Grundschüler wollen Tiergehege im Kaisergarten schützen

Das Kinderparlament der Wunderschule im Kaisergarten.
Das Kinderparlament der Wunderschule im Kaisergarten.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Kinderparlamentarier der Wunderschule Oberhausen besuchen Kaisergarten. WAZ-Redaktion stellt Kontakt zur Leiterin Anette Perrey her.

Oberhausen.. Das hat die Kinder der Wunderschule wirklich aufgeregt: Da verenden Tiere im Gehege des Kaisergartens, weil Besucher ihren Müll wegwerfen oder weil Hunde nicht vorschriftsmäßig angeleint sind und dann das freilaufende Geflügel beißen. Über die Regelverstöße durch Besucher im Kaisergarten berichteten wir in dieser Zeitung. Die Schüler der Grundschule an der Wunderstraße lasen den Artikel und waren ärgerlich bis traurig. Dabei beließen sie es aber nicht, sondern schrieben einen Brief an die WAZ-Redaktion, die den Kontakt mit Dr. Anette Perrey, Leiterin des Tiergeheges, herstellte.

Auf ihre Einladung hin waren in dieser Woche 19 Schüler, allesamt Mitglieder des Kinderparlaments der Wunderschule, im Alter von sechs bis zehn Jahren im Tiergehege zu Gast. Begleitet von Lehrerin Annika Niemeier und Rektorin Sabine Mentgen brachten sie ihre selbst gemachten Poster mit, auf denen sie die Regeln fürs Tiergehege festgehalten haben: Keinen Müll wegwerfen. Die Futteranweisungen beachten. Hunde nicht frei laufen lassen. „Die Poster haben wir hier am Bauernhof aufgehängt und da bleiben sie jetzt so lange sie nicht kaputt gehen“, sagt Anette Perrey.

Alle müssen Rücksicht nehmen

Sie ist begeistert von der Aktion der Schüler, „das zeigt ja auch ihren Respekt vor unserer Arbeit und der Anlage. Wenn die Kinder selbst auf das richtige Verhalten achten, dann pflanzt sich das fort“, hofft Anette Perrey, „sie sind schließlich unsere Besucher von morgen.“ Die Schüler drehten auch gleich eine Runde bei ihrem Besuch und sammelten Müll auf.

Rund 450.000 Gäste verzeichnet das Tiergehege im Jahr, an guten Wochenenden bewegen sich 3000 bis 4000 Menschen in dem Areal, zu dem der Zugang kostenfrei ist. Da muss jeder Rücksicht nehmen und sich an die Regeln halten – auch im Sinne der anderen Gäste. „Das Anfassen und Füttern der Tiere gehört ja zu unserem Konzept, aber es muss trotzdem verträglich bleiben“, sagt die Leiterin des Geheges. Dazu gehört auch, die Tiere nicht zu ärgern und den Kontakt nicht zu erzwingen. Und eben wirklich nur das erlaubte Futter zu geben: das Wildfutter (vor Ort erhältlich) und Möhren, die man ebenfalls vor Ort kaufen kann, die aber auch mitgebracht werden dürfen. „Wenn dann Besucher sagen, dass Möhren im Discounter weniger als einen Euro kosten, dann stimmt das natürlich“, erklärt Perrey, „aber mit dem Verkauf des Futters finanzieren wir auch ein Stück weit das Gehege und brauchen so kein Eintrittsgeld zu erheben.“