Gebote am laufenden Band bei der Pfänderversteigerung

Auktionator Manfred Roth entgeht nichts im Saal. Bei der Pfänderversteigerung arbeitet er hochkonzentriert.
Auktionator Manfred Roth entgeht nichts im Saal. Bei der Pfänderversteigerung arbeitet er hochkonzentriert.
Foto: Fabian Strauch
Was wir bereits wissen
  • Handy, Navis, Musikinstrumente und Porzellanfiguren zählen zur Angebotspalette
  • Bei der Versteigerung nicht eingelöster Pfandgegenstände ist fast alles zu haben
  • Der Auktionator hat den Saal im Blick und führt konzentriert durch die Veranstaltung

Oberhausen..  Die Hotelgäste im Haus Union an der Schenkendorfstraße stellen sich am Buffet gerade ein spätes Frühstück zusammen, währenddessen eilen andere Besucher des Hauses in den hell erleuchteten Saal nebenan: Pfänderversteigerung ist hier in wenigen Minuten angesagt. Schmuckstücke und Uhren können in Schaukästen bereits begutachtet werden. Viele weitere Dinge warten ebenfalls auf neue Besitzer. Ja, gespannte Erwartung liegt in der Luft.

Nicht eingelöste Pfandgegenstände werden bei so einer Pfänderversteigerung unter genauer Beachtung der gesetzlichen Vorgaben und Vorschriften versteigert. Leihhäuser in Oberhausen und Mülheim sind bei dieser Veranstaltung die Auftraggeber. Ein vereidigter Auktionator, in diesem Fall Manfred Roth, übernimmt gekonnt die Regie bei der Auktion.

Um 10 Uhr geht es los. Etwa ein Drittel der Sitzplätze ist gefüllt. Vorwiegend ältere Männer sind hier präsent, aber auch ein paar jüngere Leute und ein Ehepaar, das sich ein Kännchen Kaffee bestellt hat und dem Geschehen erst einmal ganz entspannt folgt.

Eine Playstation 4 mit Zubehör gibt’s gleich zum Auftakt: 210 Euro werden dafür aufgerufen – doch der erste Bieter will weniger zahlen: 140 Euro. Dann das nächste Gebot: 150 Euro. Schließlich: 160 Euro! Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten – die Playstation hat in Minutenschnelle einen neuen Besitzer gefunden, der sogleich in bar bezahlt. Das ist hier so üblich und auf jeden Fall strikt zu beachten. „Ohne Moos nix los“, sagt der Auktionator. Und das Publikum lächelt ein wenig und nickt wissend.

Zeit ist Geld. Das gilt hier besonders

Weiter geht’s: Hier werden nicht nur Handys und Auto-Navigationsgeräte versteigert, es gibt auch mancherlei Kuriosität: eine Akustikgitarre zum Beispiel, mit Tasche. Zunächst wird sie für 1 Euro aufgerufen. Doch dann folgen die Gebote: 5 Euro, 10 Euro, 15 Euro, 35 Euro. Eine kurze Handbewegung reicht, und man ist mit einem eigenen Gebot dabei. Dem Auktionator entgeht nichts. Für 55 Euro wechselt die Gitarre schließlich den Besitzer. Das geht hier Schlag auf Schlag. Zeit ist Geld, vor allem bei so einer Pfänderversteigerung.

Noch was eher Kurioses aus dem Musikbereich: ein Keyboard, Yamaha. Will das einer haben? Der Auktionator ruft das Tasteninstrument zum „Schnäppchen des Tages“ aus und ruft es für 1 Euro auf. Die Gebote folgen kurz darauf im Sekundentakt und stocken den Betrag jeweils um zwei Euro auf: 1 - 3 - 5 -7 - 9 -11-13 Euro und immer weiter. Für einen günstigen zweistelligen Eurobetrag findet auch dieses Instrument schließlich einen neuen Besitzer. Ob der Ersteigerer selbst darauf spielen kann?

Manschettenknöpfe, Porzellanfiguren, Armbanduhren, Mobiltelefone und, und, und – von sieben Euro für zwei Silber-Ohrringe bis hin zu mehreren hundert Euro reichen die Gebote. Das Kaffee trinkende Ehepaar ganz hinten im Saal bietet plötzlich auch noch mit und ersteigert prompt ein Schmuckstück.

Die nächste Pfänderversteigerung im Haus Union folgt am Montag, 7. November, 10 Uhr. Viele werden ganz bestimmt wieder dabei sein und mitbieten.