Heftiger Knatsch bei Stoag

Seit Wochen herrscht bei der städtischen Nahverkehrstochter Stoag heftiger Knatsch zwischen der Geschäftsführung von Werner Overkamp und dem Betriebsrat. Zum ersten Mal lehnte die Arbeitnehmervertretung Dienstpläne strikt ab: Erst verweigerte sie der Sommerferien-Dienstorganisation die Zustimmung, nun auch dem seit gestern geltenden normalen Hauptplan der Stoag.

Der Streit entzündet sich zwischen Betriebsratschef Michael Stemmer und Werner Overkamp vor allem wegen der nach Ansicht des Betriebsrates durch eine Pausen-Neureglung viel zu hohen Belastung der Fahrer. Die bei der Stoag erneut in diesem Jahr von der Politik angeordneten Einsparungen hätten die Belegschaft viel zu stark getroffen, ist der Betriebsrat überzeugt.

Das sehen die beiden Geschäftsführer der Stoag, Overkamp und Peter Klunk, anders. Zwar sei der Leistungsdruck durch die seit zehn Jahren anhaltenden Sparwellen bei der Stoag gestiegen, doch die neuen Dienstpläne seien für viele Fahrer günstiger als bisher. Die erste Ablehnung des Ferienplans durch den Betriebsrat hat die Stoag-Führung vollkommen überrascht. Das Arbeitsgericht ordnete ein Einigungsstellenverfahren an — das nun auch noch das zweite Nein zum Haupt-Dienstplan behandelt.

Nach Angaben der Stoag-Spitze wirkt sich die Kontroverse bisher nicht aufs Nahverkehrs-Angebot und auf den Service für Fahrgäste aus: Busse und Bahnen fahren nach Plan. Die Einigungsstelle soll die beiden Kontrahenten nun besänftigen. So richtig kann niemand erklären, warum ausgerechnet jetzt der Streit so hochkocht. Sollte dies weiter eskalieren – der Motivation der Fahrer dürfte dies nicht förderlich sein.