Händler fühlen sich im Stich gelassen
29.07.2011 | 19:28 Uhr 2011-07-29T19:28:00+0200
Oberhausen.Für City-Manager Franz Muckel war die siebte Sommermusiknacht ein voller Erfolg: „Sie ist eine der beliebtesten Veranstaltungen in der Innenstadt, die auch Menschen anderer Stadtteile anzieht.“ Und doch: Diese Erfolgsgeschichte schreiben nicht alle Einzelhändler der Innenstadt mit. Massive Kritik am City-Management und an der Stadt hagelt es von Geschäftsleuten der Elsässer Straße.
„Wir sind bei dem Fest nicht berücksichtigt worden: keine Bühne, kein Bierwagen“, klagen sie und machten deshalb ihre Geschäfte zur Sommernacht überwiegend nicht auf. Sie fühlen sich nicht nur allgemein gegenüber der Marktstraße zu wenig unterstützt, sondern sogar in ihrer Initiative immer wieder ausgebremst.
„Man vernachlässigt uns“ - der Satz fällt in Gesprächen immer wieder, der Frust sitzt tief und währt schon seit Jahren. Anzeichen für die Vernachlässigung sehen die Betroffenen viele: Dass derzeit kleine Baustellen die Zugänge zu den Geschäften der Fußgängerzone stören, Stände auf der Marktstraße den Zugang regelrecht absperren, sind dabei in ihren Augen nur Randphänomene. Viel deutlicher bedrückt etwa der Leerstand des ehemaligen Ledergeschäfts die Inhaberin des gegenüber liegenden Geschäfts Ars Vivendi. Seit Jahren muss Marlies Randebrock auf die auffälligen leeren Schaufenster blicken. Dass an dieser prominenten Stelle „nichts los“ ist, wirke sich auch auf das Image der Straße aus: Die Zahl der Laufkundschaft sinkt, stellt Randebrock fest.
Umzug des Weihnachtsmarktes
Ein weiterer Kritikpunkt der Händler: die Stadtfeste . Ob Musiknacht, Weihnachtsmarkt oder verkaufsoffene Sonntage - in der Zone zwischen Helmholtz- und Marktstraße werde wenig für die Attraktivität getan. Zum City-Fest stehen japanische Autos in der Fußgängerzone, „doch wen interessieren die?“, kritisiert Marion Mannewitz, Inhaberin von Optik Birfelder, „kaum jemanden.“
Sie bedauert besonders den Umzug des Weihnachtsmarktes an den Altmarkt: „Als er noch am Friedensplatz war, und hier die Buden standen, gab es mehr Laufkundschaft.“ Reinhard Behnert, Inhaber des Sportgeschäfts, das seit 30 Jahren gegenüber liegt, pflichtet bei: Buden wären gut, aber mit Handwerk statt Waffeln, Glühwein und Co.
Oberhausen sollte gemütlicher werden
Das Image und die Entwicklung der Innenstadt würde er gerne verändern: „Oberhausen sollte nicht auf Großstadt machen“, findet er, „sondern gemütlicher werden.“ Andere werden noch deutlicher: Eigeninitiative werde regelrecht verhindert, hat Marlies Randebrock den Eindruck: Wer etwa zu City-Festen selbst Getränke und Snacks anbiete, um Kunden auf die Elsässer Straße zu locken, habe direkt das Ordnungsamt vor der Tür. So geschehen bei einer Erbsensuppen-Aktion des Leonardo-Geschäfts nebenan.
Engagierte Händler findet man durchaus auf der Elsässer Straße und doch vielleicht zu wenige: „Gemeinsame Aktionen verlaufen zäh“, spielt der kritisierte City-Manager Franz Muckel den Ball auch zurück an die Kritiker. An runden Tischen beteiligten sich stets die gleichen und zu wenig Geschäftsleute. „Ein mentales Problem“, glaubt Muckel. Das sei etwa an der Langemarkstraße anders: „Dort sind alle Geschäftsleute mit Ideen dabei, sie fragen sogar jetzt schon nach, wie sie sich zur Einweihung des Bert-Brecht-Hauses einbringen können.“
Fehlendes Budget
Die Elsässer Straße bestimmt eine klassische Katze-beißt-Schwanz-Situation: Weil den Händlern zu Veranstaltungen die Aktionen - und somit die Laufkundschaft - fehlen, machen sie nicht auf. Und wenn doch jemand kommt? „Zur Musiknacht war die Straße fast beängstigend voll“, sagt Muckel. Doch gerade einmal zwei Geschäfte waren geöffnet. Auch das hat eine negative Signalwirkung. „Wenn die Händler gemeinsam eine Bühne stiften, wie es die Gastronomen gemacht haben, dann kann hier auch ein Bierwagen stehen“, bietet Muckel an.
