diktat des Zufalls gibt es zwei Lostöpfe. In einem liegen die Namen der Schüler mit einem Notendurchschnitt bis 3,0, in dem anderen die mit einem schlechteren Schnitt. Aus beiden Gruppen seien gleich viele Kinder ausgelost worden. Würde man den Schulweg als weiteres Kriterium berücksichtigen, würden viele Eltern, die nicht im Oberhausener Norden wohnen, benachteiligt - und das wäre ja auch unfair, erklärt Geßwein. Über das Kriterium Geschwisterkind wolle er in der Zukunft aber mit seinen Kollegen noch einmal reden.

Auch Michelle T. (10), die mit ihrer alleinerziehenden Mutter ebenfalls nur wenige Meter Luftlinie von der HBG entfernt wohnt, ist nicht angenommen worden. Sie habe geweint, klage nun über verstärkte Bauchschmerzen und weigere sich, den im Nachmeldeverfahren erhaltenen Platz an der Gesamtschule Osterfeld anzunehmen, sorgt sich ihre Mutter. Am 22. Februar bereits hat Tatjana G. den Brief mit der Absage erhalten. Darin heißt es: „(…) wegen der Aufnahme mehrerer schwer körperbehinderter Schülerinnen und Schüler“ belaufe sich die maximale Anmeldezahl auf 172 Kinder.

56 Schüler abgelehnt

Michelle und Robin sind nicht die einzigen Kinder, die von der HBG abgewiesen wurden: 56 Schüler konnten nicht aufgenommen werden – eine ähnliche Größenordnung wie in den Jahren zuvor. Auch die Gesamtschule Alt-Oberhausen, die Gesamtschule Weierheide und die Gesamtschule Osterfeld mussten Kinder wegen mangelnder Kapazitäten ablehnen. Die Hauptschulen dagegen suchen händeringend noch nach Schülern.

Tatjana G. schaltete ihren Rechtsanwalt ein, der bereits einen Widerspruch an die Schule schickte. HBG-Schulleiter Reiner Geßwein antwortete am 25. März. Er habe das Schreiben an die Bezirksregierung weitergeleitet. Zusätzlich hat sich die besorgte Mutter an ihren Hausarzt gewandt, der ihr attestierte: Bei ihrer Tochter Michelle „droht die psychische Verfassung zu eskalieren“, wenn sie keinen Platz an der HBG bekomme. Der Oberhausener Allgemeinmediziner befürwortet eine „Ausnahmeregelung“.

Die Mutter von Robin B. hat ihren Sohn bislang an keiner anderen Schule angemeldet. Und: „Er soll auf keinen Fall auf eine Hauptschule.“ Denn von einer anderen Schule abholen könne sie Robin nicht so ohne Weiteres, da der ältere Sohn regelmäßig ins Uni-Klinikum nach Essen begleitet werden müsse. Er habe einen krankhaft erhöhten Hirndruck ohne eindeutige Ursache. „Bei ihm muss regelmäßig Hirnwasser entnommen werden“, berichtet sie. Wie sie die Termine für ihre Kinder unter einen Hut bringen soll, wenn beide auch noch auf verschiedene Schulen gehen müssen, weiß sie nicht. Robin jedenfalls will nur eines: „Ich möchte auf die Schule, auf der mein Bruder ist.“

Ausbildungsordnung für die Sekundarstufe I

So steht es in der Ausbildungsordnung für die Sekundarstufe I (APO S I) des Landes NRW: „Übersteigt die Zahl der Anmeldungen die Aufnahmekapazität der Schule, berücksichtigt die Schulleiterin oder der Schulleiter bei der Entscheidung über die Aufnahme Härtefälle und zieht im Übrigen eines oder mehrere der Kriterien heran: 1. Geschwisterkinder, 2. ausgewogenes Verhältnis von Mädchen und Jungen, 3. ausgewogenes Verhältnis von Schülerinnen und Schülern unterschiedlicher Muttersprache, 4. in Gesamtschulen Berücksichtigung von Schülern unterschiedlicher Leistungsfähigkeit, 5. Schulwege, 6. Besuch einer Schule in der Nähe der zuletzt besuchten Grundschulen, 7. Losverfahren.“

