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Heimspiel für Michael Witte

15.06.2012 | 18:30 Uhr
Heimspiel für Michael Witte
Der Schauspieler Michael Witte ist am Samstagabend auch in einer Inszenierung des Theater Dortmund zu sehen. Foto: Tom Thöne / WAZ FotoPool

Oberhausen. Der Samstagabend wird ein Heimspiel für Michael Witte . Der Schauspieler, der seit vielen Jahren in am Oberhausener Theater engagiert ist, tritt beim NRW-Theatertreffen nun auch mal als Gast auf. Zu sehen ist er in der Inszenierung „Nora/Gespenster“ des Theaters Dortmund . Auch Regisseur Kay Voges, mit dem ihn eine langjährige Theater-Freundschaft verbindet, ist in Oberhausen kein Unbekannter.

„Wir sind irgendwie Brüder im Geiste. Er ist ein evangelischer Punkrocker und ich bin ein katholischer Internatsschüler. Beide sind wir auf der Suche nach Gott“, beschreibt Witte die Zusammenarbeit. Gerne ist der 51-Jährige Voges für „Nora/Gespenster“ nach Dortmund gefolgt. Es ist eine düstere Fortsetzung, die Voges zusammengefasst hat und beide Stücke von Ibsen als logische Abfolge erscheinen lässt. Der Charakter der Inszenierung unterscheidet sich gänzlich von Herbert Fritschs gefeierter Version „Nora oder ein Puppenhaus “ und Witte rechnet sich gute Chancen aus, dass die Dortmunder vielleicht den NRW-Theatertreffenpreis abräumen.

"Ich hatte immer das Glück, dass mich die Rollen gefunden haben"

Ihre erste gemeinsame Produktion liegt Jahre zurück. „Gloria of living“ hieß sie. Es folgte das beliebte Stück „Feuergesicht“. Der Kölner mag Herausforderungen, zuweilen extreme Rollen. „Ich hatte immer das Glück, dass mich die Rollen gefunden haben“, erzählt der Schauspieler, der sich als junger Erwachsener mit Engagement und Willen den Weg auf die Bühnen geebnet hat. In einer Berliner Wohngemeinschaft machte er in den späten 70er Jahren die ersten Schauspielerfahrungen. Die WG entwickelte ein Theaterstück und Witte schrieb sich eine Rolle auf den Leib. Er verkörperte einen Jugendlichen mit einigen Problemchen, angelegt als Jesusjünger, der auch mal ein paar Joints rauchte. Der charismatische Schauspieler sagt heute selbst von sich, dass er als Jugendlicher einen „Jesusfimmel“ hatte. „Die Rolle war nicht hundertprozentig ich, aber sie enthielt Teile von mir.“

Erste Schauspielerfahrungen sammelte er in einer WG. Damals schrieb er sich eine Rolle auf den Leib. Foto: Tom Thöne / WAZ FotoPool

Zum ersten Mal hat er das Gefühl, Leute in seinen Bann ziehen zu können. Witte bricht sein Studium der Theaterwissenschaften ab und bewirbt sich an Berliner Schauspielschulen – „eine Schule außerhalb Berlins wäre nicht in Frage gekommen“. Doch die lehnen ab. Witte gibt nicht auf, macht eigene Erfahrungen. Er wird Mitglied subversiver freier Theatergruppen, begeistert sich für polnische Hardcore Trainings- und Theatermethoden und leistet sich privaten Schauspielunterricht und Sprecherziehung. 1986 folgt das erste Engagement beim Theater an der Ruhr.

Mehr Zuschauer erwünscht

Ein Kulturschock. Er zieht nach Duisburg, hier ist alles noch grau in grau. Und auch die Menschen waren irgendwie bunter in Berlin. Er bleibt trotzdem, spielt acht Jahre unter Ciulli . „Das war eine lehrreiche Zeit.“ Um sich freizuspielen, macht er anschließend einen Abstecher nach Konstanz zum Stadttheater. „Die Lebensqualität am Bodensee ist schon hoch.“ Dennoch ist er gerne wieder zurückgekehrt. In Oberhausen gefällt ihm, dass die Leute nach den Stücken gerne mit den Schauspielern diskutieren. „Es könnten allerdings ein paar mehr ins Theater kommen.“

Fabienne Piepiora



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