Grüne Kunst
18.02.2010 | 20:59 Uhr 2010-02-18T20:59:00+0100
„Mit dieser Ausstellung setzt die Ludwig Galerie ein Ausrufezeichen im Kulturhauptstadtjahr Ruhr2010“, ist Bürgermeisterin Elia Albrecht-Mainz überzeugt. Beeindruckende Spiegelbilder der Siedlungs-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte des Ruhrgebiets sei die Präsentation der Gartenkunst an Emscher und Ruhr.
„Zwischen Kappes und Zypressen“ - der Titel ist mit Bedacht gewählt, geht es doch um die gesamte Bandbreite der Gartengestaltung, vom Nutz- und Hausgarten über Volksparks bis hin zur erlesenen Schlossgartenkultur.
Das größte der 140 Exponate ist der Kaisergarten selbst, seit über 100 Jahren Oberhausens beliebtes Naherholungsziel, in dem, für die Besucher sichtbar, während der Ausstellung - sie ist bis zum 24. Mai zu sehen - die schwingende Brücke über den Rhein-Herne-Kanal von Tobias Rehberger als Leuchtturm-Projekt der Emscherkunst Ruhr entsteht.
„Als in Berlin die große Ausstellung zur Gründerzeit zu sehen war, fehlte ein Aspekt, die Gartenkultur“, erinnert Dr. Martina Oldengott, die von Seiten der Emschergenossenschaft die Ausstellung leitet und betreut, an die Entstehung der Projektidee. „Doch wir zeigen nicht nur 100 Jahre Gartenkunst, sondern auch die Zeit davor und danach von 1550 bis in die 1930er Jahre.“
Neugierig mache die Austellung auf „das Wechselspiel von Bauherren und Architekten“, denn dies sei ein besonderer Verdienst der Ruhrregion: Bekannte Landschaftsgestalter wirkten hier, hätten gewirkt, zum Teil anderswo große Karrieren gemacht. Manche seien wieder ins Revier zurückgekehrt.
Schwerpunkte der Ausstellung sind barocke Gärten, Landschafts- und Volksgärten, die Industrielle den Bürgern spendierten sowie die Reformgartenkunst. „Sie wird Sie alle verzaubern“, so Oldengott .
Die darstellende Kunst steht im Vordergrund. Immer wieder widmeten sich Maler dem Thema Garten. Doch zu sehen sind auch Skulpturen, Pläne, Garten- und Pflazenbücher. Erstmalig gibt ein Museum einen solch umfassnden Überblick über die Gartengeschichte und -entwicklung einer Region. Deshalb ist auch die Emschergenossenschaft hier mit im Boot, ohne deren Beteiligung, so Museumsdirektorin Dr. Christine Vogt, ein solches Projekt nicht zu stemmen gewesen wäre. Im Rahmen des Projekts „Mapping the Region“, an dem sich 14 Museen beteiligen, so Kulturdezernent Apostolos Tsalastras, sei diese Ausstellung ein besonderes Beispiel für dessen Motto: „Kultur durch Wandel, Wandel durch Kultur.“

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