Das aktuelle Wetter Oberhausen 14°C
Fingierter Überfall

Gewerkschafter kritisiert Polizisten-Versicherung als „Aufforderung zum Betrug“

26.08.2011 | 14:21 Uhr
Gewerkschafter kritisiert Polizisten-Versicherung als „Aufforderung zum Betrug“

Oberhausen.   Die Polizisten aus Oberhausen, die des versuchten Versicherungsbetrugs bezichtigt sind, galten in ihrer Behörde nicht als Tugendengel. Die Signal-Iduna, bei der die Kommissare eine Police hatten, verzeichnete auffällig viele Schadensmeldungen.

Nachdem die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen zwei Polizisten wegen versuchten Betruges aufgenommen hat, werden weitere Details über die Art der Versicherung bekannt, die die beiden abgeschlossen hatten. Es handelte sich um eine Police der Polizeiversicherung PVAG, die heute zu Signal Iduna gehört.

Seit November 2009 bot das Unternehmen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes zu offenbar äußerst günstigen Konditionen jene Versicherung zur vorübergehenden Dienstunfähigkeit an, nahm sie wie berichtet aber jüngst aus dem Angebot. Der Grund: Überdurchschnittlich viele Versicherte wollten einen Schaden geltend machen.

Zahlung ab sieben Tagen Dienstausfall

Zu den genauen Konditionen mag man bei Signal Iduna in Dortmund nichts sagen. Nur so viel: „Eine Versicherungsleistung wurde fällig, wenn der Versicherte durch einen Unfall mindestens sieben Tage arbeitsunfähig geschrieben wurde und damit seine Zulagen, etwa für Sonder- und Nachteinsätze, verlor oder gekürzt bekam.“ Aus Polizeikreisen ist zu hören, bei einem zweiwöchigen Ausfall wären etwa 2000 Euro fällig geworden.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP), der die PVAG zu 49 Prozent gehört, soll die Versicherung eine Zeit lang offensiv beworben haben. Der örtliche GdP-Vertreter Volker Serve sagt, er habe schon damals ein mulmiges Gefühl gehabt. „Das ist im Prinzip eine Aufforderung zum Betrug“, so sein Gedanke angesichts des Angebots. Als Ortsgruppe habe man das angemahnt – ohne Erfolg. „Aber man denkt man ja auch, bei Polizisten müsse man sich da keine Sorgen machen.“

Beschuldigte waren intern nicht als Musterknaben bekannt

Musste man offenbar doch, wie sich nun abzeichnet. Und die Statistik der Versicherung weckt den Verdacht, dass die beiden Oberhausener Ordnungshüter nicht die einzigen waren, die der Verlockung möglicherweise erlagen. In der Frage, ob es weitere Ermittlungen wegen Betrugs gibt, hält man sich bei Signal Iduna bedeckt. „Die Ursachen für einen überdurchschnittlichen Schadenverlauf können vielfältiger Natur sein. Eine abschließende Bewertung können wir derzeit noch nicht treffen“, so Sprecher Claus Rehse.

Im Oberhausener Polizeipräsidium regiert derweil weiter das Kopfschütteln – wobei, auch das zeichnet sich ab: So richtig überrascht war man dort nicht, als die Staatsanwaltschaft Anfang der Woche den Verdacht einer vorgetäuschten Straftat öffentlich machte. Die beschuldigten 33- und 39-jährigen Beamten sollen intern nicht als Musterknaben gegolten haben.

Helen Sibum

Facebook
 
Videos die Sie interessieren könnten
Kommentare
30.08.2011
18:12
Gewerkschafter kritisiert Polizisten-Versicherung als „Aufforderung zum Betrug“
von Juliusfritz | #45

von Wayne-interessierts, vielleicht solltest Du Deinen
Rechner ausschalten und besser SESAM-STRASSE schauen.

29.08.2011
11:12
Gewerkschafter kritisiert Polizisten-Versicherung als „Aufforderung zum Betrug“
von Wayne-interessierts | #44

Schön, dass Jolly Jumper und Potato Fritz endlich Ruhe geben, denn auch ich komme bei diesen hochintellektuellen, geistigen Ergüssen nicht mehr mit. Vielmehr bin ich mittlerweile genervt, mit täglichen E-Mails darüber informiert zu werden...

28.08.2011
11:07
Gewerkschafter kritisiert Polizisten-Versicherung als „Aufforderung zum Betrug“
von Juliusfritz | #43

Danke JollyGreenGiant, ich war auch im Glauben, dieses Forum ist nur für Erwachsene zugelassen!

