Hakenkreuze auch auf Gedenktafel

Weitreichender als zunächst bekannt haben Unbekannte auf dem städtischen Westfriedhof ihr Unwesen getrieben: Sie haben nicht nur den Grabstein der letzten Ruhrstätte der 1979 verstorbenen Oberbürgermeisterin Luise Albertz mit drei Hakenkreuzen verschandelt. Nach Angaben der Stadttochter OGM wurde auch eine Gedenktafel mit Nazi-Symbolen beschmiert, die an ein Busunglück im April 1945 erinnert. Bei diesem kamen 13 Schülerinnen des heutigen Elsa-Brändström-Gymnasiums ums Leben.

Beide Verschandelungen seien noch am Montagmorgen mit einer Bürste beseitigt worden, sagt OGM-Sprecher Alexander Höfer. Der Essener Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen. Schmierereien auf dem Westfriedhof habe es in jüngerer Vergangenheit nicht gegeben.

Die SPD verurteilt aufs Schärfste die Beschmierung des Grabsteins der Familie Albertz mit den Hakenkreuzen. „Hermann, seine Tochter Luise und ihre gesamte Familie haben unter dem Naziregime sehr gelitten“, schreibt Parteichef Michael Groschek. „Sie waren aufrechte Kämpfer für ihre Stadt – sie gehören untrennbar zu unserer Geschichte und darauf sind wir stolz.“