Gewerkschaft warnt vor Tricks

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) warnt beschäftigte davor, dass sich Arbeitgeber um den seit Januar geltenden Mindestlohn von 8,50 Euro Stundenlohn herummogeln. „Wenn der Chef einen neuen Arbeitsvertrag vorlegt und dabei auf den neuen Stundenlohn von 8,50 Euro verweist, ist Vorsicht geboten“, sagt Yvonne Sachtje, Geschäftsführerin der NGG-Region Ruhrgebiet.

„Konkret sieht das dann so aus, dass die Betriebe kein Urlaubsgeld mehr zahlen oder das Weihnachtsgeld streichen. Um das zu erreichen, versuchen sie jetzt, ihren Beschäftigten neue Arbeitsverträge unterzujubeln“, sagt Sachtje. Auch Nachtzuschläge oder Extrazahlungen für die Arbeit an Sonn- und Feiertagen könnten in einem neuen Arbeitsvertrag gestrichen werden. Unterm Strich ziehe der Beschäftigte den Kürzeren: „Anstatt mehr Geld durch den gesetzlichen Mindestlohn zu verdienen, steht er am Ende keinen Cent besser oder sogar noch schlechter da.“ Ein anderer Trick sei, im neuen Arbeitsvertrag die Wochenarbeitsstunden abzusenken. „Für den Betroffenen kann dies bedeuten, dass er die gleiche Arbeit in weniger Zeit erledigen muss.“ Besonders übel sei es, wenn im Arbeitsvertrag geregelt werde, dass Überstunden erst später – beispielsweise innerhalb von zwölf Monaten – bezahlten werden müssen.

Die NGG rät allen Betroffenen, sich vorher beraten und den neuen Arbeitsvertrag genau prüfen zu lassen. „Wer vorher beispielsweise nur acht Euro pro Stunde verdient hat, bekommt seit Januar 8,50 Euro. Wegen der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns braucht keiner einen neuen Arbeitsvertrag“, sagt Sachtje. Der DGB hat zum Thema Mindestlohn eine Infohotline geschaltet.