Grüne wollen für Flaschensammler leere Pfandkisten an Laternen binden
17.08.2012 | 11:58 Uhr 2012-08-17T11:58:00+0200
Oberhausen. Damit Flaschensammler nicht mehr in Müll wühlen müssen, wollen Mitglieder der Grünen Jugend in Oberhausen leere Pfandkisten an Laternen binden. In Berlin und Hamburg gibt es dies bereits. Im Grunde ist die Stadtverwaltung mit der Idee einverstanden, trotzdem gehe es nicht ohne Genehmigung.
Es sollte eine spontane gute Tat werden, die sich die Mitglieder der Grünen Jugend da überlegt haben. Damit Pfandflaschensammler nicht mehr Armtief in Abfallkörben nach Leergut suchen müssen, wollen die jungen Aktiven kostenfrei spezielle Getränkekisten in der Innenstadt aufstellen. In denen können Passanten ihre Pfandflaschen hinterlassen statt sie in den Mülleimer zu werfen.
Nach einer Meldung von Radio Oberhausen hat davon die Stadtverwaltung Wind bekommen. Ist der Tenor auch positiv („Müllvermeidung begrüßen wir immer“) – ohne offizielle Genehmigung dürften aber die Kisten nicht aufgestellt werden.
Die Idee stammt aus Hamburg und Berlin: Das Unternehmen „Lemonaid“, das mit dem Erlös seiner Getränke soziale Projekte unterstützt, hat in der Hansestadt erstmals Pfandkisten an Laternen befestigt, aus denen sich Flaschensammler verletzungsfrei, hygienisch und würdevoll Leergut wegnehmen können.
Drei dieser speziellen Kisten hat „Lemonaid“ der Grünen Jugend geschenkt – samt Anleitung, um sie diebstahlsicher zu befestigen. An der Marktstraße, vor und hinter dem Hauptbahnhof sollen die Kisten noch im August aufgestellt werden. Werden sie genutzt, folgen weitere.
Idee soll auch das Stadtbild verbessern
„Wir wollen uns als Jugendverband nicht nur auf Infostände und Demonstrationen beschränken, sondern etwas in dieser Stadt schaffen“, sagt Hakan Gürer, Sprecher der Grünen Jugend. Nicht nur helfe der Kisten-Service den Betroffenen, es verbessere auch das Stadtbild , wenn eben nicht länger Leergut aus Mülleimern geklaubt werden muss.
Für die Kisten brauche es eine Sondernutzungserlaubnis, sagt Stadtsprecher Martin Berger, für die im Innenstadtbereich 4,40 Euro pro Quadratmeter und Monat anfalle. „Da diese Aktion aber der Müllvermeidung dient, könnte eine Gebührenbefreiung ausgesprochen werden.“ Der Jugendverband will die Genehmigung nun beantragen.
22:16
Pfandflaschen sind Geld. Wenn man sich die Beiträge, etwa Nr. 54 oder 58 durchliest, könnte man meinen, es handelt sich um Kartoffelschalen, die gesammelt werden, aus denen sich arme Leute eine Suppe kochen. Hallo? Es sind Pfandflaschen, die die Leute einsammeln, in einem Automaten schieben und anschließen das Geld erhalten. Wenn es Menschen gibt, die zu faul und/oder zu reich sind, eine Pfandflasche im Laden abzugeben, sondern diese stattdessen wegwerfen, heißt es nicht, dass die, die die Dosen einsammeln, ansonsten nicht überleben könnten. Aber warum sollen sie es nicht machen? Das ist doch, als würde Geld auf der Straße liegen.
Weil man die Energie, die man dafür verwendet, Stundenlang durch die Gegend zu rennen um Flaschen aufzusammeln besser dafür nutzen könnte, sich eine richtige Arbeit zu beschaffen.
Klar fällt der Flaschen-Opa, der nur seine Rente aufstocken will aus diesem Raster raus.
@Codemancer
Die Menschen werden nicht gezwungen, die Pfandflaschen einzusammeln und somit ihre Energie damit zu verschwenden. Ich kenne nicht die Anzahl der Hartz-4 Empfänger in Oberhausen, aber in Essen etwa, so war vor kurzem zu lesen, sind es etwa 80.000. Da laufen aber keine 80.000 Leute durch die Straßen und suchen Flaschen. Es sind in aller Regel auch nicht Hartz-4 Empfänger, die nach Flaschen suchen, sondern die Menschen, die komplett durchs Raster gefallen sind, die etwa aufgrund von Sucht ihren Job und ihre Wohnung verloren haben und ohne Obdach sind. Was bitte ist daran so erniedrigend, wenn diese Menschen Pfandflaschen einsammeln? Ist betteln oder stehlen besser oder menschenwürdiger?