28.08.2011
10:53
Gewerkschafter kritisiert Polizisten-Versicherung als „Aufforderung zum Betrug“
von JollyGreenGiant | #42

Sorry Guy, aber wenn du bei einer Diskussion unter Männern geistig nicht mehr mit kommst, lies es doch einfach nicht, oder such dir jemand, der es in einfachen Worten erklären kann. Das jemand mit einem solchen User-Namen eine sachliche Diskussion nicht erkennt, selbst wenn sie ihn beissen würde, überrascht mich allerdings nicht. Was Machtspiele mit Pseudoerotik zu tun haben erschließt sich mir ebenfalls nicht. Vermutlich meinst du pseudorethorisch, was eher Sinn machen würde. Lass dir den Unterschied doch auch mal von jemanden mit einigermaßen Potential erklären. Nachdem ich mich jetzt exklusiv an dich gewandt habe, verlasse ich den Sandkasten auch wieder und wende mich einer sachlicheren Ebene zu.

28.08.2011
06:40
Gewerkschafter kritisiert Polizisten-Versicherung als „Aufforderung zum Betrug“
von Guy-Fawkes | #41

An Potato Fritz und Jolly Jumper :
Tragt eure kleinen pseudoerotischen Machspiele bitte nicht auf dieser Seite aus, sondern wo sie (und ihr) hingehört... im Sandkasten.

27.08.2011
22:11
Gewerkschafter kritisiert Polizisten-Versicherung als „Aufforderung zum Betrug“
von Juliusfritz | #40

Ach JollyGreenGiant, entweder Sie idealisieren, oder zitieren Gesetzestexte unter Benennung des StGB, des BGB usw.
Wo ist Ihre Lebenserfahrung ? ? ?
Ich halte Sie für einen klugen Menschen, doch die Realität hat Sie noch nicht eingeholt.
Mein Job ist es ua. sich tagtäglich mit Behörden auseinander zu setzen, die mit den Paragraphen nur so umsich schmeißen und sich auch dahinter verstecken.
Sie schrieben heute noch von Empathie.
Glauben Sie wirklich das Polizeibeamte diese Fähigkeit haben ???
Ich habe es schon lange verlernt, an solche Eingaben bei Gesetzeshütern zu glauben, dafür ist die tägliche Realität ein Beispiel ohne Gleichen.
Bevor Sie meine Aussagen wieder als Fantasien abtun, in Münster ist vor einem Jahr, den stellvertretenden Polizeipräsidenten die Dienstwaffe abhanden gekommen, leider bis heute nicht zu finden.
Eine Polizistin hat nach einen Toilettengang ihre Waffe auf der Spiegelablage liegen lassen, usw.
Vielleicht sollten Sie mal Zeitung lesen, vielleicht die WAZ.

27.08.2011
20:14
Gewerkschafter kritisiert Polizisten-Versicherung als „Aufforderung zum Betrug“
von JollyGreenGiant | #39

Tatsächlich hat der Gesetzgeber einiges bereits berücksichtigt. Nicht umsonst stellen die s.g. Amtsdelikte eine strafverschärfende Qualifizierung der Grundtatbestände dar. Die Strafandrohung wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte ist die niedrigste im gesamten StGB und vielleicht nicht mehr zeitgemäß. Verschwundene Waffen bei der Polizei sind mir nicht bekannt, somit besteht dort auch kein Aufklärungsbedarf.

27.08.2011
18:52
Gewerkschafter kritisiert Polizisten-Versicherung als „Aufforderung zum Betrug“
von Juliusfritz | #38

Ach JollyGreenGiant ihr Beispiel hingt.
Wenn Sie bei der Bundeswehr waren, wissen Sie wie oft Sie eine Waffe in der Hand hatten.
Immer unter Kontrolle- und wenn mal etwas weg war, war der Laden dicht- kein Wochenende, kein
Urlaub, bis das Teil gefunden wurde.
Bei der Polizei verschwinden so manche Waffen, denken Sie nur an Münster usw.
Niemand klärt die Dinge richtig auf.
Es wäre ja alles weniger schlimm, wenn nicht nach jeder Attacke gegen die Polizei, die Staatlichen Stellen nach Gesetzesänderungen schreien würden.
Der Bürger kann bei jedem Polizeiübergriff auch nicht nach Gesetzesänderungen rufen.
Wie Sie so schreiben, eine gesunde Gesellschaft sollte das abkönnen, aber auf allen Seiten.
Nicht nur, das die Gesellschaft die faulen Äpfel bei der Polizei zulässt, auch die Polizei, aber hier eher der Staat, sollte nicht noch mehr Gesetze fürs Volk erlassen.
Einer meiner „Lehrmeister“ sagte mal, „ wenn wir ein Kulturvolk sind, dann reichen eigentlich die zehn Gebote aus, hier ist alles kurz und knapp geregelt, was zu einem guten Zusammenleben in der Gesellschaft gehört“
Gesetze, Verordnungen, Durchführungsverordnungen, Kommentare, alles das ist überflüssig. Was haben wir schon alles für Gesetze und Verordnungen gehabt, alles temporär und für die Katz.
Diebstahl, bleibt Diebstahl, auch wenn es ein Versicherungsbetrug ist.

