Heimliche Metropole der Kulturhauptstadt
11.06.2008 | 19:07 Uhr 2008-06-11T19:07:00+020029 OB-Projekte sind 2010 dabei. Die großen werden noch geprüft.Theater kann interkommunal sein, Kurzfilmtage sollen lokaler werden
Zu ungewohnt früher Stunde tagte der Kulturausschuss gestern nicht etwa wegen des EM-Spielplans, sondern aufgrund der Außerordentlichkeit der Haushaltskonsolidierung, wie Vorsitzender Daniel Schranz betonte. Dabei wurde doch nur vorberatschlagt - die Hausaufgaben haben die Parteien auf ihren Klausurtagungen erledigt und den Rest übernimmt Haupt- und Finanzausschuss bzw. der nächste Rat.
So war die Stimmung trotz Tränenliste heiter, wenn nicht gar aufgekratzt. Bürgermeisterin Gretel Kühr (CDU) zum Beispiel fühlte sich nicht recht: "Wenn ich umfalle, lasst mich einfach liegen." Schranz fühlte sich genötigt, "revolutionäre Zustände" zu unterbinden.
Und es wird Sommer.
Kurzum: Es herrschte Einigkeit, die "unendliche Zahl von Kürzungsvorschlägen", so Sprecher Manfred Flore (SPD), "mit großer Ernsthaftigkeit" geprüft zu haben und "gewisse Änderungen, Automatisierungen, die nicht an die Substanz gehen", abzunicken.
Das Theater. Hier erscheine eine interkulturelle Zusammenarbeit künftig nicht nur technisch, auch künstlerisch wertvoll. Der "Zwang der Verhältnisse" dürfte auch bei den Nachbarn gelten. Neu-Intendant Peter Carp jedenfalls habe signalisiert, ein "vernünftiges Programm" machen zu können. Was Besucherzahlen betrifft, hoffe man ebenfalls auf die Magie des Wechsels.
Die Zukunft der Kultur ist also gesichert, auch wenn sich die Kurzfilmtage (sanktioniert, aber nicht sakrosankt) ins Gästebuch schreiben lassen müssen, daran zu arbeiten, "dass auch der Oberhausener sie als sein Festival" begreift.
Für die Volkshochschule, die sich "im Namen des Entbürokratisierungsprozesses" (O-Ton von Leiter Erwin Diederich) vom Volumen gestrafft präsentierte, wurde dennoch eine Zusatzprüfung der Kursangebote angekündigt. Alles eine Frage der Rentabilität.
Immer noch etwas drin zu sein scheint beim Thema Kulturhauptstadt 2010: Heimliche Metropole könnte Oberhausen werden mit 29 Netzwerk-Projekten. "Hohe Hausnummer", erläutert Schranz. Die Verwaltung vernahm für die übrigen Großideen wie die Umsetzung des "Internationalen Oberhausener Literaturpreises" die besten Wünsche.

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