15:03
@54
"Ihr solltet euch lieber fragen, warum Menschen überhaupt in so eine Lage kommen ..."
Na ganz einfach.
Weil weltfremde Obermoralisten wie die Grünen dafür sorgen, daß alles immer teuer wird. Die Grünen bekämpfen keine Armut, indirekt fördern Sie sie.
Ich fände es mal interessant zu wissen, wie viele der Menschen, die in so einer Lage sind, Alkoholkrank und/oder Nikotinabhängig sind und ob es da eine maßgebliche Signifikanz gibt.
Sie lassen wohl keine Peinlichkeit aus, um Ihre spießigen Vorurteile vorzuführen, oder?
Was hat eine "und/oder Nikotinabhängigkeit" mit dem Sammeln von Pfandflaschen zu tun und welche Bedeutung hat Ihre Begriffsschöpfung "maßgebliche Signifikanz"? Irgendwo auf der Straße aufgeschnappt oder bloß verhört?
Selbst wenn Sie feststellen sollten, dass es unter 100 Flaschensammlern eine signifikante Abhängigkeit von Alkohol und/oder Nikotin gibt, nenne ich Ihnen z.B. 300 nicht-flaschensammelnde leitende Angestellte aus der Baubranche, bei denen das mit der Sucht genauso aussieht.
Aber Obermoralisten wie Ihnen scheint Logik ein fremdes Universum zu sein.
14:00
ach nee,
datt is aber gar nicht schöööön.
Da geht ja der ganze Spaß des sammeln verloren,
wenn man die Flaschen nicht mehr suchen darf.
Ick bin dagegen, denn ick möchte weiterhin suchen dürfen.
Denn die Flaschensucherei ist ähnlich wie zu Ostern die Eiersuche.
So ist das Ganze Jahr Ostern, wenn schon Weihnachten immer ausfällt,
weil einem die Sozis alles genommen haben, sollte wenigstens dieser
Spaß beibehalten werden!
Heul doch............
Die Sozis haben dir also alles genommen? Was denn?
Gucke dich in anderen Ländern um, wo es so viel Hilfe vom Staat gibt wie hier.....
Solange ein schwer arbeitender Familienvater weniger raus bekommt als ein Hartzi, welcher dann auch noch mit ein bisschen Flaschensammeln völlig steuerfrei einen recht netten Nebenverdienst hat - solange brauchen wir auch nicht darüber zu Reden, dass es den Leuten mit Hartz-IV sooo schlecht geht.
Wir haben andere soziale Baustellen in Deutschland, die viel wichtiger sind.
13:46
Passt doch. Flaschen zu Flaschen!
13:40
Viel würdeloser ist doch das Modell, bei dem der Sammler angerufen wird, um die Flaschen abzuholen, weil die trinkenden Herrschaften zu faul zum selber wegbringen sind.
Das ist aber eine sehr einseitige Ansicht!
Es gibt Menschen, die trinken nicht unbedingt Alkohol. Weiß nicht, ob Sie davon schon mal gehört haben. Und wenn ich jetzt viele Flaschen habe, aber keine Lust, die bis was weiß ich wohin zu bringen (stellen Sie sich mal vor, in Styrum gibt es nicht an jeder Ecke einen Automaten oder ein Geschäft, wo man sie abgeben kann), dann ist die Idee doch sinnvoll. Wenn ich selbst auf das Pfand verzichten will / kann, warum nicht?
Nicht jeder hat ein Auto und nicht jeder kann (z. B. aus gesundheitlichen Gründen) mit dem Rad fahren.
Wie sind die Leute ohne Auto denn an die (vollen) Flaschen gekommen?
Vielleicht, weil sie sie nach und nach gekauft haben?
Und wenn man etwas nach und nach kauft, kann man es nicht auch nach und nach weg bringen?
Mein Vater sagt immer: Geh nie mit leeren Händen.
Mal sehen, was jetzt für eine krude Ausrede kommt.
Keine Ausrede. Aber wenn ich eine ganze Tasche voll leerer Flaschen habe und dann mit dem Bus fahren muss, kommt das gut :-( Zumal - ich rede jetzt von mir - meist nur zu Zeiten fahren kann, wo die Busse nicht gerade eine Leerfahrt machen.
Es werden ja auch nicht alle Flaschen von jedem Automaten angenommen.
Ach ja..... Ich bin leicht gehbehindert und kann nicht Gott weiß wie weit durch die Gegend laufen. Taxi ist mir natürlich zu teuer.
Klar, aber wenn ich bei einem Einkauf drei volle Flaschen mitnehme, kann ich doch das nächste mal, wenn ich Einkaufen gehe, diese drei leeren Flaschen wieder mit nehmen und abgeben?
