Gefängnisstrafe für Profi-Diebe

Wegen Profi-Diebstählen aus Supermärkten in Oberhausen und der gesamten Region hat das Landgericht Wuppertal fünf Angeklagte (25 bis 45 Jahre alt) als Mitglieder mehrerer verwobener Banden zu insgesamt mehr als 19 Jahren Gefängnis verurteilt. Der Hauptangeklagte, der sogenannten Klaubrigade, soll für vier Jahre und zehn Monate in Haft; eine Bewährungschance bekommt keiner.

Diebstahl auf Bestellung

Laut Urteil hatte die Gruppe ab 2013 in der gesamten Region Tabak, Kaffee, Lebensmittel und sogar elektrische Zahnbürsten auf Bestellung in schlecht gesicherten Supermärkten etwa von Lidl gestohlen, indem sie Kassiererinnen ablenkten. Die Angeklagten waren teilweise geständig. Die Richter haben in dem fast ein Jahr dauernden Prozess Taten mit einem Gesamtschaden von mehr als 50 000 Euro festgestellt.

Demnach hatten die Männer sich in einem rumänischen Dorf anwerben lassen. Das Diebesgut schickten sie per Reisebus in ihre Heimat zurück, soweit es nicht an Abnehmer in Deutschland verkauft wurde. Nicht Gegenstand dieses Strafverfahrens waren die illegalen Bestellzentralen. Sie sollen in Duisburg und Wuppertal gearbeitet haben. Die fünf Angeklagten waren durch Geständnisse von Komplizen und eine umfangreiche Telefonüberwachung überführt worden – nachdem sie zunächst bei Ermittlungen zu einzelnen Diebstählen polizeilich aufgefallen waren.

Der vorsitzende Richter erläuterte: „Das Vorgehen war hochprofessionell und an der Grenze zur organisierten Kriminalität.“ Die Männer hätten sich gezielt Supermarkt-Filialen herausgesucht, die wenig Kunden hatten und nicht videoüberwacht wurden. Einem der Angeklagten – verurteilt zu drei Jahren und zwei Monaten – hielt er vor, er habe nach einer vorübergehenden Festnahme seinen Komplizen über sein längst abgehörtes Telefon erklärt: „Die haben mich laufen lassen. Deutschland ist so süß.“ Der Richter: „Jetzt können Sie mal sehen, wie bitter es wirklich ist.“

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.