Gastronomen kochen für die Tafel
03.03.2009 | 20:26 Uhr 2009-03-03T20:26:00+0100
Dehoga-Mitglieder wollen Tafelkirche an der Buschhausener Straße helfen und liefern ein Jahr lang immer mittwochs ein Tellergericht.
Für die meisten Oberhausener Gastronomen spielt eine Tafel eine besondere Rolle – vom Imbiss-Betrieb, wo auf ihr die Preise stehen, bis zum Spitzenkoch, der darauf seine Tagesempfehlungen notiert. Die Oberhausener Tafel allerdings, die Bedürftige mit Lebensmitteln und Mahlzeiten versorgt, rief die Gastronomen bisher eher selten auf den (Speisen-)Plan. Das wird sich nun ändern, denn der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband Nordrhein, in dem viele Oberhausener Betriebe organisiert sind, rief die Aktion „Gastronomen kochen für die Tafel” ins Leben.
Uschi Wischermann und Verena Breuckmann vom örtlichen Dehoga-Nordrhein-Vorstand besuchten die Tafelkirche an der Buschhausener Straße. Die ursprüngliche Idee sei es gewesen, nicht benötigte Lebensmittel zu spenden, erklärt Uschi Wischermann. Doch vor Ort waren die beiden Herbergschefinnen (Best Western Parkhotel und „In Hostel Veritas”) „tief beeindruckt” vom ehrenamtlichen Engagement. Und von der Tatsache, dass hier unbürokratisch geholfen werde, da müsse etwa niemand eine Bescheinigung vorzeigen, sagt Breuckmann.
Spontan beschlossen die beiden Frauen, die Hilfe müsse weitergehen. „Für uns ist es ja kein Hexenwerk, für 70 bis 100 Personen zu kochen”, sagt Wischermann. Die Dehoga-Mitglieder wurden angeschrieben – und viele, so scheint es, hatten nur darauf gewartet, ebenfalls unbürokratisch zu helfen. Innerhalb von zehn Tagen meldeten sich 15 Gastronomen, die für die Tafel kochen wollen. Dehoga-Geschäftsführer Thomas Kolaric: „Eine solche Resonanz habe ich noch nie erlebt.”
Ein Jahr lang wird jeden Mittwoch ein anderer Koch den Löffel schwingen, um ein einfaches Tellergericht zu servieren. Josef Stemper von der Tafel ist begeistert: „Bislang haben wir Suppe einkaufen müssen, dafür hatten wir ein Budget von 12 000 Euro im Jahr.” Etwa die Hälfte kam aus dem Kostenbeitrag wieder rein, „denn die Leute wollen das Essen ja nicht geschenkt.” Nun könne das Geld anderweitig verwendet werden, etwa zur Finanzierung der Räumlichkeiten, denn die Tafel finanziere sich ausschließlich aus Spenden, sagt Stemper. „Da tut keine Stadt Oberhausen, kein Land und kein Bund was dazu.”

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