Für seinen Vater ging er ins KZ

In „Zerstörte Zukunft“ schildert Dönges ebenfalls das Leben des jüdischen Oberhauseners Kurt-Joachim Löwenstein, dessen Vater Leopold nach der Machtübernahme der Nazis seine Rechtsanwaltskanzlei und seinen Beruf aufgeben musste. Kurt-Joachim musste das Gymnasium verlassen.

Als sein Vater in der Pogromnacht verhaftet wurde, bot er der Polizei an, an dessen Stelle in Haft zu gehen. Am 17. November 1938 wurde er ins KZ Dachau deportiert. Nach dem Tod seines Vaters gelang ihm die Flucht in die Niederlande und die Ausreise nach England. Dort wurde er zunächst als deutscher Kollaborateur verdächtigt. 1950 zog er mit seiner Frau nach Israel, wo er 1995 im Alter von 75 Jahren starb.

Stolpersteine wieder eingesetzt

An eine ähnliche Geschichte erinnerten auch Stolpersteine, die an der Friedenstraße eingelassen und die vor einigen Monaten von Unbekannten gestohlen worden waren (wir berichteten). Im Anschluss an die Gedenkfeier vor der ehemaligen Synagoge wurden jetzt diese Stolpersteine ersetzt. Die Stadt nimmt seit einigen Jahren teil an der Aktion „Stolpersteine“ des Künstlers Gunter Demnig: Kleine Steine mit Messingplatten, die mit kurzen Biografien an Verfolgte des NS-Regimes erinnern, werden vor dem letzten Wohnsitz der Menschen verlegt.