Heimatloser Postsack sorgt für Diskussionen

Der Poststreik ist auch auf Facebook ein Thema. In einer Oberhausener Gruppe des sozialen Netzwerks wurde ein Foto heiß diskutiert, das ein Nutzer hochgeladen hatte. Es zeigt einen schwarzen Postsack, der an einer Hauswand liegt, offenbar an der Shell-Tankstelle an der Dorstener Straße. Dazu stellte der Oberhausener den Kommentar: „Die Freitagspost liegt immer noch unbewacht an der Straße.“

Die folgenden 80 Beiträge dazu warfen vor allem die Frage auf: Lassen streikende Postboten Briefe und Co. nun einfach unbeaufsichtigt in irgendwelchen Ecken liegen?

„Nein“, sagt Postsprecher Achim Gahr, „was genau dort passiert ist, lässt sich nicht mehr herausfinden, aber es hat nichts mit dem Streik zu tun“. Solche Säcke müssten nämlich zunächst morgens von einem Zusteller gepackt und verschlossen werden. Nach einer ersten Runde kann er dann nachladen. Wenn der Bote aber streikt, gibt es keine gepackten Säcke. Ursache für so einen Fund sei also nicht der Streik, sondern eine Panne oder ein Unfall unterwegs. Etwas, das den Boten vom Weitermachen abgehalten habe, erklärt der Postsprecher den Fund.

Unterschiedliche Streikbereitschaft

In den Facebook-Diskussionen spiegelt sich auch wider, dass die Nutzer sehr unterschiedlich betroffen sind: Einige bekommen ihre Post trotz des Streiks der Zusteller täglich, andere seit Wochen gar nicht.

Grund dafür sei die Streikbereitschaft, die sich überall unterschiedlich auswirke, erklärt der Sprecher der Deutschen Post. So würden manche Bezirke täglich bestreikt, andere nur zwei Tage, die nächsten gar nicht. „Manchmal übernehmen die Verteiler aus dem einen Bezirk einen benachbarten – dazu kann man aber niemanden zwingen, das ist alles freiwillig“, sagt Gahr.

Sorgen um ihre Post müssten sich die Oberhausener aber nicht machen. „Zurzeit können wir 80 Prozent der Briefe und Pakete bundesweit zustellen, manche nur eben mit Verzögerung“, sagt er. Verloren ginge nichts: „Das wird bei uns in den Zustellstützpunkten nach wie vor auf die Boten verteilt und dort so lange gelagert, bis sie ausgeteilt wird.“

Seit vergangenen Freitag hat die Gewerkschaft Verdi den Streik ausgeweitet, da die Deutsche Post AG es abgelehnt hat, die 49 Regionalgesellschaften in den Haustarifvertrag mit aufzunehmen. Weitere Zustellbezirke in Oberhausen und Sterkrade werden nun bestreikt.