Ich weiß nicht, wie es andere handhaben, vielleicht bin ich auch nur ein "Sonderfall". Ich schaffe es nicht einmal, drei volle Flaschen auf einmal zu tragen. Klar könnte ich drei leere Flaschen einpacken wenn ich zur Arbeit fahre, die dort im Geschäft abgeben / in den Automaten werfen etc., aber das ist mir zu umständlich. Aber jeder wie er mag.......
13:35
wieso verschwenden hier so viele ihre Energie drauf auf die Grünen zu schimpfen. Ihr solltet euch lieber fragen, warum Menschen überhaupt in so eine Lage kommen können, und wie man das beste draus machen kann oder diese Menschen unterstützen kann, und da finde ich den Vorschlag nicht schlecht!
Wieso, wir wissen doch, wie man in so eine Lage kommt. Wir wissen aber auch, dass es genug Möglichkeiten gibt, aus dieser Lage wieder heraus zu kommen. Deutschland hat eine sehr geringe Arbeitslosenrate.
Die Grünen haben doch bei der Sozialverräterschaft kräftig mitgeholfen. Dass die sich jetzt um die Flaschen kümmern, ist mehr als schizophren.
Die Leute sammeln die Pfandflaschen auf, die andere wegwerfen, weil diese immer noch genügend Geld haben. Was soll das für eine "Lage" sein? Das ist vom Prinzip bares Geld, was auf der Straße liegt. Wenn Sie laufend irgendwo 10 und 20 Cent-Stücke finden, heben Sie diese dann nicht auf? Es sind Pfandflaschen, keine alten Apfelkitschen, die aufgegessen werden müssen.
13:22
Die spinnen, die Grünen.
13:06
Was ist bitte an einer komplett praktischen und neben allen "Kriegen" erdachten Idee der grünen Jugend "sinnlos"?
Was ist denn daran praktisch, ausser dass sich dadurch, wie auch Partik (41) beschrieb, die Jugendlichen ein nettes Zubrot ohne Aufwand verdienen können.
Warum sollte man ausgerechnet Jugendlichen diese sichere Möglichkeit des Pfandsammelns verwehren? Befürchten Sie etwa den "Niedergang" eines "professionellen" Sammlergewerbes?
Ach so, Sie wollen die Pfandsammler um ihren Nebenerwerb bringen.
Tja, Konkurrenz belebt halt das Geschäft und dabei wird auch noch die Anzahl der sammelbaren, weil ansonsten kaputtgeschmissenen oder zuhause gehorteten Pfandflaschen erhöht. Das Modell sollten sich die Wirtschaftsweisen patentieren lassen.
Jetzt mal im Ernst - Sie glauben wirklich, dass die Jugend wegen der paar Cent plötzlich zur Sammelwut mutiert, bloß weil da ein paar Kisten hängen? Dann gehen Sie mal nach einem Rockkonzert durch die Hallen oder über die Wiesen...
13:01
Ironiemodus an
Warum nicht die Flaschen selbst einlösen, und dem Sammler das Geld direkt
überweisen? Das wäre doch die würdevollste und für den Sammler hygienischte Sache.
Ironiemodus aus
Datt meinste bestimmt nicht ernst. Oder?
Wie sollen sich die Flachensammler ein kostenloses Konto leisten können?
Da würde e alles weggepfändet und die müssten dann die Einnahemn noch versteuern!
12:59
Würde und die Grünen..... Wenn die verstehen sollten was Würde bedeutet, hätten sie längst ein Umdenken des Bevormundungs- und Bemutterungssystems in die Wege geleitet. Die spielen nur wieder die Supernanny und zeigen uns kleinen Kindern, wie sehr sie auf uns aufpassen. Ist so, wie wenn man einem Bettler einen Euro gibt mit dem Hinweis diesen nicht für Schnaps auszugeben. Mich wiedert diese herablassende Art echt an.
Die Grünen sprechen uns die Mündigkeit ab, selbst zu bestimmen ob wir in eine Raucherkneipe gehen oder nicht, wollen aber würdevolles Flaschensammeln fördern. Total daneben!
Prinzipiell finde ich die Sache mit den Kisten aber gut - wenn sie von den Anwohnen, oder Besuchern der Partymeilen initiiert wird. Die meinen das nämlich ehrlich!
der letzte absatz ist phänomenal.
1. ist es ein projekt der GRÜNEN-JUGEND
2. was für versteckte beweggründe sollte eine jugendorganisation dabei haben?
3. ist es traurig, dass sie kaum inhaltlich kritisieren, sondern einfach nur anti-grünes-gerede von sich geben
an sich finden sie das projekt doch gut :)