Hakenkreuze auf Albertz-Grabstein

Drei Hakenkreuze sind auf dem Grabstein der Ruhestätte von Luise Albertz auf dem Liricher Westfriedhof zu sehen. Ein Leser dieser Zeitung entdeckte die Kreide-Schmierereien am Freitagnachmittag. Polizeibeamte sahen sich das Grab der ehemaligen Oberhausener Oberbürgermeisterin (Amtszeiten von 1946-1948 und 1956-1979) gestern an. „Wir setzen uns mit dem Staatsschutz in Essen in Verbindung, die in einem solchen Fall für die Ermittlungen zuständig sind und werden eine Strafanzeige gegen Unbekannt stellen“, sagte Polizeisprecher Andreas Wilming-Weber gestern. Nach Paragraf 86a des Strafgesetzbuches ist die „Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen“ strafbar und kann mit bis zu drei Jahren Haft oder einer Geldstrafe geahndet werden. Das Hakenkreuz gehört dazu. „Es spricht einiges dafür, dass es sich um eine gezielte Tat handelt, die im Kontext mit der Vergangenheit zu sehen ist“, mutmaßt Andreas Wilming-Weber.

Luise Albertz, die „Mutter Courage des Ruhrgebiets“ und erste Oberbürgermeisterin einer deutschen Großstadt, war die Tochter des im Konzentrationslager Bergen-Belsen ermordeten SPD-Politikers Hermann Albertz. Luise Albertz, die 1979 im Alter von 77 Jahren starb, wurde auf dem Westfriedhof beigesetzt, nur der Familienname „Albertz“ steht in Bronzebuchstaben auf dem unbearbeiteten Felsblock am Kopfende der Ruhestätte.

Der für das Gelände zuständigen Oberhausener Gebäudemanagement GmbH war bis gestern „nichts von dem Vandalismus bekannt“, so OGM-Sprecher Alexander Höfer. Hinweise an die Polizei: 8260.