Für gute Argumente empfänglich

Die enorm wachsende Zahl der Flüchtlinge ist eine Herausforderung für unsere Stadt. Dieser müssen wir uns als Bürger gemeinsam stellen, um den Menschen beizustehen, die aus ihren Heimatländern fliehen mussten. Besonders die notwendigen Entscheidungen für neue Standorte zur Unterbringung von Flüchtlingen erfordern dabei von allen Beteiligten ein hohes Maß an Verantwortung. Für die politisch Verantwortlichen ist es dabei besonders wichtig, auf der einen Seite den Dialog mit den Anwohnern zu suchen und für gute Argumente zugänglich zu sein, auf der anderen Seite aber nicht jedem Protest populistisch nachzugeben. Genau deshalb finde ich es richtig, dass Apostolos Tsalastras sich der Diskussion mit den Anwohnern sowohl an der Kapellenstraße als auch an der Sperberstraße gestellt hat und einen an Fakten orientierten Vorschlag gemacht hat.

Tsalastras’ Vorschlag, auf den Standort Sperberstraße zu verzichten, ist sowohl im Sinne der Flüchtlinge als auch der Anwohner richtig, da dieser Standort viel zu beengt ist. Genauso ist es aber richtig, am durchaus geeigneten Standort Kapellenstraße festzuhalten, auch wenn es heftige Proteste gibt. Den Protestierenden hier nach dem Mund zu reden und so zu tun, als könne auf alle Standorte verzichtet werden, wäre populistisch. Aufgrund der akuten Flüchtlingswelle kann auf neue Standorte zur Flüchtlingsunterbringung nicht verzichtet werden. Schließlich werden nicht genug geeignete Privatwohnungen angeboten. Rainer Rudl