Gasattacke im Schulflur
21.05.2007 | 06:11 Uhr 2007-05-21T06:11:36+020013 Schüler im Krankenhaus untersucht. 14-Jährige leicht verletzt. Täter selbst Schüler
In der ersten großen Pause drückte ein Schüler gestern den Knopf seiner Reizgas-Dose durch: Gegen 10.10 Uhr hüllte er einen Flur im ersten Obergeschoss der Hauptschule Alstaden an der Bebelstraße in dichten Aerosol-Nebel - der zweite Schul-Besuch für die Polizei nur drei Stunden nach dem Einsatz am Kolleg.
Diesmal einer mit Folgen für die Schüler: 13 Mitschüler des 17-jährigen Tatverdächtigen, die im Raum gleich hinter dem Flur Unterricht hatten, kamen mit der Substanz in Kontakt. Die Achtklässler zeigten sofort Reiz-Erscheinungen. Die Lehrer reagierten, evakuierten die Schüler auf den Pausenhof. Ein Notarzt lässt die Jugendlichen vorsorglich in Kliniken untersuchen, ein 14-jähriges Mädchen muss leichtverletzt im Krankenhaus bleiben.
Die Polizei findet später den leeren Gasbehälter in einem Mülleimer auf dem Schulhof, der Tatverdächtige soll heute befragt werden.
Für Konrektorin Elke Winhuysen steht fest, dass dem Schüler lediglich einige Tage Schulverweis drohen. "Es handelte sich nicht um einen direkten Angriff auf einen bestimmten Schüler oder eine Schülergruppe. Der Täter wollte offenbar nur erreichen, dass der Unterricht ausfällt."
Überhaupt legt die Konrektorin Wert darauf, dass die Probleme an der Hauptschule Alstaden nicht größer als anderswo seien und das sie etwas tun, um Vorfälle wie diesen zu vermeiden. Seien es nun Anti-Aggressionstraining, Streitschlichter-Programme, die Thematisierung der Gewaltproblematik im Unterricht oder die Betreuung von Störern durch die schuleigene Sozialpädagogin.
Einige Schüler fühlen sich dennoch schutzlos. Erst kürzlich habe ein Junge von einem anderen Pfefferspray auf den Rücken bekommen, erzählt eine 15-Jährige. Das passiere öfters. Schlusswort eines traurigen Tages für Oberhausens Schulen. cd "Er wollte offenbar nur erreichen, dass der Unterricht ausfällt"

0mitdiskutieren