27.08.2011
18:15
Gewerkschafter kritisiert Polizisten-Versicherung als „Aufforderung zum Betrug“
von JollyGreenGiant | #37

Tatsächlich, ist das so? Was ist mit der Bundeswehr? Auch waffentragende Repräsentanten des Staates, sogar potentiel viel gefährlicherer Waffen. Wo ist den da der Charaktertest und wer will überhaupt über den Charakter eines anderen befinden? Das leistet doch nur dem typischen Schubladendenken Vorschub. In den Ländern, die man üblicherweise mit dem Begriff Bananenrepublik in Verbindung bringt, ist in der Tat prägnant, das die Sicherheitskräfte unter ständiger Gesinnungskontrolle stehen. Das war in der seligen DDR ebenfalls so, auch dort wurde bei den Sicherheitskräften ein bestimmter Charakter gefordert, der ständig auf dem Prüfstand war. Ich bin eher ein Freund der freien Entfalltung der Persönlichkeit. Die vereinzelten faulen Kartoffeln, um es mit kadiya26 zu sagen, muß eine freie Gesellschaft aushalten können. Soweit ich mich entsinne, hat auch die Polizei selbst die Geschichte aufgedeckt, insoweit scheint ja die Selbstkontrolle zu funktionieren.

27.08.2011
15:22
Gewerkschafter kritisiert Polizisten-Versicherung als „Aufforderung zum Betrug“
von Juliusfritz | #36

Da sind wir schon ein Stückchen weiter !!!
Wenigstens wird mein Halbwissen durch Ihr Outing etwas erweitert, lieber Studienabsolvent!
Merkwürdig ist nur, dass viele Firmen die Mitarbeiter in verantwortungsvoller Tätigkeit beschäftigen wollen, Bewerbungsteste von Psychologen ausarbeiten lassen, um festzustellen, wie weit sie ihre zukünften Mitarbeiter in die Firmenpolitik einweihen können.
Firmen in der Forschung, haben Mitarbeiter die dem Geheimschutz unterliegen und regelmäßig geprüft werden. Hier geht es manchmal nur um ein Wirtschaftsprodukt, nicht um Security und waffentragende Polizeibeamte, die auf die Bürger losgelassen werden.
Wir sehen doch, was daraus wird, wenn alles in eine Form von Selbstkontrolle gepackt wird, keiner hat den Mut, den Kollegen anzuzeigen, jeder trägt schweigend die Sache weiter und schleppt die tauben Nüsse mit durch.
Kameradschaft unter den Guten, nur kein Kameradenschwein sein, die Bösen sind immer die Anderen.
Und dann kommen Sie mit der Aussage, Charakterkontrolle ist eine Sache totalitärer Systeme.
Nur was wir jetzt haben, ist Bananenrepublk!

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/4999802/create

Umfrage der Woche
Die Stadt Oberhausen hat zu Bürgerversammlungen zum Sparpaket eingeladen und ein Online-Forum geschaltet, in dem Bürger ihre Meinungen zu den Sparvorschlägen für den städtischen Haushalt kundtun können. Was halten Sie von dieser Form von Bürgerbeteiligungen?

Die Stadt Oberhausen hat zu Bürgerversammlungen zum Sparpaket eingeladen und ein Online-Forum geschaltet, in dem Bürger ihre Meinungen zu den Sparvorschlägen für den städtischen Haushalt kundtun können. Was halten Sie von dieser Form von Bürgerbeteiligungen?

Captcha

Bitte übertragen Sie den Code in das folgende Feld:

Wort unleserlich? (Neuladen)

 
Aktuelle Fotos und Videos
Brings im Ebertbad in Oberhausen
Bildgalerie
Konzert
Stimmen zum Rauchen
Video
Video
Radrennen in Oberhausen
Bildgalerie
Pfingstradrennen
Wohnhausbrand in Lirich
Bildgalerie
Feuer
Aus dem Ressort
Jugendarbeitslosigkeit in Oberhausen sinkt
Arbeitsmarkt
Auch die Zahl der erwerbslosen Ausländer sowie älteren Menschen verbesserte sich leicht. Doch obwohl es mehr freie Stellen gibt, stagniert Arbeitslosigkeit
Nächtliche Reise voller Gefühle
Kultur
Zwei arme Seelen könnten zueinander finden, schaffen es aber nicht, scheitern am Leben. In Tom Waits’ Woyzeck-Opera, die 2008 wie ein Paukenschlag die erste Carp-Spielzeit eröffnete, war Jürgen Sarkiss der gescheiterte Held, der seine geliebte Marie tötete. „Die Musik macht mich an“, outete er sich