Tobias Fülbeck

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Kommentare
12.04.2011
09:50
Heinrich-Böll-Gesamtschule hat zu wenig Plätze und lehnt Kinder aus dem Ort ab
von Kingston | #13

@10 - ob der Artikel dummes Zeug ist, ist eine Sache der Perspektive - dumm allerdings sind solche Kommentare wie Ihrer.
Wenn schon Geschwister auf der Schule sind ist doch klar, dass ein Kind dorthin möchte. Es ist auch nachvollziehbar, dass man den kürzesten Schulweg für seine Kinder möchte und eine alleinerzeihende Mutter oder Mutter eines kranken Kindes eben auch versucht die optimalste organisatorische Lösung für die Familie zu finden.
Das ist doch deren ureigenste Sache so zu denken und sie tuen damit doch niemandem weh - außer Ihnen Golfy vielleicht, aber dann lesen sie halt demnächst einfach hier nicht mehr.

12.04.2011
08:39
Heinrich-Böll-Gesamtschule hat zu wenig Plätze und lehnt Kinder aus dem Ort ab
von kadiya26 | #12

@4 nicki0503

Gegen wen oder was geifern Sie denn da, Sie äußern sich sehr unklar.
Gegen den Artikel oder gegen bestimmte Kommentare? Meinen etwa??
In dem Fall kann ich nur eine Empfehlung zurück geben: Erst lesen, und zwar richtig, und dann schreiben.

Desweiteren empfehle ich Kommentar #9 zur Lektüre. Dort ist eine souveräne elterliche Haltung zu sehen, die vor allem für die Kinder hilfreich ist.

11.04.2011
18:49
Heinrich-Böll-Gesamtschule hat zu wenig Plätze und lehnt Kinder aus dem Ort ab
von badchefin | #11

Wenn man einen solchen Medienrummel veranstaltet, nur weil man seinen Willen nicht bekommt, wie verhalten sich solche Eltern dann, wenn der Lehrer mal etwas verlangt (z.B. Hausaufgaben?) was den Eltern nicht passt? Wird dann der Lehrer in der Zeitung gemobbt und aus der Klasse/Schule getrieben?
Überlebensfähige Kinder werden auf diese Art nicht erzogen und gestärkt. Wichtig ist, dass Eltern ihre Kinder begleiten, auch dann, wenn der gewünschte Weg nicht möglich ist. Ich würde meine Kinder nicht einer solchen Öffentlichkeit ausliefern. Und es geht hier wohl auch nicht um einen Platz an einer Gesamtschule, damit eventuelle Ausbildungsmöglichkeiten gewahrt bleiben, wenn ich das richtig gelesen habe.
Jeder kann natürlich seine Kinder auch zur Schule bringen oder auch nicht. Das aber muss dann auch bei den Eltern liegen, diese Organisation ist allein - ebenso wie ihre Entscheidungen - ihnen überlassen!
Ich habe insgesamt fünf Schulen besucht, keine davon konnten sich meine Eltern oder ich mir aussuchen, trotzdem ist wohl ein anständiger Mensch aus mir geworden. Aber das war auch noch zu einer anderen Zeit.

11.04.2011
14:53
Heinrich-Böll-Gesamtschule hat zu wenig Plätze und lehnt Kinder aus dem Ort ab
von golfy | #10

Mein Sohn möchte gerne Karten für ein Heimspiel vom BVB haben. Leider kommt er bei der Verlosung nicht zum Zuge. Er kann kaum noch schlafen und ist völlig entsetzt. Unser Arzt sagt, dass er bleibende psychische Schäden zurückbehält. Könnte Sie von der WAZ das nicht mal drucken und bei Herrn Watzke vorstellig werden? Sie sind doch offensichtlich für solch dummes Zeugs gerne zuständig.

