Hamster mit Familienanschluss

Wie so ein dsungarischer Zwerghamster in der kaukasischen Steppe lebt? Woher soll ich das wissen. Ich weiß nur: sicher steht an den Ufern des Jennissei kein großes, rotes Familiensofa für zwei Erwachsene und drei Kinder, auf dem er herumklettern darf. Unser kleines und sehr zutrauliches Familienmitglied, das die Kinder „Schnuffi“ getauft haben, hat sich der neuen Kulturlandschaft schnell angepasst. Er liebt das Sofa. Und da Zwerghamster ihr „Revier“ gern mit Duftdrüsen markieren, hat Schnuffi gleich mal die ganz große Drüse angeworfen – und uns mitten aufs Sofa eine nette Pfütze gesetzt. Ich hatte gleich so ein ungutes Gefühl, als ich sah, wie er innehielt, leicht entspannt die Augen schloss und leise brummte. Jedenfalls haben wir die Stelle sofort intensiv gereinigt. Sobald Schnuffi noch mal innehält, setzen wir ihn sofort wieder in seinen Käfig. Denn dort hat er eine eigene Örtlichkeit mit feinstem kaukasischen Steppensand, der – nach dem Preis zu urteilen – direkt aus Kasachstan eingeflogen wird. Die Kinder googeln derweil, wie man Zwerghamster stubenrein kriegt. Schnuffis Verhalten, finden sie, sei doch nur zu menschlich: Auch ein Zwerghamster wolle mal vorm Fernseher entspannen, Chips knabbern und die Füße hochlegen. Ich könnte ihm dazu noch ein Bier anbieten, ergänzte ich, und später mit ihm kaukasische Hirtenlieder brummen. Wenn’s denn geht, ohne dabei irgendetwas im Raum zu markieren. So machen wir’s.