Gleiches Recht für alle
21.04.2008 | 23:09 Uhr 2008-04-21T23:09:11+0200ERFAHRUNGEN. Beim "Girls'Day", dem bundesweiten Zukunftstag für Mädchen, gibt es in Oberhausen auch Aktionen für Jungs.
Chemische Experimente für Mädchen und Sexualpädagogische Angebote für Jungen: Rund 700 Jugendliche, darunter 450 Mädchen und aus Gründen der Gleichberechtigung auch 250 Jungen von Gymnasien, Gesamt-, Real-, Haupt- und Förderschulen machen am Donnerstag beim Girls'Day mit.
Rollenfindung für Jungs
"Mädchen sind in Männerberufen noch stark unterrepräsentiert", weiß Simone Kriebs vom Jugendamt. Im Rahmen des Girls'Day können Mädchen daher in Berufe schnuppern, in denen bisher erst wenige Frauen arbeiten. Durch praktische Mitarbeit, Gespräche und Betriebsführungen sollen sie neue Erfahrungen gewinnen und ihre Kompetenzen ausbauen. In Oberhausen werden Schülerinnen etwa Einblicke in den Arbeitsalltag in KFZ-Werkstätten, Schreinereien oder auch bei der Polizei und Feuerwehr erhalten. Im Rheinischen Industriemuseum können sie im Rahmen des Rollenspiels "Der Meister hat gesagt" in Männerrollen schlüpfen.
Aber auch die Jungs kommen beim "Girls'Day" in Oberhausen nicht zu kurz. Der Schwerpunkt bei den Aktionen für die männlichen Teilnehmer liegt dabei auf der Rollenfindung und der Auseinandersetzung. Dazu bietet der Jungen-arbeitskreis im Zentrum Altenberg verschiedene Angebote, etwa sexualtherapeutische Schnupperangebote mit "Pro Familia", Kletter- und Abseilaktionen sowie in Zusammenarbeit mit der Drogenberatung das Projekt "Wilde Kerle - Sanfte Prinzen" an. Außerdem können die Jungen auch Einblicke in die Arbeit in Hebammenpraxen, Kindergärten oder Seniorenwohnstätten gewinnen.
Ziel aller Aktionen sei es, die Stigmatisierung von geschlechtertypischen Berufen aufzuheben, sagt Kriebs. Erfreulich sei es daher, dass das Bewusstsein für den "Girls'Day" in vielen Firmen wachse: Schließlich müssten sich bei diesem Schnuppertag nicht nur die Jugendlichen auf die Firmen, sondern auch die Firmen auf die Mädchen einlassen.

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