Galerie zeigt Lebenswerk des Oberhauseners Jo Auler

Die Skulptur „Sitzende Frau“ wird in der Ausstellung zu sehen sein.
Die Skulptur „Sitzende Frau“ wird in der Ausstellung zu sehen sein.
Foto: Winfried Baar
Was wir bereits wissen
Kir-Mitglieder beschlossen den Solo-Auftritt des Künstlers einstimmig. Freunde und Weggefährten kommen am Sonntag zur Vernissage.

Oberhausen.. Die Geschichte der „alten“ Galerie Kir am Altmarkt hat er mit geschrieben, jetzt erhält er als zweiter Solist nach der Wiedereröffnung des Kunstorts auf der Elsässer Straße die Chance, sein Lebenswerk im neuen, sehr ansprechenden Ambiente zu präsentieren. Die Mitglieder der Kunstinitiative Ruhr beschlossen einstimmig, Hans Peter Auler, von Kunstfreunden und Weggefährten Jo genannt, eine Ausstellung zu widmen. Eröffnet wird sie am Sonntag, 8. Februar, um 17 Uhr.

„...bis hierher – Werke von 1956 bis heute“: Der Titel der Ausstellung ist Programm. Nur wenige Oberhausener Künstler prägten ähnlich lange wie er die Kunstszene der Stadt entscheidend mit und blieben, trotz großer Anerkennung, so bescheiden und zurückhaltend wie Jo Auler. „Die sinnlich-ästhetische Qualität bildet den Ausgangspunkt meiner Arbeiten. Diese sollen dem Betrachter eigene Gefühle und Vorstellungen vermitteln“ – zu mehr Kommentar lässt sich Jo Auler nicht hinreißen, weder auf seiner Homepage noch, wenn Werke von ihm gezeigt werden. Unfreiwillig in die Öffentlichkeit geriet Auler zuletzt 2012, weil sein „Sonnenrad“, eine zwölf Meter hohe Skulptur, die der Künstler 1996 für den Osterfelder Bunker entworfen und angefertigt hatte, wegen des Hochbau-Abrisses abmontiert werden musste. Eine Stellungnahme gab er dazu nicht ab. Ein neuer Standort für das Kunstwerk muss noch gefunden werden.

Drei Themenschwerpunkte

Im Jahr zuvor, im März 2011, wäre das Lebenswerk des Bildhauers beinahe einem Brand zum Opfer gefallen. „Wir sind froh, dass die Feuerwehr zuerst im Ausstellungsraum gelöscht hat, so dass die Skulpturen weitgehend erhalten blieben“, kommentierte die Ehefrau des Künstlers, Brigitte Auler, das Unglück. Nachbarn hatten das Feuer im Liricher Atelier bemerkt und den Löschtrupp alarmiert.

„Drei Themenschwerpunkte beherrschen sein künstlerisches Schaffen. Am Anfang stehen seine wunderbaren Menschenbildnisse. Abstrahiert, formvereinfacht und geometrisiert und dadurch anonymisiert, sind sie sowohl vom Naturalismus als auch vom Expressionismus beeinflusst. Aber auch völlig abstrakte Arbeiten entstehen, wie „Torso“ oder „Figur“, wobei die Titel noch einen Gegenstandsbezug nahelegen“, beschreibt Winfried Baar, Vorsitzender der Kunstinitiative Ruhr, Jo Aulers Kunst. „Tiere und Pflanzen kommen hinzu. In grafisch-konstruktiven Holzarbeiten werden sie auf geometrische Formen reduziert und mit reinbunten Farben koloriert. Ein drittes wichtiges Thema Jo Aulers ist die Spirale.“