Gibt es doch zu wenig Engagement? „Ich muss in gewisser Weise zustimmen“, räumt Mannewitz selbstkritisch ein. Einige seien bereits entmutigt, zudem fehle manchem wegen der mäßigen Einnahmen das Budget. „Aber wozu gibt es dann ein City-Management ?“, erwidert Behnert und wäre zu gemeinsamen Aktionen bereit, „es müsste jemanden geben, der die Führung übernimmt.“
Management hält am Weihnachtswald fest
„Einen Weihnachtsmarkt wie früher auf dem Friedensplatz und in der Fußgängerzone wird es nicht geben“, hält City-Manager Franz Muckel am Konzept des Weihnachtswaldes am Altmarkt fest. Einen Markt vertrage die Elsässer Straße nicht, glaubt er, denn selbst der jetzige Wald könne sich angesichts der Besucherzahlen nur mit Mühe behaupten. Zugeständnisse macht das Management aber hinsichtlich der Weihnachtsbeleuchtung für die Elsässer Straße: Sechs Lichtbögen für 20.000 Euro will es vorfinanzieren. Es fehlt allerdings noch das Einverständnis der Hauseigentümer an der Straße für das Anbringen der notwendigen Halterungen.

17:12
Zum einen sind Satzzeichen keine Rudeltiere. Zum andern fehlen leider einige Worte, die eine eindeutige Deutung ihrer Aussage für mich persönlich leider nicht möglich machen. Bitte äussern Sie sich nochmals in adäquater Form da mich schon interessieren würde was Sie speziell zu meiner Aussage sagen wollten. Vielen Dank.
06:53
#1:
laber, laber, laber
#2 3:
ja kann ich zustimmen, ABER #3:
und dann wieder mal mal am am UERIGE, beide Kneipen (auch DANZIG am Altmarkt) haben doch seit Jahren PROMOTION durch diese Zeitung ohne Ende!
O.K. da belebt sich was und wird was gemacht...,aber fällt irgendwo auf, seit Jahren immer die gleichen Kneipen hochloben???????
14:47
Also mal im Ernst.. Es ist möglich, die Fussgängerzone mit Ständen zu bepflastern aber der Weihnachtsmarkt findet nur in der hintersten Ecke der Fussgängerzone statt? Ja okay, es gibt dort das Gdanska aber viel mehr auch nicht. Ich vermisse ernsthaft einen Weihnachtsmarkt der mit ein paar Ständen und weihnachtlichen Ambiente die Fussgängerzone entlang zu finden ist. Meinetwegen dann auch mit einem Wendehammer auf dem jetzigen Markt.
12:49
Wieder ein Kommentar von ihnen der vor Sachkenntnis strotzt. Anscheinend ist ist ihre Entwicklung zur Zeit der Pferdefuhrwerke stehengeblieben. Es gibt Leute, die zu jedem Thema ihre Unkenntnis preisgeben müssen. Wenn man so schlau ist, sollte man wenigstens konstruktive Vorschläge machen und nicht so einen Mist schreiben.
12:10
na ja, langsam muss man sich den realitäten mal anpassen. plunder, brillen und schnickschnack werden heutzutage über das internet ver- und gekauft. der reiz verschlafener provinznester ist nun mal begrenzt. für vernünftige klamotten, die man mit kauferlebnis verbinden möchte, muss man eh nach köln oder düsseldorf fahren. das ist keine spezielle oberhausener entwicklung, in benachbarten städten ist diese entwicklung noch rasanter wahrnehmbar. bisher ausgedachte initiativen helfen hier auch nichts. um es auch für den laien verständlich zu machen: als es autos zu kaufen gab, ging die anzahl der verkauften pferdefuhrwerke auch zurück...