„Glaube kennt keine Angst vor dem Fremden“

Die Grenzen in den Köpfen und Herzen abzubauen, Gastfreundschaft zu zeigen und die Menschen aufzunehmen, die in ihrer Not Zuflucht in unserem Land suchen, dazu rief Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck in seiner Weihnachtsbotschaft auf. „Das Boot ist lange noch nicht voll“, sagte Overbeck in der Christmette im Essener Dom. Manche meinten, es seien schon genügend Flüchtlinge nach Deutschland gekommen, der Islam würde zu einer Bedrohung und die Gesellschaft überfremdet.

„Zurzeit sind es rund 200 000 Flüchtlinge, die wir aufnehmen“, sagte der Bischof. Er erinnerte daran, dass in anderen Ländern, in denen große Armut herrsche, Millionen von Flüchtlingen Zuflucht gefunden haben und integriert werden müssten. Schon allein deshalb könne für das vergleichsweise reiche und wohlhabende Deutschland „das Boot noch lange nicht voll“ sein.

„Während Millionen von Menschen vor Terror und Unterdrückung fliehen müssen, sich unter lebensgefährlichen Bedingungen in andere Länder retten, leben wir hier in der Gefahr, uns ständig um uns selbst zu drehen“, sagte Overbeck.