11.04.2011
11:19
Heinrich-Böll-Gesamtschule hat zu wenig Plätze und lehnt Kinder aus dem Ort ab
von Alstaden9 | #9

Natürlich ist das keine schöne Situation für die Kinder!
Aber für mich liegen die Ursachen für diese überzogene Reaktion bei den Müttern/Eltern.
Die wussten doch vorher, dass ein Losverfahren zum Einsatz kommt. Und ein Ergebnis dieses Verfahrens ist, dass es auch Kinder gibt, die nicht ausgelost werden.
Meine Kinder wurden durch Losverfahren auf ihre Wunschschule gelost.
Ich habe denen vor der Zusage aber immer wieder gesagt, dass sie auch Pech haben könnten. Und das eine andere Schule auch nicht der Weltuntergang sein würde.
Wir wären alle erst mal traurig gewesen, wenn es nicht geklappt hätte, aber wie sagte schon der Philosoph D. Stepanovi?: Lebbe geht weider.
Solche Gespräche haben hier mit den Kinder wohl überhaupt nicht stattgefunden. Ein klares Versäumnis der Mütter/Eltern!

11.04.2011
10:00
Heinrich-Böll-Gesamtschule hat zu wenig Plätze und lehnt Kinder aus dem Ort ab
von Kingston | #8

Ich habe Verständnis für die Mütter und hätte bei meinen kindern ganz genauso gehandelt, wenn es notwendig gewesen wäre.

11.04.2011
09:46
Heinrich-Böll-Gesamtschule hat zu wenig Plätze und lehnt Kinder aus dem Ort ab
von TorstenOberhausen | #7

Blödsinn !
Robin kann es nicht fassen ? Das ist unterstes Journalistenniveau !

11.04.2011
08:45
Heinrich-Böll-Gesamtschule hat zu wenig Plätze und lehnt Kinder aus dem Ort ab
von ruhrgebietwest | #6

Sie habe geweint, klage nun über verstärkte Bauchschmerzen und weigere sich, den im Nachmeldeverfahren erhaltenen Platz an der Gesamtschule Osterfeld anzunehmen, sorgt sich ihre Mutter.


Ökomäßiges Zickengejammer...was soll das in einer Zeitung?

11.04.2011
08:33
Heinrich-Böll-Gesamtschule hat zu wenig Plätze und lehnt Kinder aus dem Ort ab
von ruhrpottbastard | #5

Das Leben ist kein Wunschkonzert !
Es ist sicherlich traurig wenn man nicht das bekommt , was man sich wünscht ( gerade auch wenn einem -von einer Sekretärin- auch noch falsche Hoffnung gemacht wird. )
Aber auch die Kinder müssen lernen, das mit mit solchen Sachen Leben muss. Es wird immer wieder Sachen im Leben der Kinder geben, wo sie bemerken, dass es nicht nach ihren Wünschen gehen kann ( oder den Wünschen der Eltern ).
Ich finde die Sache mit dem Rechtanwalt und dem Hausarzt übertrieben, auf solche Ideen wäre meine Eltern nicht gekommen.

11.04.2011
08:29
Heinrich-Böll-Gesamtschule hat zu wenig Plätze und lehnt Kinder aus dem Ort ab
von nicki0503 | #4

Wenn ich so was lese wird mir schlecht. Man solte erst mal eine Gesamtschule besuchen bevor man einen solchen Müll schreibt. Ob eine Mutter ihr Kind abholen möchte oder nicht muß sie doch selber entscheiden. Kümmert sie sich nicht um ihr Kind ist sie eine Rabenmutter, will sie ihr Kind noch von der Schule abholen ist das auch falsch. Ist doch klar das man auf die Schule möchte die in der nähe der Wohnung ist und wo auch die Freunde der Kinder hingehen. Wiso ist man hysterisch wenn das Kind nun mit dem Bus zur Schule muß, wenn man doch eine vor der Türe hat? Warum ist eine Gesamtschule nicht eine richtige Schule ??? Man sollte erst DENKEN und dann SCHREIBEN. Ich wette die Schreiberlinge über mir haben noch nie eine Gesamtschule von innen gesehen.Schönen Tag noch und erst DENKEN und dann SCHREIBEN.

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