Genuss für Ohren und Gaumen

Bei der Königshardter Klassik spielte die Home Town Big Band im Wechsel mit dem Joker Quartett und Studenten der Folkwang-Universität.
Bei der Königshardter Klassik spielte die Home Town Big Band im Wechsel mit dem Joker Quartett und Studenten der Folkwang-Universität.
Foto: Veranstalter

Oberhausen.. Zur Institution im Norden der Stadt ist sie geworden, die „Königshardter Klassik“, die Genuss für die Ohren und Gaumen vereint. Das beweist schon, dass die Karten für die beiden Veranstaltungstermine ausverkauft waren, bevor sie richtig in den Handel kamen. Um auch den zu kurz Gekommenen eine Chance zu geben, die Home Town Big Band, das Streicherquartett „Joker“, die Sängerin und den Sänger zu erleben, hatte man die öffentliche Generalprobe eingeführt.

Die Atmosphäre glich der in First-Class-Restaurants: weiße Tischdecken, grüne und gelbe Deko und Blumen, fünfarmige Kerzenleuchter, der Saal im Kerzenschein. Wie bereits im Jahr zuvor unterhielt die „Home Town Big Band“ unter Leitung von Tim Neuhaus das Publikum im Wechsel mit dem „Joker Quartett“, der Sängerin Birgit Busse und dem Sänger Stefan Kaminski. Sie sind Studenten an der Folkwang Universität der Künste in Essen. Die Big Band ist entstanden aus dem früheren Posaunenchor der Gemeinde Schmachtendorf.

Vorsatz trifft Nerv des Publikums

Im Joker-Quartett musizierten Nora Nattermann (1. Violine), Sophie Dannoehl (2. Violine), Sofia Krebs (Bratsche) und Chea Mertins (Cello). Sie boten flotte Musik, Knefs „Rote Rosen“ etwa oder das „Let it Be“ von den Beatles. Sänger trugen die Songs solo vor, im Duett oder gemeinsam mit der Big Band. Die Musikanten trafen den Nerv des Publikums, in allen drei Veranstaltungen rauschte der Saal.

Zeitlich abgestimmt wurde stets das Essen aufgetragen. Dazu schwärmten die Frauen der „Kochjungs“ aus und bedienen die Gäste. Die „Kochjungs“, eine Gruppe von 13 Männern mittleren Alters und drüber, treffen sich seit fast 20 Jahren, um ihr Hobby auszuüben.

260 Gäste zufriedengestellt

Eigentlich sind sie die heimlichen Stars der Abende, sind sie es doch, die alles organisiert haben, vom Sponsoring über die Verpflichtung der Musiker bis hin zur Organisation der Feste, der Auswahl der Rezepte und deren Zubereitung. Das Ganze absolut ehrenamtlich.

Wenn man dann auch noch weiß, dass niemand aus der Gruppe beruflich etwas mit „Küche“ zu tun hat, muss man schon den Hut ziehen vor dieser Leistung. Immerhin mussten an den beiden eigentlichen „KöKla“-Abenden 260 Gäste zufriedengestellt werden – und das möglichst gleichzeitig.

Neun Stunden Arbeit in der Küche

Und das ist gelungen! Als Vorspeise wurde „Tarte de Légumes“ gereicht, eine feine Gemüsetorte mit Kräuterdip und Baguette. Das Hauptgericht bestand aus Roastbeef im Würzmantel, dazu Rosmarin-Kartoffelecken und Prinzessböhnchen mit würzigen Schinkenstreifen. Als Abschluss gab es Risalamande, einen dänischen Milchreispudding mit Kirschen.

Das Publikum war zufrieden, die Kochjungs und ihre „Mädels“ auch. An den Samstagen je neun Stunden Arbeit pro Mann in der Küche plus die vielen Vorbereitungsstunden haben sich gelohnt.