Das aktuelle Wetter Oberhausen 13°C
Mindestlohn

Für Bärbel Höhn ist Stundenlohn von vier Euro nicht unsozial

05.02.2013 | 17:56 Uhr
Für Bärbel Höhn ist Stundenlohn von vier Euro nicht unsozial
Mit einer Stellenanzeige suchte der Oberhausener Kreisverband der Grünen einen Praktikanten für den bevorstehenden Bundestagswahlkampf. Mittlerweile hat die Partei die Ausschreibung aus dem Netz genommen.Foto: dapd

Oberhausen.  Der geplante Stundenlohn von vier Euro für den Posten des Wahlkampfmitarbeiters bei den Grünen hat bei Lesern und Politikern große Wellen der Empörung geschlagen. Als Reaktion auf die geharnischte Kritik nimmt die Partei die Stellenausschreibung für das „Praktikum“ jetzt aus dem Netz.

Die Absicht der Oberhausener Grünen , einen neuen Mitarbeiter für den Bundestagswahlkampf ihrer Kandidatin Bärbel Höhn nur für vier Euro je Stunde zu entlohnen, hat eine breite Welle an Kritik hervorgerufen. Die massiven Reaktionen bewogen Oberhausens Parteichef Andreas Blanke, die Stellenausschreibung mit den extrem hohen Anforderungen für einen sogenannten „Praktikanten“ sofort vom Netz zu nehmen – wenige Stunden nach Veröffentlichung des Berichts.

„25 Stunden für 400 Euro ist nicht unsozial und keine Schweinebezahlung“, rechtfertigte sich Höhn auf dem Online-Dienst Twitter. Sie legte zugleich Wert auf die Feststellung, dass sie selbst nicht direkt den „Praktikanten“ einstelle, sondern ihr Kreisverband. Allerdings müssten die Anforderungen für die „Praktikanten“-Stelle und das Arbeitsprofil „präziser formuliert werden“. So werde das „selbstständige Arbeiten“ nicht mehr als primäres Qualifikationsprofil verlangt. Eventuell soll die Praktikumszeit auch von sechs auf drei Monate gekürzt werden. Bleiben werde es bei der Vergütung von 400 Euro im Monat.

Stellenanzeige
Voraussetzungen für das Praktikum bei den Grünen
  • Aus der Stellenanzeige fürs Grünen-Praktikum: „Wir erwarten selbstständiges Arbeiten, Eigeninitiative, strategisches Denkvermögen und die Fähigkeit, Konzepte zu erarbeiten.“
  • „Wir suchen Studenten mit Erfahrung in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Vorausgesetzt werden sicherer Umgang mit Office-Software, Grafik-Programmen, Online-Kommunikation.“

Politiker und Leser zeigten sich über den grünen Billiglohn erstaunt, verärgert und empört. „Besser kann man den Verrat an eigenen Idealen gar nicht dokumentieren als durch solche Unverschämtheiten!“, schreibt etwa Online-Leser DrWotan. „Wer bisher noch nicht begriffen hat, dass die Grünen eine Partei sind, die Wasser predigen und selbst Wein trinken, der ist selbst daran schuld“, urteilt Mario Djaschi. Bekanntlich setzen sich die Grünen für einen Mindestlohn von 8,50 Euro ein. In diesem Zusammenhang wiesen auch mehrerer Leser darauf hin, dass die Grünen einst gemeinsam mit der SPD Hartz-IV verabschiedeten.

Die Konkurrenz-Parteien der Grünen wundern sich über deren Unverfrorenheit. „Ich war fassungslos, als ich das gelesen habe“, sagt CDU -Parteigeschäftsführer Christian Benter. Die CDU zahle Wahlkampfhelfern einen Stundenlohn von mindestens 10 und bis zu 16 Euro Stundenlohn. „Praktikanten wenden sich an uns und bei denen steht das Lernen im Vordergrund und nicht umgekehrt.“

Hintergrund
Grüne suchen einen Mitarbeiter für vier Euro die Stunde

Bärbel Höhn sucht für die nächste Bundestagswahl einen Mitarbeiter für den Oberhausener Wahlkreis. Diese Praktikantenstelle wird mit nur vier Euro die...

Der Oberhausener Linken-Bundestagsabgeordneter Niema Movassat schimpft: „Dieses Praktikum bei Bärbel Höhn ist der blanke Hohn! Sie sucht jemanden, der Kernaufgaben im Wahlkampf übernehmen soll. Das ist in etwa so, als ob ein Geschäft einen Praktikanten für die Filialleitung sucht.“ Der SPD-Landtagsabgeordnete Wolfgang Große Brömer meinte: „Eigentlich erledigt sich da jeder Kommentar. Das ist ein gründlicher Fehler, der schnell beseitigt werden sollte.“

Artikel auf einer Seite lesen
  1. Seite 1: Für Bärbel Höhn ist Stundenlohn von vier Euro nicht unsozial
    Seite 2: Bärbel Höhn: „Eine sehr gute Vergütung für ein Praktikum“

1 | 2

Kommentare
19.09.2013
18:05
Für Bärbel Höhn ist Stundenlohn von vier Euro nicht unsozial
von Obernichtraucher | #103

Für die Drecksbande würde ich nicht bei 20€ Stundenlohn arbeiten!

Funktionen
Aus dem Ressort
Oberhausener Top Secret feiert dritten Geburtstag
Spionagemuseum
Besucher erhalten am Sonntag, 26. April, drei Euro Rabatt auf jede Eintrittskarte. Team freut sich darauf, viele Gäste zu begrüßen.
Hohe Fotokunst mit Werksmotiven in Oberhausen
Fotografie
Ausstellung zeigt Bilder von Herbert List aus dem Thyssen-Krupp-Archiv. „Licht über Hamborn“ in der Walzhalle im LVR-Industriemuseum.
Investor kündigt größeres Hirsch-Center in Oberhausen an
Einzelhandel
Gleich mehrere Interessenten für leerstehende Max-Bahr-Filiale im Sterkrader Fachmarktzentrum.Unternehmer greift Planung für einen neuen Elektromarkt...
Ermittler sehen im Oberhausener iPhone-Skandal keinen Betrug
Betrugsfall
Nach dem iPhone-Skandal will die Staatsanwaltschaft nur Untreue und nicht Betrug anklagen. Unabhängige Prüfer sind noch nicht beauftragt worden.
Tiere in Not kommen in ein sicheres Zuhause
Soziales
Das Mülheimer Tierheim steht auf einer soliden Finanz-Basis. Die Kosten von werden zu je 50 Prozent von den Städten Mülheim und Oberhausen getragen.
Fotos und Videos
RWO gegen den MSV
Bildgalerie
Fußball
So verlief das Spiel RWO gegen den MSV
Video
Niederrhein-Pokal
Kommunion
Bildgalerie
Religion
article
7571347
Für Bärbel Höhn ist Stundenlohn von vier Euro nicht unsozial
Für Bärbel Höhn ist Stundenlohn von vier Euro nicht unsozial
$description$
http://www.derwesten.de/staedte/oberhausen/harte-kritik-an-gruenem-billig-lohn-in-oberhausen-id7571347.html
2013-02-05 17:56
Oberhausen, Politik, die Grünen, Mindestlohn, SPD, CDU, Kritik, Wahlkampfmitarbeiter,Niema Movassat
Oberhausen