Gebrauchte Möbel für Jedermann
08.01.2013 | 19:25 Uhr 2013-01-08T19:25:00+0100
Oberhausen. Martin und Monika Meyerratken wollen in wenigen Wochen ein Sozialkaufhaus in Sterkrade eröffnen. Im Sortiment: Gebrauchte Möbel und Kleidung aus zweiter Hand, die sich jeder leisten können soll
Günstige gebrauchte Kleidung und Möbel, die sich jeder leisten kann: Mit diesem Konzept will der Magdeburger Verein „Help2007“ auch in Oberhausen Fuß fassen.
In wenigen Wochen soll mit dem Ableger in Sterkrade das erste Sozialkaufhaus des 2007 in der sachsen-anhaltinischen Landeshauptstadt gegründeten Vereins in Westdeutschland eröffnen. „Wir wollen auch Arbeitsplätze schaffen“, erzählt Martin Meyerratken. Seine Frau Monika wird das Geschäft, das im ehemaligen „Möbel Kadi“ an der Steinbrinkstraße 201 eröffnet, führen.
Möbel aus Wohnungsauflösungen
„In einer Zeit, in der die Menschen immer weniger Geld zur Verfügung haben und die Altersarmut weiter steigt, wollen wir eine Anlaufstelle bieten“, fasst Meyerratken sein Anliegen zusammen. Dabei soll sich aber niemand zu schämen brauchen, dort einzukaufen. „Es werden auch nur Sachen angeboten, die man sich selbst in die Wohnung stellen oder selbst tragen würde.“ Eine Quelle, um an gebrauchte Möbel und Kleidung aus zweiter Hand zu kommen, sind Wohnungsauflösungen. „Wir bieten das an und nehmen die Sachen dann mit. Küchen werden ebenfalls abgebaut.“ Sollten kleinere Reparaturen anfallen, werden diese im Ladenlokal durchgeführt. Eine richtige Werkstatt wird es aber zunächst nicht geben.
In Ostdeutschland unterhält der Verein aktuell drei Sozialkaufhäuser – Magdeburg, Dessau und Halle sind die Standorte. 68 Mitarbeiter sind dort beschäftigt.
Neben dem Verkauf von gebrauchten Sachen, sollen auch weitere soziale Projekte angestoßen werden.
Eher durch Zufall sind Meyerratkens auf den Verein gestoßen, über Freunde hatten die Eheleute von ihm gehört. „Das klang für uns sehr interessant. In Magdeburg konnten wir uns selbst überzeugen, welche gute Arbeit dort geleistet wird. Außerdem herrschte dort eine sehr entspannte Atmosphäre.“ Deswegen wurde auch nicht lange überlegt. „Da meine Frau inzwischen in einem Alter ist, in dem es nicht mehr so einfach ist, einen neuen Arbeitsplatz zu finden, haben wir uns zu diesem Schritt entschieden“, schildert Meyerratken die Hintergründe.
Mitarbeiter gesucht
Da der Verein auch in Westdeutschland Standorte eröffnen will, begab man sich auf die Suche nach Partnern. Mit den Meyerratkens glaubt man sie gefunden zu haben. „Wir gründen jetzt dafür einen Zweckbetrieb und machen das auf unser eigenes finanzielles Risiko. Von den Magdeburgern bekommen wir Unterstützung, was Organisation und Werbung anbelangt“, erklärt Meyerratken. Die bestehenden Kaufhäuser in Ostdeutschland (siehe Info-Box) tragen sich, so Meyerratken, selbst und sind nicht auf Geldspenden angewiesen.
Damit das Geschäft richtig losgehen kann, werden noch Mitarbeiter gesucht. „Es sollen vor allem Leute angesprochen werden, die auf dem ersten Arbeitsmarkt keine Chance haben . Es ist vollkommen egal, welchen Schulabschluss jemand hat oder wie alt er ist. So lange jemand von der Idee des Vereins überzeugt ist, hat er bei uns eine Perspektive.“ Ein erster Mitarbeiter für das Sozialkaufhaus ist schon gefunden. „Das ist ein junger Mann, der bereits länger arbeitslos war. Jetzt ist er auf 450 Euro-Basis bei uns beschäftigt.“ Zwei oder drei weitere Mitstreiter sollen noch gefunden werden.
16:24
Wieso wird den im Beitrag nicht erwähnt, dass der erste Mitarbeiter der Sohn von Frau Meyerratken ist? Peinlich? Verbergen? oder warum .....? Ein langzeit Arbeitslosen einstellen, aber nicht sagen dass es der eigene Sohn ist, so kann man sich auch zum ungekrönten Helden machen.
19:15
Flickwerk,KaDeOh (Kaufhaus der Obdachlosenhilfe) Fair, Diakonie ,Caritas,Rotes Kreuz usw na dann viel Glück mit der eigenen Kohle die man in sowas sreckt was nicht von Erfolg gekrönt sein wird.Die Magdeburger wissen schon warum man Unterstützung nur in Form von Organisation und Werbung anbietet.
Keine Sorge mit ungekrönten Erfolg haben beide Erfahrung
16:15
Allemal besser als wegwerfen!
08:34
Warum muss man im Vorfeld schon wieder alles mies machen und den Leuten Negatives unterstellen?
Lieber Oster-hase: Arbeiten Sie ohne Geld zu bekommen? Wie "reich" kann man mit so einem Geschäft werden?
15:09
Wie hatten schon einmal zwei Geschäfte dieser Art in Sterkrade, dass ist noch gar nicht so lange her. Konnten sich aber nicht lange halten.
Gartenstrasse und Steinbrinkstrasse.
12:20
Es werden Mitarbeiter gesucht, schön ich gehe mal davon aus das diese natürlich mindestens einen entsprechenden Mindestlohn bekommen – bzw. es wäre ja auch wünschenswert das dieser deutlich darüber liegt und nicht in einem Bereich von 450 Euro/Monat für 60h/Monat oder ähnliches.
Wohin fließen denn dann die Überschüsse nach Abzug der Betriebskosten?
Doch nicht etwa in die Taschen der Betreiber über Gehälter oder sog. Aufwandsentschädigungen?
Also, Herr und Frau Meyerratken, sie werden das hier natürlich lesen – es liegt an Ihnen die nur kurz angerissenen Kritikpunkte sachlich und schnell zu entkräften (aber bitte nicht über Allgemeinplätze und dem Verweis auf einen Verein in Sachsen-Anhalt). Ich warte.
12:19
So so, da gibt es also nun auch in Oberhausen, abgesehen von den religiösen quasi Berufs- Philanthropen, welche die mit enormem persönlichem und finanziellen Einsatz den Systembedingt und dadurch gewollten, immer größer werdenden Abstand zwischen Reich und Arm bzw. Oben und Unten verkleinern wollen (oder gar abschaffen? so gut es geht?) und das alles ganz und gar uneigennützig -HOCHACHTUNG !!! IRONIE AUS.
Es ist doch nichts weiter als der Versuch eines bisher gescheiterten (da reicht auch schon kurzes Goggeln) in einem für scheinbar lukrativ gehaltenen Bereich (der organisierten und privatisierten Armutsverwaltung) ökonomisch Fuß zu fassen zur Verwirklichung eigener Interessen.
Welches sind denn die angestrebten Projekte, abgesehen davon irgendwo gebrauchte Konsumgüter abzuholen und diese weiterzuverkaufen - eigentlich würde ich davon ausgehen das es da ein Konzept gibt das auf Nachhaltigkeit setzt und vor allem nicht dem eigenen Profit dient.